Narren waren zum Abschluss gut drauf (mit Bildergalerie)
Großes Finale mit dem Wesser Fastowendszoch

Impressionen vom Veilchendienstagszug in Wissen.
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goeb Wissen. Blaue Fensterchen am Himmel und ein zwar frisches, aber trockenes Lüftchen: Die Wissener Karnevalisten konnten froh sein, dass am Veilchendienstag beim mutmaßlich größten Karnevalsumzug im Kreis Altenkirchen ein solches Traumwetter herrschte.

Bis zu 25 000 Zuschauer an den Straßen wurden von der Wissener Karnevalsgesellschaft als Ausrichterin erwartet und dazu über 60 Motivwagen und Fußgruppen zwischen Startpunkt Im Kreuztal ab Polizeiwache und dem Ausklang in Richtung Koblenzer Straße. Auf über 1700 Zugteilnehmer kann die KG verweisen.

Allerdings geht der Veilchendienstagszug 2020 wohl als der „Zoch“ in die närrischen Annalen ein, wo sich kaum noch einer an die Reihenfolge des Programms gehalten hat. Es war diesmal oft ein Rätselraten, wer denn gerade vorbeidefilierte. Allein die Morsbacher, jedes Jahr eine echte, vor allem kompakte „Streitmacht“ im Zug, waren aufgerieben und versprengt, sodass Prinz Stefan II. nach seiner Tanzgarde oder seiner Kindergarde nach beiden Richtungen Ausschau halten musste.
Doch sei’s drum: Der Veilchendienstagszug bot wieder einmal Qualität an der mittleren Sieg, und das lag an der Mischung aus Motivwagen der Region, den „Infanteristen“ sowie an den sechs Musikkapellen, die man zeitlich über die mehr als zwei Stunden über das Spektakel verteilt hatte, angefangen beim Spielmannszug Alte Kameraden Niederhövels (Tambourmajor Frank Zimmer) über den MV Rot-Weiß Nauroth (Dirigent Markus Müller), dem MV Brunken (Nadine Reuber), dem MV Kausen (Marcus Rink), die Bergkapelle Vereinigung 1903 Birken Honigs-essen (Kapellmeister Sven Hellinghausen) bis zur Stadt- und Feuerwehrkapelle Wissen 1901 unter der Leitung von Kapellmeister Christoph Becker.

Letztere spielten für die lange Flotte der der KG Wissen quasi als Hauskapelle. Ausgerechnet das Mini-Tanzcorps hüpfte so doll synchron auf der Lkw-Bühne, dass der ganze Wagen vor Freude hüpfte. Und auch die „Wesser Mädchen en rut un weijß“ (KG Ladys in Red) bewegten sich im Rhythmus auf der Straße, ehe Kommandant Robin Stricker (Prinzengarde), der Elferrat und last not least der Prunkwagen Ihrer Tollitäten Prinzessin Sabrina I. und Kinderprinz Tom I. den Straßenkarneval der Session 2019/2020 abschlossen.

Ein Hingucker waren die Crazy Pudels (35. Zugteilnahme!), die mit 14 Paddlern und einem Steuermann die MS Siegauster über die Straßen schippern ließen. Das Thema Siegbrücke wurde zweimal aufgegriffen. Platz 1 in der Kategorie Originalität gewannen „Designer Ungerdorfbröcke“, die je ein mehrspuriges Autobrückenmodell als Bauchladen vor sich hertrugen.

Die Wissener WPOM griffen das Brückenthema ebenfalls auf und bezweifelten wohl die Baufälligkeit der alten Siegbrücke. Und als wollten sie das unter Beweis stellen, hüpften auch sie im Gleichmaß auf ihrem Wagen herum, dass die Schwingungen noch auf dem Asphalt zu spüren waren.

Zwei echte Ärzte und echte medizinische Fachangestellte sowie Stadtbürgermeister Berno Neuhoff griffen in ihrem erst tags zuvor fertiggestellten Beitrag den Stunk mit der Kassenärztlichen Vereinigung auf, die bekanntlich in diesem Jahr die Bereitschaftsdienstzentrale Wissen schließen will.
Da gab es für den KC Volle Runde nur Platz 2, denn die konnten auf ihrem Wagen zwar mit weißen Kitteln gegen den Ärztemangel antanzen. Anders als die echten Ärzte, die Aspirin beim Zug dabeihatten, dürften die es an Aschermittwoch hervorkramen.

Wie immer haderten beim Fastowendszoch die „Winterlinge“ mit den „Frühjahrsanbetern“: Eskimos und Eisbären der Karnevalsfreunde Elbergrund gegen die Fidelen Jongen Pracht mit saftig grünem Haarwuchs.

Möglicherweise wächst das Gras zukünftig bei uns das ganze Jahr über. Wenig abgewinnen konnte allerdings die Formation DWKF, die u. a. die Klimaaktivistin Greta Thunberg in ihr „Gruselkabinett“ einreihte. Seltsame Mischung: Angela Merkel befand sich ebenso in der Geisterbahn wie Staatenlenker Donald Trump oder Nordkoreas Diktator Kim Jong Un.

In ganz finstere Zeiten entführten die Karnevalsfreunde Wissen mit dem Thema Jurassic Park. Der Tyrannosaurus rex auf der Flanke ihres Wagens schien schlechte Laune und Hunger zu haben.
Das Lied „Ich bin nur ein Funkenmariechen“ hörte man vom Wagen der HCC-Prinzengarde. Was heißt da „nur“? Funkenmariechen gehören zum Karneval wie die Kamelle, und als der schwere Lkw der Spedition Herrmann voll einschwenkte, damit der Sattelzug rechtwinklig von der Rathausstraße in die Rahm abbiegen konnte, wurde mit einem Mal klar: Mensch, Karneval ist schon wieder vorbei!

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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