Erster Schritt auf dem Weg zum Traumjob

Abiturientenberatung und »abi insidertage« helfen Gymnasiasten bei der Berufswahl

sz Betzdorf. Für sie fängt der »Ernst des Lebens« etwas später an als für andere Schüler: Einfacher haben es Abiturienten deshalb noch lange nicht, wenn es darum geht, den künftigen Beruf zu wählen. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit unterstützt die jungen Menschen bei dieser wichtigen Entscheidung. Die »abi insidertage« helfen bei der Orientierung.

Vielfältige Möglichkeiten

»Leicht ist die Situation nicht. Da stehen junge Menschen an der Schwelle zum Erwachsenendasein und müssen oft die erste bedeutsame Entscheidung ihres Lebens treffen: Welchen Beruf wähle ich?« Karl Sesterhenn, einer von zwei Abiturienten-Beratern der Agentur für Arbeit in Neuwied, weiß aus seiner täglichen Praxis, dass diese Entscheidung nicht jedem Jugendlichen leicht fällt. Und das, sagt er, ist auch kein Wunder: Die Möglichkeiten sind gerade für Abiturienten vielfältig. Sie können studieren, eine Berufsausbildung beginnen ––oder beides miteinander kombinieren.

Dass sich heute die meisten Gymnasiasten für ein Studium entscheiden, liege wohl daran, dass sie sich davon die besten Chancen am Arbeitsmarkt erhoffen. Das ist zwar noch immer grundsätzlich richtig, doch auch unter Akademikern hat die Arbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren stark zugenommen.

Mädchen und Jungen, die von ihm eine Auskunft über krisensichere Studiengänge erwarten, muss Karl Sesterhenn denn auch enttäuschen. »Leider ist es kaum möglich, für jeden Beruf eine zutreffende Prognose abzugeben. Dafür ist der künftige Arbeitsmarkt von viel zu vielen, heute zum großen Teil noch gar nicht absehbaren Faktoren abhängig.« Der Rat des Fachmanns lautet deshalb: Zwar gibt es Studienfächer, die am Markt gefragter sind als andere, ausschlaggebend sollten aber Neigung und Talent sein.

Nützliche Kontakte knüpfen

Eines zeichnet sich jedoch recht deutlich ab: Künftig wird auch in Deutschland neben dem Studium die praktische Berufserfahrung eines Stellenbewerbers eine immer größere Rolle spielen. »Wer die nicht durch eine Berufsausbildung vorweisen kann, der sollte sie sich als Praktikant aneignen. Ganz nebenbei entstehen auf diese Weise übrigens auch sehr nützliche Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern.«

Stark im Kommen sind außerdem Auslandsaufenthalte, die als Praktikum oder Auslandssemester absolviert werden können. »Grundsätzlich wird das Qualifikationskriterium der Zukunft wohl die Bereitschaft zum ,lebensbegleitenden Lernen’ sein«, glaubt Karl Sesterhenn. Der Beruf, den ein junger Mensch nach der Schule wählt, könnte dann »nur noch« die erste Stufe in einem Arbeitsleben sein, das viel stärker als früher von Fort- und Weiterbildung, aber auch von Veränderungen geprägt ist.

Unterschiedliche Vorstellungen

Seine wichtigste Aufgabe sieht der Berater denn auch in der Hilfestellung, die er jungen Leuten bei der Orientierung auf dem kaum übersichtlichen »Markt der Berufs-Möglichkeiten« geben kann. Nicht wenige der Mädchen und Jungen, die Unterstützung bei Karl Sesterhenn suchen, sind schon bei der Frage nach ihren Wünschen und Neigungen ratlos. Sind die herausgearbeitet, geht es um die Frage, wie sie am effektivsten in Studium und Beruf umgesetzt werden können. »Manchmal«, ist die Erfahrung von Karl Sesterhenn, »decken sich die Vorstellungen über Ausbildung und berufliche Möglichkeiten allerdings nicht mit der Realität. Dann müssen wir gemeinsam darüber nachdenken, wie das angestrebte Ziel vielleicht besser erreicht werden kann.«

Der besseren Orientierung dienen auch die »abi insidertage«, die die Agentur für Arbeit Schülerinnen und Schülern der 12. und 13. Klassen seit Jahren anbietet. Die Arbeitsagenturen in Neuwied, Koblenz, Montabaur und Mayen haben auch in diesem Jahr wieder ein Programm zusammengestellt, das es den jungen Leuten erlauben soll, sich ein konkreteres Bild über mögliche Berufe oder Studiengänge zu machen. Als Ansprechpartner stehen ihnen dabei Fachleute aus Betrieben, von Hochschulen oder Institutionen zur Verfügung, die häufig nicht nur aus dem beruflichen Alltag im »Traumjob«, sondern auch über den Weg dorthin berichten können.

Beliebige Auswahl

Schülerinnen und Schüler aus den vier Arbeitsamtsbezirken können übrigens an jeder Veranstaltung teilnehmen, die sie interessiert – Schüler aus Neuwied oder Altenkirchen dürfen also auch die Angebote in Sinzig oder Koblenz nutzen. Grundsätzlich sind die »abi -insidertage« eine Gelegenheit, die nach Möglichkeit jeder nutzen sollte, glaubt Sesterhenn. »Gerade junge Leute, die noch unentschlossen sind, können hier wichtige Anregungen finden. Und wenn es nur die Erkenntnis ist, dass ein ins Auge gefasstes Studium doch nicht den eigenen Vorstellungen entspricht.«

Programm der »abi insidertage«:

Die diesjährigen »abi insidertage« laufen vom 2. bis 17. Februar in Neuwied, Altenkirchen, Koblenz und Sinzig. Vorgestellt werden mehr als 40 Berufe oder Studiengänge. Informationen gibt es aber auch zu Themen wie BAföG, Auslandsstudium, Au pair oder Zivildienst.

Die »abi insidertage« im Schulzentrum Altenkirchen finden am 9. und 10. Februar statt. Dort gibt’s Informationen zu folgenden Bereichen: Elektrotechnik, BWL/VWL, Mathematik, Maschinenbau, Architektur und Zivildienst, Chemie, Social Science, Angewandte Informatik, Lehrämter der Universität Siegen, Wirtschaftsrecht, Sozialpädagogik/Sozialarbeit.

Eine Broschüre zu den »abi insidertagen« mit dem genauen Programm-Ablauf gibt es bei allen beteiligten Agenturen für Arbeit oder im Internet unter »Neuwied.BIZ@arbeitsamt.de«.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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