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Bundestagswahl
Erwin Rüddel kommt nur knapp als Erster ans Ziel

Für Erwin Rüddel war lange Zeit nicht klar, ob er den Wahlkreis holen würde. Im Hotel Vierwinden in Windhagen, seinem Heimatort, feierte er mit Parteifreunden und Familie den vierten Einzug ins Parlament.
  • Für Erwin Rüddel war lange Zeit nicht klar, ob er den Wahlkreis holen würde. Im Hotel Vierwinden in Windhagen, seinem Heimatort, feierte er mit Parteifreunden und Familie den vierten Einzug ins Parlament.
  • Foto: rai
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

goeb Betzdorf. Marathon-Mann Erwin Rüddel (65) hat seit seinem Bundestagseinzug 2009 seine SPD-Konkurrenten ums Direktmandat im Wahlkreis Neuwied immer auf Abstand halten können. Diesmal spürte er den Hauch des 26-jährigen Mitbewerbers Martin Diedenhofen (SPD) bis zuletzt im Nacken. Es war sein härtestes Rennen. Völlig ausgepumpt schloss der Windhagener mit 31,9 Prozent der Erststimmen das Rennen, 1,7 Pünktchen vor dem Lehramtsstudenten aus Erpel am Rhein, der zwar kein ausgewiesener Langstreckenläufer, dafür aber ein topfitter Fußballer ist. Lange lag man gleichauf.

goeb Betzdorf. Marathon-Mann Erwin Rüddel (65) hat seit seinem Bundestagseinzug 2009 seine SPD-Konkurrenten ums Direktmandat im Wahlkreis Neuwied immer auf Abstand halten können. Diesmal spürte er den Hauch des 26-jährigen Mitbewerbers Martin Diedenhofen (SPD) bis zuletzt im Nacken. Es war sein härtestes Rennen. Völlig ausgepumpt schloss der Windhagener mit 31,9 Prozent der Erststimmen das Rennen, 1,7 Pünktchen vor dem Lehramtsstudenten aus Erpel am Rhein, der zwar kein ausgewiesener Langstreckenläufer, dafür aber ein topfitter Fußballer ist. Lange lag man gleichauf.
Der Polit-Profi Erwin Rüddel, der als Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Bundestags nicht nur einen Haufen Arbeit hatte, sondern auch regelmäßig in den Nachrichten der Sender und großen Blätter auftauchte, schaffte es nur unter Aufbietung aller Energiereserven, seinen roten Verfolger nicht an sich vorbeiziehen zu lassen, büßte dabei aber vermeintlich schwarze Zwingburgen wie etwa das konservative Mudersbach, die Stadt Kirchen oder das Städtchen Herdorf ein.

Verbandsgemeinde Hamm bleibt erstaunlich rot

In der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf ist nur das kleine Derschen bereit, Rüddel als Direktkandidaten nach Berlin zu entsenden. Die Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld mit ihren zahlreichen Klein- und Kleinstgemeinden stellt sich bei den Erststimmen als Flickenteppich dar: in Kircheib Diedenhofen, in Hirz-Maulsbach Erwin Rüddel.

Die Verbandsgemeinde Hamm bleibt insgesamt rot (erstaunlich: in Etzbach wird die AfD mit 27,2 Prozent stärkste Kraft!), in der Nachbar-VG Wissen schenkt man Rüddel sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen Vertrauen. Auch im Landkreis Neuwied, wo Rüddel wohnt und seit 2008 den CDU-Kreisverband anführt, gibt es rote Flecken (Neuwied, Bad Hönningen und Puderbach). Diedenhofen hat als stellvertretender Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion inzwischen an Profil gewonnen.

AfD holt in Betzdorf-Gebhardshain 14,3 Prozent

Betzdorf-Gebhardshain kann Rüddel zwar holen, seine Partei schafft es als stärkste Kraft indes nicht. Hier reüssiert die AfD mit 14,3 Prozent der Zweitstimmen. Ohne Frage: Der Sozialdemokrat, der von vielen 2017, als er das erste Mal als MdB-Kandidat angetreten war, als zwar sympathisch und talentiert, aber als noch nicht reif für so einen Job eingeschätzt worden war, profitierte diesmal von der Scholz-Welle ins Kanzleramt und ersten Sporen, die er sich verdient hat.

Diedenhofen sagte der SZ, die SPD und ihre Wahlkampfteams hätten alles richtig gemacht. Er gratuliere Rüddel zum Sieg. Ob er es in den Bundestag schafft (Landesliste Platz 7) wusste er bei Redaktionsschluss selbst noch nicht. Bei den Zweitstimmen schlagen die Sozialdemokraten die CDU deutlich mit 30 zu 26,8 Prozent, gefolgt von den Liberalen als drittstärkste Kraft (11,5 Prozent), den Bündnisgrünen mit 10,5 Prozent sowie der AfD mit 9,7 Prozent.

Abgeschlagen die Linken mit 3 Prozent, einer Halbierung ihres 2017er-Ergebnisses. Klare Verlierer des Abends sind also die Christdemokraten und die Linken. Mit der Wahlbeteiligung in Höhe von 76,4 Prozent kann man im Kreisständehaus in Altenkirchen und in Neuwied zufrieden sein.

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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