Eine Institution im Vorruhestand

Franz Bauschert machte Reisezentrum Betzdorf der DB AG zu einer echten »Zugnummer«

goeb Betzdorf. Es wird verflixt schwer werden, ihn zu ersetzen. Als Persönlichkeit ist er ohnehin ein Unikat: Franz Bauschert, Filialleiter des Reisezentrums der Deutschen Bahn in Betzdorf, wurde gestern in den (Vor)Ruhestand verabschiedet. Das Ereignis wurde im Rahmen einer Feier im Kreise von Kollegen, Ehemaligen, Geschäftsfreunden und Kunden im Gasthof »Zur Post« begangen. Bauschert leitet seit 1985 das Reisezentrum und baute es zum umsatzstärksten Deutschlands aus. Nur München machte noch etwas mehr Kasse als die Betzdorfer.

Das hat neben der Kompetenz des Mudersbachers sicherlich auch mit dessen Engagement und Freundlichkeit zu tun. Für ihn war der Kontakt zum Menschen immer das wichtigste. Nicht das Verwahren von Aktenordnern liegt dem »Eisenbahner aus Passion«, sondern der Umgang mit den Kunden.

In den Eisenbahndienst trat Bauschert 1959 als »Jungwerker« (Lehrling) beim Bahnhof Niederschelden ein. Nach der Ausbildung durchlief Bauschert das ganze Spektrum des Eisenbahndienstes, und zwar als Fahrdienstleiter, in der Fahrkartenausgabe, in der Güterabfertigung und im Personalbüro. Als ihn dann die Generalvertretung Siegen in den Verwaltungsdienst holte, merkte er rasch: »Das ist nicht mein Ding.« Franz Bauschert bat um die Rückversetzung in die Fahrkartenausgabe. »Seit der Zeit«, berichtete Bauschert gestern, »bin ich der glücklichste Eisenbahner«. Rasch wurde er Kundenberater bei der GV Siegen, ehe er das Reisezentrum Betzdorf unter seine Fittiche nahm, eine Entscheidung, die sich für den Konzern als goldrichtig herausstellen sollte.

Bauschert, dem der alleinige Fahrkartenverkauf immer zu wenig war, baute das Reisebüro aus. So suchte er Geschäftspartner, testete Reisemöglichkeiten und Hotels, suchte Ziele und wurde mit von ihm eigenständig entwickelten Programmen vorstellig. Zu seinem Markenzeichen wurden betreute Reisen für Senioren, die er oft selbst begleitete. Die Partner in attraktiven Zielen wie Bayern, Bodensee, Tirol, später auch Rügen suchte er selbst aus, die Kunden dankten ihm die Qualität, indem sie die Treue hielten.

Zu einem zweiten Standbein wurden später die Studienreisen, vor allem nach Osten, z.B. ins ehemalige Ostpreußen sowie nach St. Petersburg und andere Orte. »Ich sehe mich als Ideengeber, Moderator und Lokomotive«, beschreibt Bauschert seine Position und Herangehensweise. Ohne die tolle Mannschaft, das Team, das ihm den Rücken freihielt, so sagte er, hätte es die rasante Entwicklung wohl nicht gegeben. »Das waren schon äußerst günstige Rahmenbedingungen.«

Bauschert lobte auch die Unterstützung durch die vorgesetzten Dienststellen. Unter den Kunden habe er viele interessante Menschen kennengelernt, die ihn inspirierten. Neben Kunden aus ganz Deutschland buchen inzwischen Italiener, Schweizer und selbst Japaner in Betzdorf. Das Reisezentrum wurde 1997 zur erfolgreichsten und kundenfreundlichsten Verkaufsstelle Deutschlands gewählt.

Bauscherts Chef Alfred Muscheid (Vertriebsleiter DB Personenverkehr) sagte gestern, er hätte es am liebsten, Franz Bauschert ginge in die Lehrtätigkeit und berate andere Verkaufsstellenleiter. »Wenn er geht, das wird schon eine Lücke reißen«, ließ er sich vernehmen.

Ameropa, die Touristik-Tochter der DB AG, hat einige der von Bauschert entwickelten Konzepte und Programme übernommen. Für Ameropa fand sich gestern Vertriebsleiter Heinz Grüling in Betzdorf ein. Ihren Dank sprachen dem scheidenden Eisenbahner auch Personalrat Mervin Pohl und für die Stadt Betzdorf der 1. Beigeordnete Werner Neuhaus aus.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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