SZ

In der Tafel-losen Zeit
Gabenzaun an der Kreuzkirche

Die zwölfjährige Lara-Emmily aus Betzdorf mit einer Tüte voller Lebensmittel. Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester bestückte sie am Mittwoch den Gabenzaun – auch die Kinderecke, und zwar mit Spielsachen.
  • Die zwölfjährige Lara-Emmily aus Betzdorf mit einer Tüte voller Lebensmittel. Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester bestückte sie am Mittwoch den Gabenzaun – auch die Kinderecke, und zwar mit Spielsachen.
  • Foto: dach
  • hochgeladen von Achim Dörner (Redakteur)

dach Betzdorf. Es gibt sie, die Lichtblicke in dieser seltsamen und manchmal verstörenden Zeit. Einer davon ist die Aktion „Gabenzaun“, die am Mittwochmorgen an der Kreuzkirche in Betzdorf angelaufen ist. Hier kann man Tüten mit Lebensmitteln für diejenigen aufhängen, die es derzeit noch schwerer haben als sowieso schon.

Denn wie berichtet, hat derzeit die Betzdorfer Tafel geschlossen. In erster Linie, um die zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiter älteren Semesters vor einer etwaigen Infektion zu schützen. So verständlich diese Entscheidung ist (und sie soll an dieser Stelle keinesfalls infrage gestellt werden), so ist doch „eine empfindliche Lücke entstanden“, wie es Pfarrerin Anja Karthäuser im Telefonat mit der SZ ausdrückt.

dach Betzdorf. Es gibt sie, die Lichtblicke in dieser seltsamen und manchmal verstörenden Zeit. Einer davon ist die Aktion „Gabenzaun“, die am Mittwochmorgen an der Kreuzkirche in Betzdorf angelaufen ist. Hier kann man Tüten mit Lebensmitteln für diejenigen aufhängen, die es derzeit noch schwerer haben als sowieso schon.

Denn wie berichtet, hat derzeit die Betzdorfer Tafel geschlossen. In erster Linie, um die zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiter älteren Semesters vor einer etwaigen Infektion zu schützen. So verständlich diese Entscheidung ist (und sie soll an dieser Stelle keinesfalls infrage gestellt werden), so ist doch „eine empfindliche Lücke entstanden“, wie es Pfarrerin Anja Karthäuser im Telefonat mit der SZ ausdrückt. Daher sieht sie in der neuen Aktion eine große Chance, Bedürftigen auch in Zeiten von Corona unter die Arme greifen zu können.

Initiatorin ist Sarah Giermann-Striegl. „Ich habe mich gefragt, wie man helfen kann“, sagt die Betzdorferin, „jetzt, da alle Einrichtungen geschlossen sind“. In Großstädten seien solche Zäune ja „relativ üblich“. Gerade in der jetzigen Zeit sei diese Art der Hilfe ideal: „Das ist kontaktarm und eine schnelle Lösung.“ Für Betzdorf kam ihr sofort der Zaun an der Kreuzkirche in den Sinn. Sie habe bei Pfarrer Heinz-Günther Brinken angerufen, der sie an Kollegin Karthäuser vermittelte.

Hier, in der evangelischen Gemeinde Betzdorf, fiel die Idee sofort auf fruchtbaren Boden. „Wir fördern und unterstützen das“, so Pfarrerin Karthäuser. Sie habe beispielsweise ihre Kontakte zur Tafel, die von der Kirchengemeinde getragen wird, genutzt, um auf die Initiative aufmerksam zu machen. Und sogar einige Tafelkunden seien so begeistert, dass sie „etwas Geld zusammengekratzt und etwas gekauft haben, um es am Zaun aufzuhängen“. So werde ein Ort geschaffen, an dem man sich gegenseitig stützen könne. Die Pfarrerin verweist in diesem Zusammenhang an einen beliebten Sinnspruch: „Freude, die wir geben, kehrt ins eigne Herz zurück.“

Gestern Morgen wurden die ersten 25 Tüten aufgehängt, berichtet Sarah Giermann-Striegl: „Nach einer halben Stunde war der Zaun leer.“ Es ist jeder aufgerufen, dort etwas zu platzieren – und umgekehrt nur so viel mitzunehmen, wie benötigt wird. Nicht gewollt ist das Durchstöbern der einzelnen Tüten, sondern das Abnehmen „kompletter Pakete“. Das gilt auch für die „Kinderecke“: Hier hängen in erster Linie Spielsachen für die nun doch sehr langen Tage. Außerdem, so ist es am Zaun zu lesen, sei strikt darauf zu achten, die nötigen Abstände einzuhalten.

Wer gerne etwas spenden möchte, es aber nicht selbst an den Zaun hängen will, kann Lebensmittel auch in einer Kiste vor der Haustür von Sarah Giermann-Striegl legen: Eisenbahnstraße 17. „Solange Corona anhält“, sagt sie, „ist das wohl die einzige Möglichkeit, den Leuten zu helfen.“

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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