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Gemeinsamer Antrag für beide VG-Räte
Gutscheine für Schwimmkurse

Die Fakten sind klar: Immer mehr Kinder verlassen die Grundschulen als Nichtschwimmer. Um das zu ändern, fehlt es nicht an gutem Willen, sondern vor allem an Ressourcen und Kapazitäten.
  • Die Fakten sind klar: Immer mehr Kinder verlassen die Grundschulen als Nichtschwimmer. Um das zu ändern, fehlt es nicht an gutem Willen, sondern vor allem an Ressourcen und Kapazitäten.
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thor Betzdorf/Kirchen. Die Sozialdemokraten in den beiden Verbandsgemeinden Kirchen und Betzdorf-Gebhardshain schlagen kurz vor Jahresende mit einem gemeinsamen Antrag auf: Alle Kinder der Grundschulen sollen einen Gutschein für einen Schwimmkurs im Molzberg-Bad erhalten. Darüber werden die Räte parallel in ihren jeweiligen Sitzungen am 16. Dezember befinden müssen. Schon jetzt steht aber fest: So sehr die Initiative im Grundsatz zu begrüßen ist, so schwierig dürfte die konkrete Umsetzung werden.
Immer weniger Kinder lernen schwimmen
Der Hintergrund ist selbsterklärend. Nicht nur in den beiden Verbandsgemeinden, sondern deutschlandweit gibt es immer weniger Kinder, die schwimmen können.

thor Betzdorf/Kirchen. Die Sozialdemokraten in den beiden Verbandsgemeinden Kirchen und Betzdorf-Gebhardshain schlagen kurz vor Jahresende mit einem gemeinsamen Antrag auf: Alle Kinder der Grundschulen sollen einen Gutschein für einen Schwimmkurs im Molzberg-Bad erhalten. Darüber werden die Räte parallel in ihren jeweiligen Sitzungen am 16. Dezember befinden müssen. Schon jetzt steht aber fest: So sehr die Initiative im Grundsatz zu begrüßen ist, so schwierig dürfte die konkrete Umsetzung werden.

Immer weniger Kinder lernen schwimmen

Der Hintergrund ist selbsterklärend. Nicht nur in den beiden Verbandsgemeinden, sondern deutschlandweit gibt es immer weniger Kinder, die schwimmen können. Für Rheinland-Pfalz hat die Uni Landau den Anteil derjenigen, die am Ende der Grundschule immer noch Schwimmflügel benötigen, auf 33 bis 40 Prozent geschätzt.

„Bedingt durch die Pandemie sind viele Unterrichtsstunden im Schwimmen ausgefallen. Immer mehr Kleinkinder können nicht schwimmen. Wir wissen auch, dass die Lehrer diesen enormen Aufwand, jedem Kind das Schwimmen beizubringen aufgrund des Arbeitsaufkommens und der mangelnden Ressourcen nicht immer nachkommen können“, schreibt die SPD der VG Kirchen in der Antragsbegründung.

Die Umsetzung ist problematisch

Erfahrungsgemäß, so die Genossen weiter, brauche ein Kind etwa 20 Übungsstunden mit je 30 Minuten, bis es schwimmen könne und reif für das „Seepferdchen“ sei. „Wir wollen mit diesem Gutschein Kinder ermuntern, das Schwimmen zu erlernen. Mit diesem Gutschein wird nicht nur die Bewegung der Kinder gefördert; auf diese Weise würden auch die Sportvereine gestärkt und so dem Mitgliederschwund entgegen gewirkt.“

Pro Gutschein kalkuliert die SPD mit 60 Euro. Bei ca. 750 Grundschulkindern in der VG Kirchen beliefen sich die Kosten auf ca. 45.000 Euro. Die Verteilung soll über die Grundschulklassen erfolgen, der Gutschein selbst eine Gültigkeit von drei Jahren haben. Die Verwaltung soll zudem prüfen, ob Fördermittel abgerufen werden können.

Aber bis es soweit ist, dürfte erst einmal die praktische Umsetzung diskutiert werden – darüber ist sich auch die Fraktionsvorsitzende Angelika Buske im Klaren: „Die Verwaltung müsste auch erstmal die Kapazitäten prüfen. Wir wissen auch, dass die Schwimmkurse ausgebucht sind. Das ist das Problem, das wir haben. Die Frage ist die, wo kriege ich einen privaten Schwimmlehrer her?“

Personelle Ressourcen in den Schulen fehlen

Diese Frage kann der SPD auch Christoph Weber als Geschäftsführer der Freizeitbad Molzberg GmbH nicht beantworten. Er will den Diskussionen in den Räten nicht vorgreifen, allerdings sähen – trotz der guten Intention – die Realitäten so aus: „Ich habe weder Wasserzeiten, noch Fläche, noch geschultes Personal.“ Weber selbst wird eventuell einen anderen Vorschlag vormachen: die Einrichtung eines zusätzlichen Grundschul-Schwimmtages.

Bislang findet montags und dienstags vormittags Schwimmunterricht auf dem Molzberg statt. Insgesamt zwölf Schulen nutzen nach Angaben des Geschäftsführes das Bad, darunter vier Grundschulen aus der VG Kirchen und drei aus der Alt-VG Betzdorf.

Weiteres Problem: Wenn man den Unterricht ausbaue, müssten natürlich in den Schulen genügend personelle Ressourcen in Form von Qualifikationen zur Verfügung stehen. Und klar sei auch: Wo immer man zusätzliche Angebote schaffe, müsse man auch irgendwo anders etwas wegnehmen.
Die Freizeitbad Molzberg GmbH hatte übrigens schon vor zehn Jahren – vergeblich – ein eigenes Konzept zum Schulschwimmen vorgelegt. Ähnliche Pläne werden nun weiter südlich in Rheinland-Pfalz als Modellprojekt verkauft.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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