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Drastische Steigerungen in Alsdorf
Friedhofsgebühren in der Realität angekommen

Der Alsdorfer Friedhof im Licht der kalten Wintersonne. Manchem Bürger dürfte auch ein ähnlich temperierter Schauer über den Rücken laufen, wenn er sich die neue Gebührenstaffelung näher betrachtet. Foto: thor
  • Der Alsdorfer Friedhof im Licht der kalten Wintersonne. Manchem Bürger dürfte auch ein ähnlich temperierter Schauer über den Rücken laufen, wenn er sich die neue Gebührenstaffelung näher betrachtet. Foto: thor
  • hochgeladen von Thorsten Stahl (Redakteur)

thor Alsdorf. Was da am Donnerstag Abend im Alsdorfer Ortsgemeinderat beschlossen wurde, könnte man ohne jeden Zweifel mit dem Begriff „Gebühren-Explosion“ in der Überschrift beschreiben. Weder Ortsbürgermeister Rudolf Staudt noch eines der Ratsmitglieder würde da groß widersprechen. Doch ganz so simpel ist es nicht: Zwar ist es Fakt, dass die Friedhofsgebühren drastisch steigen – einige Positionen gar um das Vierfache –, doch letztlich bleibt festzuhalten, dass diese Kosten schlicht und ergreifend in der Realität angekommen sind. Man kann es auch anders formulieren: In Alsdorf ist in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sehr günstig „gestorben worden“.

„Die Gebühren waren viel zu niedrig“, sagte denn auch Rudolf Staudt in seinen einleitenden Worten.

thor Alsdorf. Was da am Donnerstag Abend im Alsdorfer Ortsgemeinderat beschlossen wurde, könnte man ohne jeden Zweifel mit dem Begriff „Gebühren-Explosion“ in der Überschrift beschreiben. Weder Ortsbürgermeister Rudolf Staudt noch eines der Ratsmitglieder würde da groß widersprechen. Doch ganz so simpel ist es nicht: Zwar ist es Fakt, dass die Friedhofsgebühren drastisch steigen – einige Positionen gar um das Vierfache –, doch letztlich bleibt festzuhalten, dass diese Kosten schlicht und ergreifend in der Realität angekommen sind. Man kann es auch anders formulieren: In Alsdorf ist in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sehr günstig „gestorben worden“.

„Die Gebühren waren viel zu niedrig“, sagte denn auch Rudolf Staudt in seinen einleitenden Worten. Dabei stellte er auch Vergleiche mit den Nachbarkommunen an. Zuletzt sei die Gebührensatzung 2006 überarbeitet worden, und damals eigentlich nur wegen der Einrichtung der (neuen) Wiesengräber. Vermutlich seien einige Gebühren schon viel länger nicht erhöht worden. Die Verwaltung habe aber nun erstmals für Alsdorf eine Kalkulation auf Basis der tatsächlich anfallenden Kosten vorgelegt, so der Ortsbürgermeister. Zum Hintergrund: Seit etwa fünf Jahren wird genau die Stundenzahl der Bauhof-Mitarbeiter erfasst.

Diese Kalkulation sei durchaus plausibel gewesen, meinte Staudt, und die neuen Gebühren passten auch zu denen anderer Ortsgemeinden in der Region. Grundsätzlich gebe es ohnehin die Forderung der Aufsichtsbehörden, einen Friedhof möglichst kostendeckend zu betreiben.

Dabei hatte sich der Haupt- und Finanzausschuss zuvor bereits darauf verständigt, etwas unter den Vorschlägen der Verwaltung zu bleiben. Dennoch sind die Steigerungen mehr als nur deutlich: Staudt rechnete vor, dass ein Einzelgrab nunmehr in der Summe 2460 Euro kosten wird (vorher waren es 1000 Euro). Für die Beisetzung einer Urne in einem Wiesengrab werden 1250 Euro fällig (vormals 650 Euro).

Es wurden  durchaus auch selbstkritische Stimmen laut, weil man nicht schon vorher gegengesteuert habe. Denn die jetzige Erhöhung sei „nicht einfach zu ermitteln“, wie Johannes Greb (CDU) treffend anmerkte. Sein Fraktionskollege Achim Bechheim fand den geplanten Schritt aber unpassend: „Das ist schon eine heftige Geschichte für die Alsdorfer Bürger.“ Er schlug eine Erhöhung in mehreren Etappen, verteilt auf die nächsten Jahre, vor. Damit sei das Dilemma aber nicht geklärt, widersprach Marcus Hehn für die SPD-Fraktion. Die jetzige Erhöhung sei eine „faire und klare Lösung“. So war Bechheim am Ende der Einzige, der den Beschluss nicht mittragen wollte.

Für den Geldbeutel der Alsdorfer gibt es aber auch positive Nachrichten. Einstimmig verständigte sich der Rat darauf, die Steuersätze beizubehalten. Diese waren ohnehin erst im vergangenen Jahr erhöht worden. Hehn sah keine Notwendigkeit für ein erneutes Drehen an der Steuerschraube, zumal man sich seinerzeit auch für Planungssicherheit ausgesprochen habe.

Auch die Steuern für die rund 90 Hunde im Ort bleiben unverändert. Allerdings votierte der Rat dafür, dass diejenigen Halter, die einen Vierbeiner aus einem Tierheim übernehmen, für einen gewissen Zeitraum von der Steuer befreit werden sollen – was natürlich nicht für gefährliche Hunde gilt.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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