SZ

Volle Klassen in Rheinland-Pfalz ab 21. Juni
Ende des Homeschoolings in Sicht

Halbleere Klassen und Distanzunterricht sollen in Rheinland-Pfalz bald der Vergangenheit angehören. Am 21. Juni sollen die Bildungseinrichtungen in den Normalbetrieb zurückkehren.
  • Halbleere Klassen und Distanzunterricht sollen in Rheinland-Pfalz bald der Vergangenheit angehören. Am 21. Juni sollen die Bildungseinrichtungen in den Normalbetrieb zurückkehren.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

damo Kreis Altenkirchen. Noch vor den Sommerferien soll in den Schulen in Rheinland-Pfalz wieder richtig Leben einkehren: Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 bleibt, sind die Tage des Wechselunterrichts bald gezählt. Ab Montag, 21. Juni, sollen dann erstmals seit einer gefühlten Ewigkeit wieder ganze Klassen in ihrer regulären Stärke unterrichtet werden – und das Homeschooling wird vorbei sein.

Das hat am Montag das Mainzer Bildungsministerium mitgeteilt, und im AK-Land ist die Nachricht gut angekommen. „Das ist aber cool“, freut sich die neunjährige Paula: „Endlich sehe ich alle meine Freundinnen in der Schule wieder.“ Und auf’s Homeschooling kann die Drittklässlerin aus Betzdorf offenbar gut verzichten: „Klar ist das schön, länger schlafen zu können.

damo Kreis Altenkirchen. Noch vor den Sommerferien soll in den Schulen in Rheinland-Pfalz wieder richtig Leben einkehren: Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 bleibt, sind die Tage des Wechselunterrichts bald gezählt. Ab Montag, 21. Juni, sollen dann erstmals seit einer gefühlten Ewigkeit wieder ganze Klassen in ihrer regulären Stärke unterrichtet werden – und das Homeschooling wird vorbei sein.

Das hat am Montag das Mainzer Bildungsministerium mitgeteilt, und im AK-Land ist die Nachricht gut angekommen. „Das ist aber cool“, freut sich die neunjährige Paula: „Endlich sehe ich alle meine Freundinnen in der Schule wieder.“ Und auf’s Homeschooling kann die Drittklässlerin aus Betzdorf offenbar gut verzichten: „Klar ist das schön, länger schlafen zu können. Aber ich freu mich, wenn ich wieder jeden Tag in die Schule kann.“

"Je früher desto besser"

Auch bei den professionellen Kräften wird die Freude über die Perspektive deutlich. „Das ist super! Je früher, desto besser“, sagt Klaus-Werner Mays, Leiter der Grundschule Niederfischbach. Denn für die Kinder sei „das ständige Hin und Her sehr schwierig“ gewesen: „Das war belastend für die Kinder, sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen. Gut, wenn es bald wieder Präsenzunterricht gibt.“

Das sieht Mays’ Kollege vom Kirchener Molzberg auch so. „Dass Kinder untereinander in Kontakt treten können, dass sie gemeinsam Schule erleben können: Das fehlt den Kindern ganz immens“, sagt der Leiter der Kirchener Grundschule, Lars Lamowski. Praktisch alle Kinder werden profitieren, ist sich der Pädagoge sicher, und doch hebt er zwei Gruppen besonders hervor: die Erst- und die Viertklässler. „Die hat’s besonders hart getroffen“, sagt Lamowski und erklärt das damit, dass die i-Dötzchen „bislang praktisch keinen normalen Unterricht kennengelernt haben“ und die „Abschlussschüler jetzt zumindest die Perspektive haben, sich vernünftig von der Schule verabschieden zu können“.

Ein Stück Normalität zum Abschluss

An die Schüler, die im Sommer der Schule den Rücken kehren, denkt auch Hans-Joachim Laubenthal im Gespräch mit der SZ. Der Leiter der Hermann-Gmeiner-Realschule plus in Daaden freut sich, „dass sie gemeinsam ihren Abschluss erleben werden, statt dass jeder einfach für sich von der Schule weggeht“. Klar, Umarmungen könne es nicht geben, aber: „Es ist schön, sich wenigstens nochmal in die Augen schauen zu können.“ Denn schließlich sei Schule viel mehr als nur ein Ort der Wissensvermittlung.

Einige Fragen noch offen

Natürlich wirft die Ankündigung aus Mainz auch Fragen auf – und nicht alle werden jetzt schon beantwortet. Fest steht, dass die Schulen landesweit nach den Pfingstferien noch zwei Wochen im Wechselunterricht bleiben – und am 21. Juni ist dann die Rückkehr zur vollen Klassenstärke geplant. Voraussetzung ist laut Ministerin Stefanie Hubig, dass die „Sieben-Tage-Inzidenz in den kreisfreien Städten und Landkreisen stabil unter 100 liegt“.

Rheinland-Pfalz sei mit landesweit zurückgehenden Infektionszahlen auf einem sehr guten Weg, erklärte die Ministerin, die Hygienekonzepte seien erprobt und wirksam, und das Gros der Lehrkräfte sei bereits geimpft. Und natürlich bleibe die Testpflicht bestehen.

Allerdings ist eben auch manches noch offen: „Die Abstandsregeln müssen ja offenbar gelockert werden“, meint Mays, „denn wenn alle Kinder wieder da sind, stoßen viele Klassenräumen bei den derzeitigen Mindestabständen schnell an ihre Grenzen“. Umso ärgerlicher, dass nach wie die Raumlüftungsanlagen fehlen, gibt Lamowski in seiner Funktion als VBE-Sprecher zu bedenken. Und das ist nicht sein einziger Kritikpunkt: „Entscheidende Frage wird sein: Wie kann man die Lernrückstände ausgleichen? Da brauchen wir zusätzliche Profis in den Schulen, da müssen Planstellen geschaffen werden.“

Schulbusgedrängel als Problem?

Also warten die Schulen auf weitere Infos aus Mainz – das Ministerium habe bereits angekündigt, Details nachliefern zu wollen. So stellt sich Lamowski aktuell z.B. noch die Frage, ob denn auch der Ganztagsbetrieb wieder regulär laufen wird.

Und auf eine weitere Baustelle macht Laubenthal im Gespräch mit der SZ aufmerksam: „Knackpunkt werden die Schulbusse sein, denn diese sind ja dann wieder voll besetzt. Dort herrscht mit Abstand die größte Nähe.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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