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Firma Wezek fertigt Anlagen für neuartiges Desinfektionsmittel

Blicken hoffnungsvoll der weiteren Entwicklung entgegen (v. l.): die Wezek-Geschäftsführer Patrick Kölzer und Thomas Krischer, Projektleiter Marvin Werder, Simon Sack (NeurologIQ) und Manuel Schäfer (ms-Industrieservice).
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thor Steinebach. Es könnte – abseits von einem wann auch immer auf den Markt kommenden Impfstoff – ein wirksames Instrument werden, um den Alltag mit dem Coronavirus zu normalisieren. Die Firma saniXTREME aus Bingen hat sich ein Desinfektionsmittel patentieren lassen, das nachgewiesen vielerlei Viren und antibiotikaresistente Keime abtötet. Klingt zunächst unspannend und nicht neu, doch ist diese hypochlorige Säure pH-neutral, nicht ätzend und sogar trinkbar. Sie kann also völlig unbedenklich u. a. in der Zahnmedizin eingesetzt werden.Und die Flüssigkeit kann nicht nur auf klassische Weise Anwendung finden, sondern zerstäubt ganze Räume desinfizieren. Die wichtigste Botschaft aber aus heimischer Sicht: Ohne die Firma Wezek aus Steinebach könnte das Mittel gar nicht hergestellt werden.

thor Steinebach. Es könnte – abseits von einem wann auch immer auf den Markt kommenden Impfstoff – ein wirksames Instrument werden, um den Alltag mit dem Coronavirus zu normalisieren. Die Firma saniXTREME aus Bingen hat sich ein Desinfektionsmittel patentieren lassen, das nachgewiesen vielerlei Viren und antibiotikaresistente Keime abtötet. Klingt zunächst unspannend und nicht neu, doch ist diese hypochlorige Säure pH-neutral, nicht ätzend und sogar trinkbar. Sie kann also völlig unbedenklich u. a. in der Zahnmedizin eingesetzt werden.Und die Flüssigkeit kann nicht nur auf klassische Weise Anwendung finden, sondern zerstäubt ganze Räume desinfizieren. Die wichtigste Botschaft aber aus heimischer Sicht: Ohne die Firma Wezek aus Steinebach könnte das Mittel gar nicht hergestellt werden. Denn aus dem Westerwald kommen die notwendigen Anlagen.

Unabhängiger von der Automobilindustrie werden

Der typische Mittelständler, spezialisiert auf Elektrotechnik und Industrieautomatisierung, arbeitet mit Hochdruck daran, unabhängiger von der schwächelnden Automobilbranche zu werden. Seit vielen Jahren hat man schon einen Fuß in der Tür der Chemie- und Medizintechnik (mit Niederlassung in Leverkusen). Daraus soll aber deutlich mehr werden.
Lange vor der Pandemie, im Jahr 2017, kamen die Steinebacher in Kontakt mit der Firma saniXTREME. Damals wurde ein erster Prototyp gebaut, um komplizierte Genehmigungsverfahren im Medizin- und Lebensmittelbereich überhaupt erst einleiten zu können. In diesem Jahr wurden bereits vier weitere Anlagen von Wezek produziert – seit jedes Kind weiß, was Corona ist, hat die ganze Sache eine ganz neue Dynamik bekommen. Inzwischen wird über fünf weitere Anlagen verhandelt.

Ohne Lobbyarbeit geht es nicht

Da aber weitere Tests notwendig sind und ohne Regulatorik in Deutschland nicht viel geht, ist parallel politische Lobbyarbeit angesagt, um Unterstützung zu erhalten. MdB Erwin Rüddel war bereits vor Ort, um sich von saniXTREME-Vorstand Marco Hess ins Bild setzen zu lassen. Gestern Nachmittag erhielten Landrat Dr. Peter Enders, MdL Michael Wäschenbach, IHK-Regionalgeschäftsführer Oliver Rohrbach und Kommunalpolitiker der Verbandsgemeinde alle wichtigen Informationen über das Projekt. Peter Klein, langjähriger Geschäftsführer von Wezek und als Beirat immer noch an vorderster Front aktiv, ließ keinen Zweifel aufkommen: Sollte das Mittel den Durchbruch schaffen, hätte das auch große Auswirkungen auf den Standort Steinebach.
Hat es eigentlich schon jetzt: Denn während überall Produktionsabläufe auf ein Minimum beschränkt wurden, brummte es im Steinebacher Industriegebiet. Gerade mal vier von 100 Mitarbeitern mussten nach Angaben von Klein in Kurzarbeit geschickt werden – auch das soll schnellstmöglich „behoben“ werden.

"Wir verstehen uns als Systemintegrator"

Projektleiter Marvin Werder erläuterte den Gästen den besonderen Clou: In zerstäubter Form könnte das Mittel z. B. Fitness-Studios, Konferenzräume und Schulklassen desinfizieren. „Es könnte auch für die Flugzeugtechnik sehr interessant sein.“ Eine Anlage könne pro Stunde 120 Liter produzieren. Das komplexe System vereint auf engstem Raum Mess- und Regeltechnik, Druck- und Füllstandsmesstechnik sowie fluidtechnische Reaktoren. Hinzu kommt die programmierbare Steuerung. „Wir kennen nicht die Details der Verfahrentechnik“, erklärte Klein. Dieses Know-how bleibe beim Kunden.
Als Partner-Unternehmer hat sich Wezek die Firmen NeurologIQ aus Siegen (mit Geschäftsführer Simon Sack) und ms-Industrieservice aus Betzdorf (Manuel Schäfer) mit ins Boot geholt. Denn: „Wir verstehen uns hier als Systemintegrator“, betonte Klein. Sollte saniXTREME mit dem Produkt den erwarteten Erfolg erzielen, ist man in Steinebach bereit, als verlässlicher Partner dauerhaft an der Seite zu stehen. Dann müsste sich laut dem früheren Firmenchef im nächsten Jahr nicht nur baulich etwas tun, auch zehn weitere Arbeitsplätze würden entstehen. Denn Wezek würde die Anlagen nicht nur fertigen, sondern auch Service und Wartung übernehmen. Und die Hoffnung ist nachvollziehbar, dass mit diesem Projekt auch andere Kunden aus der Medizintechnik auf das Können der Mittelständler aus der VG Betzdorf-Gebhardshain aufmerksam werden.

Blicken hoffnungsvoll der weiteren Entwicklung entgegen (v. l.): die Wezek-Geschäftsführer Patrick Kölzer und Thomas Krischer, Projektleiter Marvin Werder, Simon Sack (NeurologIQ) und Manuel Schäfer (ms-Industrieservice).
Auch MdB Erwin Rüddel (M.) wurde bereits über das Projekt  informiert, links im Bild saniXtREME-Vorstand Marco Hess.
Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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