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Tierhalterin weist vor Gericht alle Schuld von sich
Hand bei Hundeattacke zerfetzt

Durch die Bisse eines Hundes erlitt ein Mann aus Niederschelderhütte schwere Verletzungen an der Hand. Der Vorfall hatte jetzt ein Nachspiel vor dem Amtsgericht in Betzdorf. Hatte die Besitzerin des Tieres vergessen, ein Gartentor zu schließen, sodass das Tier entwischen konnte?
  • Durch die Bisse eines Hundes erlitt ein Mann aus Niederschelderhütte schwere Verletzungen an der Hand. Der Vorfall hatte jetzt ein Nachspiel vor dem Amtsgericht in Betzdorf. Hatte die Besitzerin des Tieres vergessen, ein Gartentor zu schließen, sodass das Tier entwischen konnte?
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  • hochgeladen von Marc Thomas

nb Betzdorf/Niederschelderhütte. Seine linke Hand blutete heftig, er war im Schockzustand, schaffte es gerade noch, sich nach Hause zu schleppen: Den 25. September 2020 wird Manfred T. (Namen von der Redaktion geändert) nicht so schnell vergessen. An diesem Tag war der Hundebesitzer mit seinem Vierbeiner auf seiner üblichen Spazierrunde in Niederschelderhütte unterwegs.

Dabei passierte er wie stets auch ein Grundstück, an dem sich, wie so oft, ebenfalls ein Hund tummelte. Dass das Exemplar einer mittelgroßen Rasse immer am Zaun hochspringt, wusste Manfred T. aus Erfahrung, aber dieses Mal war alles anders.

„Der kam so aus dem Grundstück rausgeschossen“, erinnerte sich der 60-Jährige an jenen folgenschweren Moment. Der Hund, den Manfred T.

nb Betzdorf/Niederschelderhütte. Seine linke Hand blutete heftig, er war im Schockzustand, schaffte es gerade noch, sich nach Hause zu schleppen: Den 25. September 2020 wird Manfred T. (Namen von der Redaktion geändert) nicht so schnell vergessen. An diesem Tag war der Hundebesitzer mit seinem Vierbeiner auf seiner üblichen Spazierrunde in Niederschelderhütte unterwegs.

Dabei passierte er wie stets auch ein Grundstück, an dem sich, wie so oft, ebenfalls ein Hund tummelte. Dass das Exemplar einer mittelgroßen Rasse immer am Zaun hochspringt, wusste Manfred T. aus Erfahrung, aber dieses Mal war alles anders.

„Der kam so aus dem Grundstück rausgeschossen“, erinnerte sich der 60-Jährige an jenen folgenschweren Moment. Der Hund, den Manfred T. als „sehr aggressiv“ bezeichnet, biss ihn in die linke Hand und fügte ihm massive Verletzungen zu. Für Manfred T. folgte eine Notoperation in einer Siegener Klinik und ein anschließender stationärer Krankenhausaufenthalt, für Saskia H., die Besitzerin des Hundes, der attackiert hatte, ein Strafbefehl.

"Der kam so aus dem Grundstück rausgeschossen."
Manfred T.
Opfer der Hundeattacke

Bei einem Strafbefehl läuft das Procedere eigentlich ohne mündliche Hauptverhandlung ab, es sei denn, der oder die Beschuldigte legt Einspruch ein. Genau das tat Saskia H. und so musste sie nun auf der Anklagebank des Betzdorfer Amtsgerichts Platz nehmen.
Die 29-Jährige war ohne Verteidiger erschienen und schilderte in hektischer Sprechweise ihre Sicht der Dinge.

Hund schon öfter weggerannt

Ja, ihr Hund sei schon öfters weggerannt, räumte sie ein und ja, er belle und renne hin und her, wenn Menschen an dem Zaun vorbeigingen. Dass ihr Hund allerdings Manfred T. attackiert haben sollte, das wies sie vehement von sich: „Er würde niemals Menschen beißen, so ist er nicht.“ Sie habe sogar eine Bescheinigung vom Veterinäramt, dass das Tier, das im Übrigen inzwischen einen Maulkorb tragen muss, „grundsätzlich freundlich“ sei.

Im wahrsten Sinne Dreh- und Angelpunkt des Ganzen war das Törchen, das zum Grundstück von Saskia H. führt. Die Beschuldigte selbst hatte sich von Anfang an auf das Törchen „gestürzt“, ohne dass Richter Tim Hartmann, der die junge Frau zwischendurch „einbremsen“ musste, sie überhaupt darauf angesprochen hatte.

Durch seltsames Bellen aufmerksam geworden

Nach einem gemeinsamen Spaziergang mit dem Hund und einem Freund habe sie, was der Freund im Zeugenstand bestätigte, das Tor geschlossen, der Hund sei noch im abgezäunten Garten herumgelaufen. Erst etwas seltsames Bellen habe sie dann später auf den Plan gerufen. Daraufhin, so Saskia H., habe sie aus dem Fenster und das offene Tor gesehen.

Als sie dann nach draußen lief, sei die Gartenpforte allerdings wieder geschlossen gewesen, und der Hund habe innerhalb der Umzäunung gesessen. „Es kann niemand behaupten, dass das mein Hund war“, so die 29-Jährige.

12 Zentimeter lange Bisswunden

Manfred T. hatte aber nicht nur den Hund erkannt, sondern nach eigener Aussage auch gesehen, dass das Törchen offenstand. Dann aber, so der 60-Jährige sarkastisch, sei er „genug mit sich selbst beschäftigt“ gewesen. Schließlich hatte er eine insgesamt 12 Zentimeter lange Bisswunden davongetragen, die Hand war regelrecht „freigelegt“: „Es war heftig, ja.“

Richter Hartman wandte sich mit einem Seufzer an Saskia H.: Ob sie nicht doch vergessen haben könnte, das Tor zu schließen? Die Hundebesitzerin aber blieb bei ihrem Nein. Hartmann versuchte es daraufhin mit einem weiteren Brückenschlag und verwies auf den ursprünglichen Strafbefehl: „Man muss sagen, dass man hier mit 25 Tagessätzen ganz gut wegkommt.“

Einspruch gegen den Strafbefehl zurückgenommen

Da lenkte Saskia H. ein und nahm den Einspruch gegen den Strafbefehl zurück. Außerdem entschuldigte sie sich bei Manfred T.

25 Tagessätze à 20 Euro muss die Hartz-IV-Bezieherin nun zahlen. Allerdings ist die Geschichte damit für sie noch nicht zu Ende – es läuft auch noch ein Zivilverfahren.

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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