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Haus Nazareth in Bruche
Gesundheitsamt macht Schimmel-Kita dicht

Nun ist das komplette Gebäude des Kindergartens Haus Nazareth geschlossen. Dafür hat das Gesundheitsamt gesorgt.
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  • Nun ist das komplette Gebäude des Kindergartens Haus Nazareth geschlossen. Dafür hat das Gesundheitsamt gesorgt.
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dach/rai Bruche. Zunächst hatte der Träger selbst einen Gruppenraum geschlossen, nun ist das komplette Kita-Gebäude dicht. Das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung hat das Haus Nazareth in Bruche gewissermaßen vom Netz genommen – mit sofortiger Wirkung.

Wie berichtet, waren in einem der Gruppenräume bei einer Messung eine „signifikante Konzentration an Schimmelpilzsporen“ festgestellt worden, in zwei weiteren Räumen „Auffälligkeiten“. Konkreter Anlass für die Untersuchung war eine körperliche Reaktion eines der Kinder.
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dach/rai Bruche. Zunächst hatte der Träger selbst einen Gruppenraum geschlossen, nun ist das komplette Kita-Gebäude dicht. Das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung hat das Haus Nazareth in Bruche gewissermaßen vom Netz genommen – mit sofortiger Wirkung.

Wie berichtet, waren in einem der Gruppenräume bei einer Messung eine „signifikante Konzentration an Schimmelpilzsporen“ festgestellt worden, in zwei weiteren Räumen „Auffälligkeiten“. Konkreter Anlass für die Untersuchung war eine körperliche Reaktion eines der Kinder.

Haus Nazareth: Schimmel-Kita geschlossen

Auf Anfrage heißt aus der Kreisverwaltung: „Zunächst war man nach den Ergebnissen der Raumluftanalysen davon ausgegangen, dass man die Schließung auf einen Gruppenraum beschränken könnte, da aber bereits ein Kind aus einer anderen Gruppe eine ärztlich attestierte Allergie gegen Schimmelsporen entwickelt hat, ist aus Sicht des Gesundheitsamtes die Nutzung der anderen Gruppenräume nicht mehr tolerierbar.“
Vor allem Kita-Mütter hatten bereits seit zwei Jahren den Schimmel im Gebäude, der teils mit Folien abgeklebt wurde, immer wieder angeprangert. Dabei hat sich der Ton gegenüber den Trägern – für den Betrieb ist die Kita gGmbH Koblenz des Bistums Trier zuständig, für das Gebäude die Pfarrei Hl. Familie Bruche – im Laufe der Zeit deutlich verschärft.

"Die Kirche" soll Trägerschaft der Kita abgeben

Am Mittwoch haben die Eltern mit einer Unterschriftenaktion begonnen: Sie möchten erreichen, dass „die Kirche“, wie es von ihnen schlicht wahrgenommen wird, die komplette Trägerschaft an die Stadt Betzdorf abgibt – die sie auch gerne übernehmen würde.

„Die Kinder werden total vergessen“, sagte etwa Yvonne Sommer. Diesen Eindruck habe sie als Mutter. Zwei Jahre habe man Zeit gehabt, um etwas zu tun. Nun treten die Eltern ihrerseits in Aktion. Nach der Hiobsbotschaft bezüglich der Schimmelpilzsporen und der Schließung des Gruppenraums „Drachenschlucht“ will deren Vertretung zeigen, dass „die Eltern kein Interesse haben, dass die Kita in der Trägerschaft der Kirche bleibt“, so Verena Bläcker-Hoof. „In unseren Augen ist das Vertrauen gegenüber der Kirche zerstört“, so die Elternausschussvorsitzende. Sie sieht keine Chance, dass es wieder hergestellt werden könnte.

Mutter Yvonne Sommer gab ihre Unterschrift und unterstützte die Intention des Elternausschusses: Die Kirche solle die Trägerschaften abgeben.
  • Mutter Yvonne Sommer gab ihre Unterschrift und unterstützte die Intention des Elternausschusses: Die Kirche solle die Trägerschaften abgeben.
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Man habe auf das Gespräch zwischen Stadt und Bistum am Dienstag gehofft (die SZ berichtete). Demnach habe das Bistum dabei zwei Angebote unterbreitet: Eines mit einem niedrigen Kaufpreis für das Gebäude, bei dem die Betriebsträgerschaft allerdings bei der Kita gGmbH bleiben würde. Das andere für eine „unrealistisch hohe Summe“, bei der die Stadt dann aber die Trägerschaft bekomme.
In Gesprächen mit an der Sache Beteiligten abseits des Protokolls fällt in diesem Zusammenhang durchaus schon mal das Wörtchen Erpressung.

Stadtrat Betzdorf tagt am Donnerstagabend

Am Donnerstagabend tagt der Betzdorfer Stadtrat, der sich mit der Angelegenheit beschäftigen wird, wie Benjamin Geldsetzer bestätigte. Allerdings im nicht-öffentlichen Teil, weil es sich um eine Grundstückangelegenheit handele. Was in der Einwohnerfragestunde geschieht, steht freilich auf einem anderen Blatt.

Der Stadtbürgermeister erinnerte aber an seine Aussage vom Vortag: „Unser Angebot steht.“ Er meinte damit den Vorschlag seitens der Stadt Betzdorf, als Provisorium für den Kita-Betrieb das leerstehende Schulgebäude an der Martin-Luther-Straße zu nutzen, das der Verbandsgemeinde gehört. Zwar habe die Stadt eigentlich keine Aktien in Sachen Haus Nazareth, solange das Bistum nicht sein Okay gebe. Aber: „Es geht jetzt um die Kinder“, so Geldsetzer. Am Freitag werde er ein Team in den Gebäudekomplex schicken, das die einzelnen Räume auf ihre Kita-Tauglichkeit hin in Augenschein nehmen soll.

Diese Lösung favorisiert auch der Kreis, der aber selbst keine Entscheidungsbefugnis hat. Dessen Jugendamt arbeitet allerdings dem Landesjugendamt zu, das die Fachaufsicht innehat. Das Landesjugendamt hat für 22. September eine Begehung des Gebäudes an der Martin-Luther-Straße, in dem die Kita gGmbH bereits eine andere Kita betreibt, anberaumt.
Bis eine Ausweichlösung geschaffen ist, müssen die Kinder des Hauses Nazareth offenbar zu Hause bleiben. Denn erst dann, so schreibt die Kita gGmbH an die Eltern, dürfe man wieder eine Betreuung anbieten.

Nun ist das komplette Gebäude des Kindergartens Haus Nazareth geschlossen. Dafür hat das Gesundheitsamt gesorgt.
Mutter Yvonne Sommer gab ihre Unterschrift und unterstützte die Intention des Elternausschusses: Die Kirche solle die Trägerschaften abgeben.
Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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