Firma Dalex bleibt das »Sorgenkind der Region«

Einmal mehr klare Worte bei IGM-Delegiertentreffen

damo Alsdorf. Peter Althausen ist ein Mann der klaren Worte – und es überrascht nicht, dass der IG-Metall-Bevollmächtigte gerade dann vom Leder zieht, wenn mühsam erkämpfte Errungenschaften der Gewerkschaft sogar von den Sozialdemokraten auf den Prüfstand gestellt werden. So erteilte Althausen gestern schon vor der für heute angekündigten Regierungserklärung des Bundeskanzlers den Plänen zur Lockerung des Kündigungsschutzes eine klare Abfuhr. »Hände weg vom Kündigungsschutz«, forderte er – das sei klare Gefälligkeitspolitik, die schon 1996 erfolglos versandet sei. »Das schafft Ungerechtigkeit und Willkür«, warnte Althausen.

Und – auch das ist Peter Althausen ––er feuerte eine Breitseite auf die heimische Politik: »Wo nehmen Politiker die Chuzpe her, den Kündigungsschutz aufzuweichen, wenn sie gleichzeitig in der Lage sind, einem anscheinend unfähigen Kreissparkassen-Direktor mit befristetem Vertrag eine Pension und Abfindung zu zahlen, deren Höhe bekanntzugegeben sie sich nicht trauen?« Mit Lockerung des Kündigungsschutzes nämlich fallen laut Althausen für die Arbeitnehmer Klagerecht und Abfindungen weg – frei nach dem Motto »heuern und feuern«.

Auch der Blick auf die heimische Wirtschaft besserte Althausens Laune kaum: Das »größte Sorgenkind der Region« sei die Firma Dalex (Wissen). Nach der Insolvenzeröffnung im November und der Gründung einer Beschäftigungsgesellschaft sei über einen Sanierungstarifvertrag zumindest das Weihnachtsgeld gerettet worden; mit der Auslagerung des Lichtbogenbereichs aber sei nach der ersten Kündigungswelle (125 Betroffene) eine zweite Großentlassung (27 Mitarbeiter) erfolgt. Nur ein Teil dieser Arbeitskräfte sei in einem Morsbacher Nachfolgeunternehmen untergekommen. Dennoch zeichne sich ein Silberstreif ab: Eine Investorengruppe habe Interesse zur Übernahme von Dalex signalisiert; in dem zur Unterschrift bereit liegenden Vertrag sei fixiert, den Rest der Belegschaft zu übernehmen. Althausen geht davon aus, dass die Unterzeichnung in den nächsten Tagen vollzogen werden kann, zumal auch die Gläubigerversammlung grünes Licht gegeben habe.

Ein Stück siegaufwärts, zur Firma Rexnord: Mit Unterzeichnung einer Betriebsvereinbarung wurde dort der Akkord abgeschafft – und zwar laut Althausen zur Zufriedenheit beider Seiten. Althausen weiter: Kurz vor Weihnachten wurde die Belegschaft um 46 Mitarbeiter verkleinert; die Hälfte der Betroffenen hatte auslaufende Zeitverträge, die andere Hälfte wurde über einen Sozialplan entlassen. »Der ist anscheinend so gut ausgefallen, dass keiner der Betroffenen über die IG Metall oder einen Rechtsanwalt geklagt hat.« Das Hauptproblem bei Rexnord aber sei der neue Geschäftsführer – in ungewöhnlich offener Weise sei Bruno Zollger während einer Betriebsversammlung in der Betzdorfer Stadthalle kritisiert worden. Aber: »Das geht anscheinend zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus.«

Bei der Firma Muhr und Bender (Daaden) sei mit dem Verhandeln einer Erfolgsbeteiligung Neuland betreten worden – nach ersten Einschätzung scheint das Experiment geglückt zu sein, berichtete der IGM-Bevollmächtigte (weiterer Bericht zur Ausbildungsplatz-Situation folgt).

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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