»Es muss regnen«

Bauern-Regel, ganz aktuell:

Die Trockenheit verdirbt den Landwirten die Ernte

damo Betzdorf. Noch hat die SZ keinen Landwirt bei einem verzweifelten Regentanz auf seinem Acker beobachten können – aber: Niederschlag ist dringend nötig, sonst wird die diesjährige Ernte an der Sieg zum Fiasko.

Georg Groß als Vorsitzender des Kreisbauernverbands sagt klipp und klar: »Es muss jetzt regnen. Dringend.« Denn was auch immer auf den Feldern wachsen soll, ohne Wasser wird es nichts. Und eines steht fest: »Aufgrund der Agrarpolitik wird die Gewinnmarge für Landwirte immer kleiner. Es gehört zu unserer Arbeit dazu, Wetterkapriolen aufzufangen – aber wenn wir mit dem Rücken an der Wand stehen, kann es eng werden. Die Politik hat uns an die Schmerzgrenze gebracht.«

Vor diesem Hintergrund ist die Besorgnis der Landwirte nur zu verständlich. Zwar gibt es im Landkreis wenig riesige Getreidefelder – aber auch Ernteausfälle bei der Grassilage oder beim Futtermais schmerzen die Bauern sehr. Schließlich muss das Vieh gefüttert werden, und wenn die eigene Scholle das Futter nicht hergibt, muss Kraftfutter gekauft werden. Das ist ohnehin teuer, aber: »Die Getreideernte ist ja nicht nur bei uns schlecht, sondern überall. Das heißt dann auch, dass das Futter in diesem Jahr noch teurer wird«, berichtet Landwirt Karl-Josef Höfer aus Obergüdeln.

Quer durch die Bank – überall hinterlässt die lange Periode der Trockenheit ihre unschönen Spuren:

lFuttermais: »Noch ist es für den Mais nicht zu spät«, gibt sich Georg Groß optimistisch. »Das Längenwachstum ist abgeschlossen, jetzt setzen die Kolben an. Wenn es jetzt regnet, kann das noch gut ausgehen.« Der Vorteil: Der Mais ist als Flachwurzler auch mit einem Gewitterregen gut bedient – das Wasser muss schließlich nicht erst bis in tiefere Schichten versickern, um von den Wurzeln aufgenommen werden zu können.

lBraugerste: Nur große Körner haben die Mehlfülle, die die Mälzereien als Abnehmer voraussetzen, und so wird gesiebt. Üblicherweise bleiben mehr als 90 Prozent der Körner im Sieb hängen – diesmal aber fallen viel zu viele Körner durch, weil die Pflanzen in einer sensiblen Phase auf dem Trockenen saßen.

lGras: Als Silage spielt das Gras eine große Rolle in der Rinderhaltung – was die heimische Weide nicht an Futter liefert, muss hinzugekauft werden. Und beim Gras sieht es schlecht aus: Der zweite und dritte Grasschnitt des Jahres war ein Flop, berichtet Groß. Auch Höfer hat auf weiten Teilen seiner Weiden das Mähwerk gar nicht erst angeschaltet. Nun liegen Höfers Nutzflächen nahe der Sieg – »in den Höhenlagen sieht das noch viel schlimmer aus«.

lKartoffeln: Georg Groß baut auf zehn bis zwölf Hektar Fläche Kartoffeln an. Die Ernte der Frühkartoffeln war noch gut – was aber aus den Knollen wird, die derzeit in der trockenen Erde stecken, ist noch offen. »Es muss dringend regnen, wenn die Kartoffeln noch was werden sollen«, meint Groß.

lWintergerste: Auch hier war die Ernte nicht gut. »Der Ertrag war mäßig bis schlecht«, gibt Groß die Erfahrungen der Landwirte im Kreis wieder.

Klares Fazit: »Es muss regnen«, sagt Groß. Und wieviel? »Einmal pro Woche sollten es schon 30 mm sein.« Alle Freibadgänger mögen ihm diesen Wunsch nachsehen…

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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