Engagierte Schüler, großzügige Spender

Zwei Gymnasiasten sammelten 800 Euro für Casa Alianza / Trauer um US-Soldaten

rai Betzdorf. Das dicke Lob von Lehrerin Hanne-Marie Thieltges, Unesco-Beauftragte am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Betzdorf, hatten sich der zwölfjährige Simon Bäumer und der 13-jährige Dominic Lück wirklich verdient: Die beiden Siebtklässler, zugleich Mitglieder der Unesco-AG, haben aus freien Stücken in ihrer Freizeit Geld für Straßenkinder in Guatemala gesammelt. Gestern überreichten die fleißigen Sammler aus Betzdorf für das Straßenkinderhilfsprojekt Casa Alianza 800 Euro, die die Unesco-Beauftragte Thieltges stellvertretend entgegen nahm.

Die beiden Schüler der Klasse 7a hatten in der Vorwoche – ausgestattet mit einer Schulbescheinigung – auf dem Wochenmarkt, in der Fußgängerzone sowie an Haustüren um Spenden gebeten. »Die Spender waren sehr großzügig«, dankten die beiden Schüler für die Spendenbereitschaft und Solidarität. Einzelne hätten auch die Haustür sofort zugeschlagen, was jedoch die absolute Ausnahme gewesen sei, berichteten Simon und Dominic von ihrem etwa 20-stündigen Einsatz für die Straßenkinder. Die schlimme Situation der Straßenkinder sei für sie Motivation gewesen um zu sammeln, berichteten Simon und Dominic.

»Es war eine pure Eigeninitiative«, lobte Lehrerin Thieltges die fleißigen Sammler. Die stockten den Betrag von 790 Euro zusätzlich mit ihrem Taschengeld auf. Seit vielen Jahren unterstützen die Schüler des Gymnasiums mit unterschiedlichen Aktionen das Projekt Casa Alianza.

Und über die Verbindung zu Casa Alianza ist das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Betzdorf in besonderer Weise vom Tod des ersten US-Soldaten im Irak-Krieg tief berührt: Jose Antonio Gutierrez, der im Alter von 28 Jahren fiel, war als Straßenkind in Guatemala neun Jahre von Casa Alianza betreut und alphabetisiert worden.

Seit Mitte der 80er Jahre kümmerte sich Casa Alianza um Jose Antonio Gutierrez, der im Rahmen eines Casa-Alianza-Programms in Guatemala City Architektur studierte. Im Jahr 1992 verließ er Casa Alianza und lebte fünf Jahre mit seiner Schwester Garciela in einer Familie in Chinautla (Guatemala). Wie jährlich schätzungsweise rund 50000 Kinder aus Mexico und Mittelamerika versuchte auch Jose Antonio Gutierrez im Jahr 1997 in die Vereinigten Staaten zu flüchten, um dort eine bessere Zukunft zu finden. Er bekam Asyl und wurde an eine Pflegefamilie in Südkalifornien verwiesen. Dort lebte er bis zum 25. März 2002, dem Tag, an dem zum Marine-Corps kam.

Noch nicht einmal ein Jahr später, am 21. März 2003, fiel Jose Antonio Gutierrez bei der südirakischen Stadt Umm Kasr. Gestern gedachten in Guatemala City unter anderem Straßenkinder auf dem Ciudad-Vieja-Friedhof Jose Antonio Gutierrez, berichtete Thieltges. Zur Erinnerung an das ehemalige Straßenkind wurde eine Gedenktafel auf einem Friedhof niedergelegt, wo Dutzende ermorderter Straßenkinder eine letzte Ruhestätte gefunden haben.

Bereits seit einigen Jahren pflegen Schüler und Klassen des Gymnasiums, auf eigene Initiative basierend, auch eine Patenschaft für zwei Straßenkindern in Guatemala. Die Betreuung eines dritten Patenkinds haben die Unesco-Schüler in der vergangenen Woche übernommen, lobte Thieltges das Engagement das Schüler. Den Unesco-Sitz in Paris wird eine Lehrer-Schüler-Delegation, darunter auch Simon Bäumer und Dominic Lück, am Freitag, 4. Juli, besichtigen. Die Fahrtkosten für die Schüler übernimmt ein Sponsor.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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