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Malu Dreyer lobt das Werk in Scheuerfeld
Faurecia erfindet sich neu

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, besuchte am Montag das Faurecia-Werk in Scheuerfeld. Auch sie ist „Geburtshelferin“ des neuen Transformationsprozesses. Es gab „Sechsaugen-Gespräche“ in der Staatskanzlei.
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  • Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, besuchte am Montag das Faurecia-Werk in Scheuerfeld. Auch sie ist „Geburtshelferin“ des neuen Transformationsprozesses. Es gab „Sechsaugen-Gespräche“ in der Staatskanzlei.
  • Foto: Daniel Montanus
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

goeb Scheuerfeld. Es war ein Nachmittag der Superlative am Montag in Scheuerfeld im Werk Faurecia. Keine Geringere als Ministerpräsidentin Malu Dreyer stattete dem weltweit tätigen Automobilzulieferer einen Besuch ab, und dazu keinen kurzen. Einem Gespräch mit der Geschäftsführung folgten eine Betriebsversammlung, im Zuge derer die Mainzer Regierungschefin eine Rede hielt, und eine abschließende Pressekonferenz in der Cafeteria.
Erfolgreich in Europa und weltweitNun zu den Superlativen: Faurecia hat den Innovationspreis Mitbestimmung 2019 des...

goeb Scheuerfeld. Es war ein Nachmittag der Superlative am Montag in Scheuerfeld im Werk Faurecia. Keine Geringere als Ministerpräsidentin Malu Dreyer stattete dem weltweit tätigen Automobilzulieferer einen Besuch ab, und dazu keinen kurzen. Einem Gespräch mit der Geschäftsführung folgten eine Betriebsversammlung, im Zuge derer die Mainzer Regierungschefin eine Rede hielt, und eine abschließende Pressekonferenz in der Cafeteria.

Erfolgreich in Europa und weltweit

Nun zu den Superlativen: Faurecia hat den Innovationspreis Mitbestimmung 2019 des Landes Rheinland-Pfalz gewonnen (Schirmherrin ist Malu Dreyer), Betriebsratsvorsitzender Yüksel Öztürk sprach vom „lieben Arbeitgeber“, der Bevollmächtigte der IG Metall, Uwe Wallbrecher, zählte das Werk „zu den erfolgreichsten Werken in Europa und weltweit“, und für Malu Dreyer ist Faurecia Scheuerfeld „die beste Geschichte der Betriebsmitbestimmung, die ich bisher gesehen habe“.

Faurecia zukunftsfester machen

Angesichts dieser Attribute wundert man sich ein wenig, denn was wurde am und im Werk Scheuerfeld nicht schon gestritten. Im April vergangenen Jahres brachte man dann den Transformationsprozess auf den Weg. Man wollte Scheuerfeld automatisieren und digitalisieren, um das Werk effizienter, sprich zukunftsfester, zu machen. Noch bis 2021 soll dieser Prozess laufen.

Hauptkunde ist Mercedes Benz

Ausgelastet ist das Werk bis 2028/29. Als Hauptkunde rangiert Mercedes Benz ganz oben. Faurecia Scheuerfeld, das im Konzert der 248 Werke in der Welt (37 Länder) zur Sparte Innenraumsysteme zählt, baut als Kernprodukt die Instrumententafel (sowie Ablagefächer) für den Mercedes Sprinter.
Mit 200 festangestellten Mitarbeitern und derzeit 20 Leiharbeitern ist das heutige Werk mit früheren Zeiten nicht vergleichbar. Die Standort-Gründung fällt auf das Jahr 1969. In den ersten Jahrzehnten war die Mitarbeiterzahl sogar vierstellig.

Abläufe automatisiert

Doch zunehmende Digitalisierung setzt heute sehr viel mehr Technik ein. Im Katalog der konkreten Maßnahmen, die Personalchefin Kirsten Schütz und Geschäftsführer Mariusz Waliszek an die Presse verteilen ließen, tauchen Begriffe auf wie das „Light-Guide-System“, das die Mitarbeiter beim Platzieren und Überprüfen von Trägern, Klebern und Schrauben unterstützt. Automatisiert worden ist demnach auch das passgenaue Einsetzen der Instrumententafeln. Allein zwölf Kameras stellen sicher, das alle Teile zu 100 Prozent sitzen. Fahrerlos bewegen sich die Teile im Transportsystem durch die Halle, geleitet von Magnetstreifen. Digitale Anzeigetafeln melden den Mitarbeitern, wie der aktuelle Arbeitsstand gerade ist. Selbstredend stützt sich auch die Inventur auf automatisch vorliegendes Datenmaterial. 1,5 Millionen Euro kostet das Transformationsprojekt.

Unterstützung während der Krise

Eine Ehre und auch eine Anerkennung sei es, dass Malu Dreyer der Einladung nach Scheuerfeld gefolgt sei, sagte Betriebsratsvorsitzender Öztürk. „Wir haben in der Krise enorme Unterstützung von der Landesregierung bekommen und von der örtlichen Politik. Wenn es die Sechs-Augen-Gespräche nicht gegeben hätte – ich wüsste nicht, wo wir heute stehen würden.“ Gern nahm die Ministerpräsidentin diesen Ball auf. „Wir hatten in der Krise viel Kontakt“, sagte Dreyer in Richtung Betriebsratsvorsitzendem. Zusammen mit der Geschäftsführung war man auch in der Staatskanzlei gewesen. Der Transformationsprozess sei „mit einer solchen Wucht angegangen worden, wie ich es noch nicht gesehen habe“. Eine solcherart gelingende Sozialpartnerschaft erlebe man selten.

Werk in Scheuerfeld schreibt positive Nachrichten

Auch die Geschäftsführung sei froh über die Entwicklung in Scheuerfeld. „Das Werk hat es verdient, positive Nachrichten zu schreiben“, merkte Kirsten Schütz an. „Wir haben schwierige Zeiten hinter uns und wir haben sie gemeinsam gemeistert.“ 2018 hatte es einen Wechsel in der Geschäftsführung gegeben. Die Belegschaft hatte sich bereit erklärt, ein ganzes Bündel an Weiterbildungsmaßnahmen wahrzunehmen. „Deshalb haben wir hier jetzt ein Werk, das Pilot ist für manche neue Technologie.“
Natürlich hat man auch die Pandemie im Visier. Die Umstrukturierungsprozesse seien weit vorher eingeleitet worden, sagte Schütz. Bei guten Stückzahlen helfe der Hauptkunde dem Werk. „Natürlich können wir nicht so weit gucken wie früher“, schränkte die für Deutschland und Polen zuständige Personaldirektorin ein. „Weil wir nicht wissen, wie sich die Pandemie noch entwickelt.“ Doch man habe sich nach dem Shutdown (März und April), von dem alle Faurecia-Werke betroffen gewesen seien, schnell wieder auf die Füße gestellt. Man sei zuversichtlich, in Zukunft weitere Aufträge zu bekommen, die Arbeitsplätze sicherten. „Es geht weiter nach nur zwei Monaten“, betonte die Ministerpräsidentin. Beides treffe aufeinander, die Pandemie und die Transformation.

Maßnahmen wegen Corona

Auch die Corona-Prävention nannte sie beispielgebend. Der Sicherheits- und Umweltmanager Michel Enderling führte den Besuchern die Arbeitsweise der Wärmebildkamera am Eingangsdrehkreuz vor. Wer Fieber hat, kommt nicht rein. Jede Schicht erhält je Beschäftigtem eine neue Atemschutzmaske, ebenso die Verwaltungsmitarbeiter. Bevor die Schichten in Scheuerfeld wieder anliefen, wurde intensiv auf Corona geschult.

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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