Endlich Licht am Ende des Betzdorfer Tunnels

Im Kampf gegen das Verkehrschaos:

Bürgermeister Michael Lieber informierte Aktionsgemeinschaft zum Siegkreisel / Start Februar 2004/Ein Mosaikstein zur Lösung der Verkehrsprobleme

dima Betzdorf. Spätestens seit der Erfindung des Rades spielt der Kreis verkehrstechnisch eine prominente Rolle. Zu viele Räder stehen dem Verkehrsfluss jedoch irgendwann im Wege. Wie zum Beispiel in Betzdorf, wo im Bereich des zukünftigen Siegkreisels in Höhe der Kruppstraße schon in absehbarer Zeit rund 25000 Fahrzeuge täglich erwartet werden. Eben dieser Kreisel und der dafür notwenige Tunnel sollen den drohenden Verkehrskollaps in der Siegmetropole verhindern helfen. Er ist nach Bürgermeister Michael Lieber, das »geeignete Mittel«, die Verkehrsprobleme Betzdorfs zu lösen. Auch wenn der Kreisverkehr, wie Lieber vor der Aktionsgemeinschaft Betzdorf am Mittwochabend mehrfach betonte, nur ein Mosaiksteinchen der Problemlösung darstellt. Richtig greifen werde die Kreisellösung erst in Kombination mit der als »Brüderle-Trasse« oder »Haselhuhntrasse« bezeichneten Ortsumgehung aus Richtung Steineroth.

Zukunft des Kreisels

Rund zwei Dutzend Geschäftsleute lauschten auf der Versammlung in der Betzdorfer Stadthalle den Ausführungen des Verwaltungschefs zur nahen Zukunft des Kreisels, der streng genommen eigentlich nicht kreisförmig, sondern beinahe elliptisch verlaufen wird. Insbesondere die zeitliche Dimension der Realisierung des 13,5 Mill. e teuren Großprojekts interessierten die Aktionsgemeinschaft. Viel Wasser ist die Sieg herabgeflossen, seit die Ideen zur Minimierung der verkehrstechnischen Probleme in Betzdorf eine kreisförmige Gestalt annahmen. Mehrfach verzögerte sich der Baubeginn. Noch zum Jahreswechsel 96/97 galt es, den Bund davon zu überzeugen, erklärte Lieber rückblickend. Schließlich bekam man grünes Licht. Damals noch aus Bonn. Nachdem die Kruppstraße erfolgreich verlegt wurde, kann es jetzt losgehen. Anfang Oktober sollen die Baumfällarbeiten am Nord- und Südportal des Tunnels beginnen. Dann kommen die Leitungen für RWE und Telekom unter die Erde.

Und im kommenden Februar wird es schließlich ernst. Rede und Antwort zu allen Fragen rund um den Tunnelbau stand Norbert Diefenthal, der das Tunnelprojekt für den Landesbetrieb Straßen und Verkehr Koblenz seit zwei Jahren vor Ort im Betzdorfer Baubüro betreut. Mitgebracht hatte Diefenthal einige Meter Planwerk. Kurz nachdem die ersten Blicke der Anwesenden auf die technischen Zeichnungen gefallen waren, galt es, Fragen zu beantworten. Die gab es nämlich anscheinend immer noch. Zum Beispiel zum zeitlichen Rahmen.

Rund zweieinhalb Jahre wird es laut Diefenthal dauern, bis die Betzdorfer »Licht am Ende ihres Tunnels« sehen, sich der Verkehr im Kreise drehen kann und bis die Verkehrsführung fast ohne Ampeln auskommt. Zu Verzögerungen könne es immer kommen, so Diefenthal: »Das ist ein Berg. Man kann nicht hineinschauen.« Bohrkerne lägen vor, österreichische Tunnelbauexperten hätten die Betzdorfer Felswand in Augenschein genommen.

Markt wird nicht verlegt

Mit einem starken Lkw-Verkehr sei vor allem an den so genannten Betoniertagen zu rechen. Dann müssten größere Mengen Beton transportiert werden. Diefenthal versprach trotzdem, dass es zu keiner Zeit eine Verschlimmerung im Vergleich zur momentanen Situation geben werde. Mit einem Gerücht räumte Michael Lieber bereits gleich zu Beginn auf: Der Betzdorfer Markt, so der Bürgermeister, müsse zu keinem Zeitpunkt verlegt werden. Michael Lieber: »Das kommt überhaupt nicht in Frage.«

Um den vermeintlichen Verkehrskollaps, der nach einem Unfall im Tunnel für ganz Betzdorf drohe, sorgte sich der Betzdorfer Geschäftsmann Uwe Lützenkirchen. Die Schrecksituation sowie den Hell-Dunkel-Wechsel am Tunneleingang dürfe nicht unterschätzt werden, gab Lützenkirchen zu bedenken. Michael Lieber entgegnete, die Gefahrenlage im Tunnel sei berücksichtigt worden, entsprechende Sicherheitseinrichtungen entsprächen dem modernsten Standard. Die Verzögerung der Umsetzung des Kreiselprojektes resultiere sogar zum Teil aus besonderen Prüfungen und Gefahrensimulationen, die nach Unfällen in Alpentunneln auch für den Betzdorfer Tunnelbau notwendig wurden. Am Ende der Sicherheitsüberprüfungen und der Kosten-Nutzenanalyse wäre das Ergebnis eindeutig gewesen: Zu einem Tunnel gibt es keine Alternative.

Gefahrenpotential wird verringert

Details bekamen die Anwesenden von Norbert Diefenthal serviert. Ein wesentlicher Punkt, so der Tunnelbauexperte, sei, dass das Gefahrenpotential durch den fehlenden Gegenverkehr verringert werde. Außerdem sollen eine Beleuchtung, ein heller Anstrich des Tunnels und ein heller Fahrbahnbelag Licht in den 372,5 Meter langen Tunnel bringen. Optimistisch sieht Michael Lieber auch in die Zukunft der schon seit langem geplanten Ortsumgehung aus Richtung Steineroth: »Ich habe die große politische Hoffnung, dass sich einiges im Straßenbau schneller ändern wird. Bei einer möglichen anderen Regierung.«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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