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Großprojekt Hellerkreisel
Entlastung im Verkehr lässt weiter auf sich warten

Die Betzdorfer Verkehrslösung inklusive Barbaratunnel gilt (noch) als Stückwerk. Richtig funktionstüchtig würde die Verkehrsführung erst, wenn der „Hellerkreisel“ umgesetzt wäre. Doch dieses Großprojekt scheint auf die lange Bank geschoben.
  • Die Betzdorfer Verkehrslösung inklusive Barbaratunnel gilt (noch) als Stückwerk. Richtig funktionstüchtig würde die Verkehrsführung erst, wenn der „Hellerkreisel“ umgesetzt wäre. Doch dieses Großprojekt scheint auf die lange Bank geschoben.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

goeb Betzdorf. Er sei froh, dass sich (endlich) auch mal die SPD-Fraktion nach dem Stand beim beabsichtigten Projekt Hellerkreisel erkundige, meldete sich in der jüngsten Betzdorfer Stadtratssitzung gallig CDU-Sprecher Werner Hollmann zu Wort. Gefühlt seit Jahrzehnten kommt das große Betzdorfer Großprojekt in der Verkehrsführung nicht voran.
Kein Geld für den Kreisel?Die CDU hatte in den vergangenen Jahren oft von Vertröstung und Hinhaltetaktik der von der SPD geführten Landesregierung in Mainz gesprochen. In Wahrheit, so wurde oft unterstellt, sei wohl das Geld nicht dafür da und man weigere sich, den Betzdorfern klaren Wein einzuschenken.
Ein Bausteinchen in dieser Endlos-Geschichte war in CDU-Augen auch die Beantwortung des SPD-Antrags durch die Verwaltung.

goeb Betzdorf. Er sei froh, dass sich (endlich) auch mal die SPD-Fraktion nach dem Stand beim beabsichtigten Projekt Hellerkreisel erkundige, meldete sich in der jüngsten Betzdorfer Stadtratssitzung gallig CDU-Sprecher Werner Hollmann zu Wort. Gefühlt seit Jahrzehnten kommt das große Betzdorfer Großprojekt in der Verkehrsführung nicht voran.

Kein Geld für den Kreisel?

Die CDU hatte in den vergangenen Jahren oft von Vertröstung und Hinhaltetaktik der von der SPD geführten Landesregierung in Mainz gesprochen. In Wahrheit, so wurde oft unterstellt, sei wohl das Geld nicht dafür da und man weigere sich, den Betzdorfern klaren Wein einzuschenken.
Ein Bausteinchen in dieser Endlos-Geschichte war in CDU-Augen auch die Beantwortung des SPD-Antrags durch die Verwaltung. SPD-Sprecher Karl-Heinz Mohr ging auf den Antrag seiner Fraktion noch einmal ein. Der Antrag ist ein Novum, wohlgemerkt, da stets die CDU den Finger in die Wunde zu legen pflegte.

Knotenpunkt Betzdorf entlasten

Hellerkreisel – was ist das überhaupt? Der Hellerkreisel war ins Spiel gekommen, nachdem man „die ganz große Lösung“, nämlich eine Betzdorfer Straßenumgehung, zu Grabe getragen hatte. Zunächst war der Barbaratunnel gebaut worden, stets hieß es aber, dass er nur Teil der Lösung sein könne, den verkehrsmäßigen Engpass am Knotenpunkt Betzdorf zu entlasten. Das Bild runde sich nur mit dem Hellerkreisel ab. Nach diesen Plänen soll der von der Steinerother Straße kommende Verkehr kurz nach der sanierten Bahnbrücke nach rechts parallel zu den Gleisen der Hellertalbahn geführt werden, also rechts am Center-Shop vorbei. Die Straße soll dann später in einem großen Schwenk die Heller überqueren und an die Straße in Richtung Alsdorf anschließen.

Kein Vorankommen ersichtlich

Doch von der Umsetzung ist man nach Dafürhalten der CDU noch Lichtjahre entfernt, wenn überhaupt gebaut werde. Hollmann jedenfalls gab sich damit nicht zufrieden.
Auch die SPD drückt auf die Tube. Schon 2010 habe die Stadt an der Friedrichstraße deswegen Grundstücke erworben, im Frühjahr 2019 seien die Planungen detailliert vorgestellt worden. „Es wurde den Mitgliedern des Bauausschusses mitgeteilt, dass aktuell die Offenlage zum Planfeststellungsverfahren für den Kreisel erfolgt“, fasste Mohr zusammen. Es habe geheißen, dass die Auslegefrist dafür am 24. Mai 2019 enden würde. „Leider ist das die letzte Information, die der Stadtrat bekommen hat.“

Baubeginn frühestens Ende 2023

Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer erklärte, dass die Einwendungen von Bürgern bzw. Institutionen usw. nach der Offenlage des Verfahrens derzeit abgearbeitet und überprüft würden. „Die Bearbeitung soll bis zum Frühjahr 2021 abgeschlossen sein“, so Geldsetzer. Es sei in der Tat ein Haus gekauft worden, der Kauf eines weiteren werde geprüft in Verbindung mit möglichem Wegfall von Parkplätzen beim Centershop. Laut Geldsetzer ist frühestens Ende 2023 mit einem Baubeginn zu rechnen.

Ärger über Landesregiereung

„Das Land ist nicht bereit, im Norden zu investieren“, platzte Hollmann der Kragen. Läge man in der Pfalz, wäre das Verkehrsprojekt längst umgesetzt. Dazu passe auch, dass der Landesbetrieb Mobilität offenbar vorhabe, die Steinerother Straße, also die L 288, von einer Landesstraße in eine Bundesstraße zu überführen. In diesem Fall müsste die Bundesrepublik die Kosten für den Hellerkreisel übernehmen.
Für Hollmann spricht das Bände: „Wir sind noch nicht einmal über die Offenlegung hinaus. Es werden bis zur Eröffnung Jahre vergehen.“

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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