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Heimatshoppen findet Zuspruch
Fachgeschäfte: Salz der Städte

Gefragt ist der Kunde: Er/sie muss sich eigentlich bei jedem geplanten Einkauf die Frage stellen, ob es das gewünschte Produkt nicht auch in der Heimatstadt gibt. Der Besuch der Geschäfte hat noch einige weitere Vorteile. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Geschäftswelt erörterten am Freitag die Situation unter Federführung von IHK-Regionalgeschäftsführer Oliver Rohrbach (hinten, M.) und unternahmen von Intersport Hammer aus eine kleine Exkursion durch die Läden.  Foto: goeb
  • Gefragt ist der Kunde: Er/sie muss sich eigentlich bei jedem geplanten Einkauf die Frage stellen, ob es das gewünschte Produkt nicht auch in der Heimatstadt gibt. Der Besuch der Geschäfte hat noch einige weitere Vorteile. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Geschäftswelt erörterten am Freitag die Situation unter Federführung von IHK-Regionalgeschäftsführer Oliver Rohrbach (hinten, M.) und unternahmen von Intersport Hammer aus eine kleine Exkursion durch die Läden. Foto: goeb
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goeb Altenkirchen. Offenbar ist das Interesse an der Aktion Heimatshoppen gestiegen. Fünf Werbegemeinschaften im Kreis Altenkirchen beteiligten sich in diesem Jahr daran (die SZ berichtete), darunter auch die örtliche in der Kreisstadt.

IHK-Regionalgeschäftsführer Oliver Rohrbach unternahm am Freitagnachmittag eine kleine Exkursion durch die Altenkirchener Fachgeschäfte und nahm dabei Vertreter der Politik, der IHK als Hauptinitiator, der Werbegemeinschaften sowie der Wirtschaft und Verwaltung mit.

Tanja Gille (IHK Koblenz) skizzierte noch einmal das Projekt Heimatshoppen als Imagecampagne des stationären Facheinzelhandels.

goeb Altenkirchen. Offenbar ist das Interesse an der Aktion Heimatshoppen gestiegen. Fünf Werbegemeinschaften im Kreis Altenkirchen beteiligten sich in diesem Jahr daran (die SZ berichtete), darunter auch die örtliche in der Kreisstadt.

IHK-Regionalgeschäftsführer Oliver Rohrbach unternahm am Freitagnachmittag eine kleine Exkursion durch die Altenkirchener Fachgeschäfte und nahm dabei Vertreter der Politik, der IHK als Hauptinitiator, der Werbegemeinschaften sowie der Wirtschaft und Verwaltung mit.

Tanja Gille (IHK Koblenz) skizzierte noch einmal das Projekt Heimatshoppen als Imagecampagne des stationären Facheinzelhandels. Im Kammerbezirk, so war zu erfahren, hätten sich diesmal 37 Werbegemeinschaften mit insgesamt über 2000 Händlern und Geschäften (inklusive Gastronomen und Dienstleistern) zur Teilnahme bereit erklärt.

Rheinland-Pfalz beteiligt sich zum zweiten Mal an der Initiative – mit wachsendem Zuspruch. Bundesweit hat man sich auf das zweite Wochenende im September als Schwerpunkt verständigt. Der 13. und 14. September sollte in diesem Jahr einmal mehr deutlich machen, welch zentrale Aufgabe Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister in den Städten haben.

„Die Frequenz in den Städten nimmt ab, da muss man sich nichts vormachen“, sagte Volker Hammer, IHK-Beiratsmitglied und Inhaber der Fachgeschäfts Intersport in der Kölner Straße in Altenkirchen, wo man sich zum Auftakt traf.

Sicher ist aber auch: „Eine Stadt ohne Handel sieht nicht gut aus.“ Gelinde gesagt: Denn vorstellen mag sich das niemand. Auch Landrat Dr. Peter Enders nicht, der schon vor 14 Tagen an einer Auftaktveranstaltung in Daaden teilgenommen hatte.

Er rief dazu auf, regional zu denken, und beim Konsumverhalten müsse sich jeder an die eigene Nase fassen, müsse sich disziplinieren und überlegen, wie er/sie die Geschäftswelt vor Ort unterstützen könne.

Dabei solle Heimatshoppen nicht als Generalangriff auf den Online-Handel verstanden werden. Volker Hammer beispielsweise ist mit seinem Sportgeschäft seit eineinhalb Jahren auch online präsent und generiert etwa 20 Prozent seines Umsatzes über den PC. Aber warum soll man etwas am PC bestellen, was man in der eigenen Stadt kaufen kann?

Das fand auch Altenkirchens Bürgermeister Fred Jüngerich. Optimal ist wohl die Kombination von beidem. Wir haben auch auf städtischer Ebene versucht, eine Plattform zu etablieren und bleiben an dem Thema dran. Man könne online ja auch in der Region einkaufen. Volker Hammer erwähnte in diesem Zusammenhang auch den „Marktplatz Westerwald“ als digitale Plattform.

Nachteilig sei aber die hohe Retourenquote von fast 40 Prozent, im Modebereich haben die Geschäfte gar mit über 55 Prozent zu kämpfen. Vorteil des Fachhandels sei die gute Beratung und die Möglichkeit für Kunden, Ware selbst in Augenschein zu nehmen, sie anzufassen und auszuprobieren. Leider werde auch das manchmal ausgenutzt, etwa wenn Kunden sich Produktnummern notieren, um später im Internet zu bestellen.

Es ist also alles andere als einfach für den Fachhandel, aber alle fanden die Aktion Heimatshoppen gut. FDP-Bundestagsabgeordnete Sandra Weeser appellierte an die Jugend, mehr lokal einzukaufen. Noch am selben Tag sei eine „Fridays-for-Future“-Demo vor dem Fenster ihres Büros vorbeigezogen, erzählte sie. „Man muss sich einmal vor Augen halten, wie viel Energie verbraucht wird durch Transport vor Ware über die Paketdienste, die gigantische Mengen an Ware durchs ganze Land fahren. Ich ziehe daraus den Schluss, dass lokal einkaufen auch bedeutet, unser Klima zu schützen.“

Die Einzelhändler forderten die Politik auch auf, die strikte Regelung der verkaufsoffenen Sonntage in Rheinland-Pfalz zu überdenken. Er könne mit vier Sonntagen im Jahr leben, sagte der Geschäftsführer. „Aber bitte ermöglichen Sie es, dass wir einen Sonntag davon in die Adventszeit legen können.“ Das sei elementar für den Handel, so Hammer. Auch die unterschiedliche Handhabung in den Bundesländern sei „Gift“. Stichwort: NRW. Die dortige liberalere Handhabung führe zu Wettbewerbsverzerrung in grenznahen Bereichen mit Rheinland-Pfalz.

Enttäuscht sei man von der Gewerkschaft Verdi. Hammer berichtete, er habe ein Gespräch diesbezüglich gesucht. „Die haben mir geschrieben, dass sie kein Interesse an einem Gespräch haben.“

Die Gruppe besuchte danach noch eine Handvoll weiterer Geschäfte in Altenkirchen aus den Bereichen Feinkost, Textil und Herrenausstattung sowie den Unikum-Laden. Information über die Initiative und erste Erfahrungen damit sowie der Austausch über die Produkte der einzelnen Geschäfte standen dabei im Vordergrund. <chartag shortcut="z-Autor" tag="autor-7p">Andreas Goebel</chartag>

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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