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Sanierungsfall „Haus Nazareth“: Geldsetzer sieht Kita-Position der CDU kritisch
Gehörig in der Zwickmühle

Die Weichenstellung für „Haus Nazareth“ in der Johannes-Krell-Straße im Betzdorfer Stadtteil Bruche beschäftigt die Politik zurzeit sehr.
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  • Die Weichenstellung für „Haus Nazareth“ in der Johannes-Krell-Straße im Betzdorfer Stadtteil Bruche beschäftigt die Politik zurzeit sehr.
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  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

goeb Betzdorf. Auch Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer (SPD) ist der Überzeugung, dass Betzdorfs Stadtteil Bruche weiterhin eine Kindertagesstätte haben sollte, die kurzläufig für die Familien erreichbar ist. Notfalls müsse sie neu errichtet werden, sagte Geldsetzer auf SZ-Nachfrage gestern. Allerdings: Die Begleitumstände seien alles andere als einfach, die Finanzlage Betzdorfs nicht rosig.
Möglicherweise müsse man deswegen auch andere Optionen ins Kalkül ziehen. „Uns fehlen schon jetzt Kita-Plätze, und dieser Engpass wird sich in naher Zukunft noch weiter verschärfen.“
Zum Hintergrund: Im „Haus Nazareth“, das sich in kirchlicher Trägerschaft befindet, wurde vor geraumer Zeit Schimmelbefall festgestellt.

goeb Betzdorf. Auch Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer (SPD) ist der Überzeugung, dass Betzdorfs Stadtteil Bruche weiterhin eine Kindertagesstätte haben sollte, die kurzläufig für die Familien erreichbar ist. Notfalls müsse sie neu errichtet werden, sagte Geldsetzer auf SZ-Nachfrage gestern. Allerdings: Die Begleitumstände seien alles andere als einfach, die Finanzlage Betzdorfs nicht rosig.
Möglicherweise müsse man deswegen auch andere Optionen ins Kalkül ziehen. „Uns fehlen schon jetzt Kita-Plätze, und dieser Engpass wird sich in naher Zukunft noch weiter verschärfen.“
Zum Hintergrund: Im „Haus Nazareth“, das sich in kirchlicher Trägerschaft befindet, wurde vor geraumer Zeit Schimmelbefall festgestellt. „Bei meinem Amtsantritt haben wir uns sämtliche Kitas angeschaut, und da gab es das Problem bereits.“ Zwar bestehe nach einer Sanierung für die Kinder keine Gefahr, doch die Frage der entstandenen Kosten sowie der Folgekosten sei eine von mehreren ungelösten Fragen.

CDU setzt sich für Kita in Bruche ein

Geldsetzer reagierte damit auf eine Kritik der CDU-Stadtratsfraktion, die am Samstag in der SZ erschienen ist. Wie berichtet, hatten die Christdemokraten darin ihre Sicht dargestellt. Die CDU-Fraktion setze sich uneingeschränkt für einen Kita-Standort in Bruche ein. Die kirchliche Trägergesellschaft sei bereit, die Kita weiterzuführen. Vom Bistum sollte zu den Sanierungskosten ein Zuschuss von 35 Prozent gezahlt werden. Die Pfarrei Bruche, heißt es weiter, habe die Sanierung zum Anlass genommen, das Haus der Stadt zum Kauf anzubieten.

CDU will Kita Bruche erhalten

Die CDU sprach sich gegen die Schließung des Standorts Bruche und die jetzt diskutierte Umverteilung von Kindergartenplätzen auf die noch im Umbau befindliche Kita in der Schützenstraße und den Kindergarten in der Martin-Luther-Straße aus. Gegen eine Verlagerung in andere Stadtteile, so die CDU, sprächen soziale und strukturelle Gründe sowie Gründe des Umweltschutzes wegen der weiten Anfahrtswege (Staus usw.). Sollte ein Kauf zu teuer sein, bestünde nach CDU-Auffassung noch die Möglichkeit, das Kloster in Bruche bzw. das Gelände zu nutzen.

Anfahrtswege bis 5 Kilometer zumutbar

Der rechtliche Hintergrund lässt indes größeren Spielraum. Zwar müssen Kommunen Betreuungsplätze anbieten, den Familien werden allerdings Anfahrtswege von bis 5 Kilometer Entfernung zugemutet.
„Es ist leider wie so oft: Betriebs- und auch Bauträger sind nicht in der Lage, unseren Erzieherinnen und Kindern einen adäquaten und gesunden Platz zur Verfügung zu stellen, und sofort ertönt der Hilfeschrei in Richtung Staat, in diesem Fall Stadt Betzdorf, recht schnell“, kritisierte Geldsetzer.
„Ich bin mir der Verantwortung für unsere Kinder, Erzieherinnen und Eltern aber sehr wohl bewusst und daher arbeite ich seit vielen Monaten mit Hochdruck und Kompromissbereitschaft daran, eine Lösung in der für mich schwer zu ertragenden Situation Haus Nazareth zu finden.“
Es gehe ihm nicht darum, eine „sehr gut funktionierende, gewachsene Einheit zu zerstören“, wie es die CDU unterstelle, „sondern darum, für unsere hochverschuldete Stadt zumutbare Verhältnisse zu schaffen“.

„Hoher sechsstelliger Betrag für Sanierung“

Geldsetzer will mit dem Stadtrat im Januar, spätestens im Februar, eine Ortsbesichtigung vor einer Ratssitzung durchführen. „Dann kann sich jeder selbst ein besseres Bild über den Gebäudezustand machen.“ Die Ratssitzung im Dezember, wo man entscheiden wollte, ob Betzdorf Haus Nazareth in der Johannes-Krell-Straße kauft, musste Corona-bedingt abgesagt werden.
Geldsetzer weiter: „Unabhängig davon: wenn die CDU behauptet, die Kita werde recht schnell geschlossen, falls die Kommune die Bauträgerschaft nicht übernehme, dann weiß sie scheinbar mehr als ich. Ich hoffe nur stark, dass auch Betriebs- und Bauträger einen Plan B in der Tasche haben, wie ihn die Stadt Betzdorf hat.“
Die CDU-Pläne bezüglich Kita im oder am Kloster nannte Geldsetzer blauäugig. Zum einen gehöre der Stadt die Immobilie nicht. Eine Inspektion mit dem Bauamt habe ferner ergeben, dass eine Senioren-Einrichtung dort sinnvoller untergebracht wäre.
„Die CDU vergisst die Ursache“, sagte Geldsetzer abschließend. „Selbst wenn die Stadt das Gebäude für 1 Euro kaufte, bliebe ein hoher sechsstelliger Betrag an weiterer Sanierung.“ Dass schon jetzt Kita-Plätze knapp seien, mache die Sache nicht einfacher.

Die Weichenstellung für „Haus Nazareth“ in der Johannes-Krell-Straße im Betzdorfer Stadtteil Bruche beschäftigt die Politik zurzeit sehr.
Die Einrichtung hat 75 Plätze und gehört der Katholischen KiTa gGmbH Koblenz.
Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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