Eine Schatzkammer für Leselustige

Erfolgreiche Bilanz der Ökumenischen Stadtbücherei/Lieber verspricht: »Keine Kürzungen«

fram Betzdorf. Sind deutsche Kinder lesefaul, wie das die Pisa-Studie befürchten ließ? Erfolgreiche zwei Jahre, die die Ökumenische Stadtbücherei Betzdorf nun schon seit ihrer offiziellen Einweihung hinter sich hat, lassen optimistisch in die Zukunft blicken. Diplom-Bibliothekarin und Leiterin Angelika Klostermann konnte auf der Geburtstagsfeier am Dienstag erstaunliche Zahlen präsentieren. Von den 43040 Ausleihen im vergangenen Jahr entfallen 14149, also rund ein Drittel, auf die Sparte Kinder- und Jugendbücher. Häufig seien Bilderbücher darunter, so Angelika Klostermann. Schon die ABC-Schützen werden in die wunderbare Welt der Bücher eingeführt. »Wer liest, lernt andere Welten kennen, hat Spaß an der Auseinandersetzung mit fremden Kulturen«, heißt es im Jahresbericht 2002. »Im Kleinkindalter werden die Weichen gestellt für die spätere Leselust oder Leseunlust.«

Lernen am PC macht einfach Spaß

Am zweithäufigsten – 8689 mal – sind Romane und Erzählungen über die Theke gegangen, gefolgt von Sachliteratur. Wahre Ausleihrenner waren im Verhältnis zur geringen Bestandsgröße CD-Roms und DVDs, von denen jedes Teil etwa elf mal mitgenommen wurde, und die Spiele, von denen die Besucher jedes Exemplar im Durchschnitt 9,7 mal daheim ausprobierten. Lenken sich die Kinder doch gerne mit Computerspielen ab? Weit gefehlt, denn die Bibliothek legt Wert darauf, Nichtbuch-Medien mit pädagogisch wertvollem Inhalt anzuschaffen.

Daneben warten Kassetten und CDs, Videos und Zeitschriften auf neugierige Nutzer, die aus rund 14800 Medieneinheiten wählen können. Die für das geförderte Pilotprojekt vorgegebenen 15000 Medien werden also bald erreicht sein. Rund 21000 Besucher kamen, so viele wie im ersten Jahr. Auf 1600 schätzen die Mitarbeiter die Anzahl aktiver Leser im Jahr 2002. Viele Zahlen, die letztlich eine Botschaft vermitteln: Die Stadtbücherei ist ein voller Erfolg. Auch für Bürgermeister Michael Lieber ist sie eine Erfolgsgeschichte mit ungebrochener Begeisterung seitens der Mitarbeiter und der Leser.

Bücherwürmer sind gefragt

31 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 14 bis 76 Jahren sorgen dafür, dass das Haus 20 Stunden pro Woche jedermann offen steht. Doch nicht nur die Ausleihe gehört zu ihrem Aufgabenbereich. Die Medien müssen eingebunden, inventarisiert, geflickt und gesäubert werden. Schließlich versorgen die Helfer regelmäßig Leser, die nicht in der Lage sind vorbeizukommen, zu Hause mit Lesefutter. Wer in der Stadtbücherei arbeitet, ist nicht zuletzt selbst ein Bücherwurm.

Förderverein gründen

Die Verbandsgemeinde sowie die ev. und die kath. Kirchengemeinde haben sich ihr Gemeinschaftsprojekt Einiges kosten lassen. Die Stadt übernimmt Personal und Sachkosten mit 180000 e, die Kirchengemeinden finanzieren mit 45000 e die Medienbeschaffung. Das Land setzt noch einmal Fördermittel von 36000 e für die Verbandsgemeinde und 45000 e für die Kirchengemeinden oben drauf. Im vierten und letzten Jahr läuft diese Pilotförderung nun. Danach sind die Träger auf sich gestellt –– 10000 e Mehrkosten wird das der Stadt bescheren. Lieber kündigte die Gründung eines Fördervereins an, in dem die Bürger ihrem Musterprojekt mit Spenden unter die Arme greifen können. Auch die Kirchengemeinden müssen 2004 überlegen, mit welchen Mitteln sie ihren Medienbestand auf dem neuesten Stand halten wollen. Denn gekürzt werden soll das Angebot auf keinen Fall.

Führungen von Schulklassen

Zu diesem gehören wie schon in den Vorjahren neben vollen Regalen zahlreiche Veranstaltungen. Führungen von Schulklassen und anderen Gruppen – 2002 waren es allein 16 – sollen ebenso weiter stattfinden wie Lesungen für Kinder und Erwachsene. 2002 war die Kinderbuchautorin und -illustratorin Gisela Kalow zu Gast. Daneben hinterließ die von der Stadtbücherei engagierte Schauspielgruppe »Theaterkiste« mit ihrem Stück »Die Pirateninsel« glänzende Kinderaugen im Ev. Gemeindehaus. Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter sind weiterhin jeden Donnerstag zu »Extra für Kinder« ab 15.15 Uhr eingeladen, und am 6. Februar erwartet die kleinen und großen Besucher wieder das Kasperltheater der Mitarbeiterinnen Astrid Meinung und Sabine Grybel mit ihren Töchtern.

Die Bibliothekskonferenz kommt

Neu eingeführt wurde zum Jahresende 2001 ein Spieleabend für Erwachsene, jeden zweiten Donnerstag im Monat von der Bücherei und von HIT (Hilfe- und Tauschbörse Betzdorf) organisiert. Bei so viel Engagement war es nur eine Frage der Zeit, bis die Bibliothekskonferenz Rheinland-Pfalz mal nach Betzdorf kommt. Im März ist es soweit.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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