Erziehung auch eine Frage der Kraft

Elternseminare vom Kinderschutzbund Betzdorf-Kirchen geben Rat für den Alltag in der Familie

goeb Betzdorf. Ein guter Vater, eine gute Mutter sein für die Kinder: Welche Eltern möchten das nicht? Wunsch und Wirklichkeit gehen allerdings manchmal verschiedene Wege. Marion Milbradt, Dipl. Sozialpädagogin beim Kinderschutzbund Betzdorf-Kirchen, kennt die Probleme in den Familien. »Erziehung ist eine Frage der Kraft, die Eltern haben«, resümiert sie. Es kann vorkommen, dass Eltern die notwendige Kraft nicht oder zeitweise besitzen oder sie in die falsche Richtung lenken. Zunehmende Unsicherheit hat sie festgestellt in Fragen der Erziehung – es gibt immer wieder Familien, in denen die Kindererziehung aus dem Lot zu geraten droht.

In ganz spezieller Notlage

Das Spektrum, mit dem sich der Kinderschutzbund mit seinem Domizil an der Decizer Straße 1 in Betzdorf beschäftigt, ist breit. Von der Bitte um Hilfe für Familien in ganz spezieller Notlage bis hin zu Ratschlägen und Tipps in Situationen des Alltags reicht die Palette. Der Vater, der schlägt oder die Mutter, die trinkt – dies können Gesprächsinhalte darstellen ebenso wie die leichter zu klärende Frage, ob man seinem Kind einen gewissen Schulweg zumuten kann oder nicht.

In Kontakt mit Fachstellen

»Es kommt auch immer darauf an, welche Fachleute man vor Ort zur Verfügung hat«, berichtet die Hachenburgerin. Die Erzieherin, die auch Erfahrung im voll- und teilstationären Bereich der Jugendarbeit sammeln konnte, kümmert sich um Fragen der Erziehung. In der Vergangenheit konnte der Kinderschutzbund auch im Bereich der Schuldnerberatung unterstützen. Mit zahlreichen Fach- und Beratungsstellen steht man in Kontakt, sodass Eltern oder Alleinerziehende an weitere Fachleute vermittelt werden können.

Zeit und Interesse

»Es kommt immer darauf an, wen man als Mitarbeiter gewinnen kann«, fügt Marion Milbradt hinzu. Vor allem ehrenamtliche Kräfte können sich in die Vereinsarbeit einbringen. Engagement, Zeit und Interesse an der Arbeit sollte man mitbringen, skizziert die Sozialpädagogin.

Zurzeit legt der Kinderschutzbund seine neuen Arbeitsschwerpunkte fest. Beste Erfahrungen hat man in den vergangenen zwei Jahren mit dem Angebot von Elternseminaren gemacht, die auch 2004 ein Stützpfeiler der Arbeit darstellen.

Übertragung auf die Kinder

Der Kinderschutzbund hat festgestellt, dass vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Unsicherheiten auch Probleme in den Familien in den Vordergrund treten. »Das überträgt sich naturgemäß auf die Kinder«, bestätigt Frau Milbradt. Als die drei Stützen, die ein Kind für ein gesundes Aufwachsen benötigt, nennt sie Halt, Orientierung und Liebe.

In den Elternseminaren machen die Teilnehmer immer wieder die Erfahrung, dass sie mit ihren Problemen nicht allein dastehen. Die Schwierigkeiten ähneln sich häufig. Die Kurse sind geeignet, das Selbstvertrauen von Vätern und Müttern zu stärken. Kinder, so Marion Milbradt, hätten ein feines Gespür für diese Dinge. Da klagt zum Beispiel eine Mutter darüber, der Sohn verweigere oft das Frühstück. Nachdem dies im Seminar besprochen und angeraten wird, doch mit mehr Konsequenz zu handeln, muss die Mutter gar nicht mehr einschreiten. Der Sohn hat die Entschlossenheit gespürt und unterlässt die »Rebellion«.

Altersgerechte Anforderungen

In den Seminaren klären die Eltern auch, welche Werte für sie wichtig sind. Milbradt: »Jede Familie fühlt sich mit anderen Dingen wohl.« Strategien zur Lösung von Konflikten, altersgerechte Anforderungen, Gestaltung des familiären Miteinanders – dies sind einige Punkte, die in den Seminaren thematisiert werden. Dass Kinder die klare Linie lieben und Grenzen austesten, ist bekannt. Doch wo diese Linie verläuft und wo die Grenzen liegen, ist manchmal gar nicht so leicht auszumachen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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