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Fronten um Gebäudekauf mit Stadt verhärtet
Haus Nazareth: Kirche gibt bei Trägerschaft nach

Ab November werden die Kinder der Kita Haus Nazareth wohl hier betreut: im Ausweichquartier an der Martin-Luther-Straße.
  • Ab November werden die Kinder der Kita Haus Nazareth wohl hier betreut: im Ausweichquartier an der Martin-Luther-Straße.
  • Foto: rai
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

dach Bruche/Betzdorf. Das Bistum Trier ist bereit, die Kita Haus Nazareth an die Stadt Betzdorf abzugeben. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der SZ hervor. Darin heißt es wörtlich: „Aufgrund der vorherrschenden schwierigen Sachlage steht die kirchliche Seite einer Überführung der Betriebsträgerschaft in kommunale Hände offen gegenüber.“ Bislang hatte das Bistum bzw. dessen zuständige Kita gGmbH stets auf eine weitere Trägerschaft beharrt. Zur Erinnerung: In der Einrichtung im Betzdorfer Ortsteil Bruche schimmelt es in zwei Gruppenräumen. Zuletzt hatte das Gesundheitsamt die Kita geschlossen.

dach Bruche/Betzdorf. Das Bistum Trier ist bereit, die Kita Haus Nazareth an die Stadt Betzdorf abzugeben. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der SZ hervor. Darin heißt es wörtlich: „Aufgrund der vorherrschenden schwierigen Sachlage steht die kirchliche Seite einer Überführung der Betriebsträgerschaft in kommunale Hände offen gegenüber.“ Bislang hatte das Bistum bzw. dessen zuständige Kita gGmbH stets auf eine weitere Trägerschaft beharrt. Zur Erinnerung: In der Einrichtung im Betzdorfer Ortsteil Bruche schimmelt es in zwei Gruppenräumen. Zuletzt hatte das Gesundheitsamt die Kita geschlossen.

Haus Nazareth: Schimmel-Kita geschlossen

Eltern stellen sich nach Schimmeldrama komplett gegen die Kirche

Seit dieser Woche nun gibt es eine Notbetreuung, aufgeteilt auf die katholischen Kitas in Scheuerfeld und am Alsberg, wie Verena Bläcker-Hoof mitteilt. Sie ist Vorsitzende des Elternausschusses der Brucher Kita. Die Eltern hatten sich nach dem Schimmeldrama komplett gegen die Kirche als weiteren Träger der Einrichtung gestellt – und für eine Übernahme durch die Stadt Betzdorf plädiert.
Die Betriebsträgerschaft ist die eine Sache, die Bauträgerschaft die andere. Das Gebäude gehört der Pfarrei Hl. Familie Bruche. Und die befindet sich derzeit in Verhandlungen mit der Stadt über einen Verkauf. Allerdings scheinen die Fronten im Moment etwas verhärtet.

Kirche soll Trägerschaft für Kita Haus Nazareth abgeben

Nach einem Gutachten hatte die kirchliche Seite ein Angebot unterbreitet, das einen Erbbaurechtsvertrag über 99 Jahre vorsah, samt Zins in Höhe von 5 Prozent – der solange ausgesetzt worden wäre, wie hier eine katholische Kita betrieben wird. Das Bistum schreibt: „Auf diesen Vorschlag, der auch eine Beschleunigung der Entscheidungen über Sanierung etc. herbeiführen könnte, wurde lange Zeit nicht reagiert und letztendlich von der Stadt abgelehnt.“ Vielmehr sei das Gegenangebot der Stadt ein marginaler Symbolpreis gewesen. Doch das Bistum Trier könne, aufgrund der angespannten Finanzlage, Immobilien nicht unter Wert veräußern.

Bürgermeister Benjamin Geldsetzer spricht von "Verdrehung der Tatsachen"

Das alles sieht Betzdorfs Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer etwas anders, er spricht von einer „kompletten Verdrehung der Tatsachen“. Die Stadt habe ihrerseits stets binnen Stunden oder Tagen auf neue Entwicklungen reagiert. Die kirchliche Seite indes habe sich jeweils Monate Zeit gelassen. Geldsetzer: „Seit zwei Jahren laufen wir der Sache hinterher…“ Aktuell warte er wieder, und zwar auf ein neuerliches Angebot von Pfarrgemeinde bzw. Bistum. Der Vorschlag mit dem Erbbaurecht komme indes für die Stadt nicht infrage. Geldsetzers Beispiel: In zehn Jahren ziehe sich die Kirche aus der Kita zurück – und die Stadt müsse dann 89 Jahre lang einen „Wucherzins“ zahlen, um das Grundstück am langen Ende doch wieder abzugeben. Und: Ein zweites Angebot der Stadt sei alles andere als marginal gewesen.
Geldsetzer hat nach eigenem Bekunden allerdings wenig Interesse, in die Vergangenheit zu blicken. „Die Kinder stehen im Mittelpunkt.“ Man müsse jetzt schnellstmöglich eine Lösung finden. Zur Betriebsträgerschaft sagt er: „Wir sind zu allen Zeiten bereit, in die Bresche zu springen.“

Jetzt geht es um den Kaufpreis für das Gebäude in Bruche

Der Casus knacksus ist nun also der Kaufpreis für das Gebäude in Bruche. Im Moment liegt die Diskrepanz zwischen Kirche und Stadt nach Informationen der SZ noch im sechsstelligen Euro-Bereich. Dabei hat die Stadt noch ein Ass im Ärmel, nämlich die eigene Kita „Honigtopf“, die im kommenden Jahr im Gebäude der ehemaligen Realschule an der Schützenstraße an den Start gehen soll. Der Clou: „Wir können diese Kita total flexibel auf drei, vier oder fünf Gruppen aufstocken“, so Geldsetzer. Allerdings löst das nicht das Problem, dass es politisch gewollt ist, im Ortsteil Bruche eine Einrichtung zu haben.
Derweil geht es vor Ort mit der Stimmung gegenüber der Kirche weiter bergab, so Verena Bläcker-Hoof: „Die Gemüter sind aufgebracht.“ Zuletzt seien einige Elternteile aus der Kirche ausgetreten. „Ich weiß konkret von vier Personen“, sagt sie.

Immerhin gibt es auch gute Nachrichten. Voraussichtlich zum 1. November ist das Ausweichquartier für das Haus Nazareth fertig: das alte Grundschulgebäude an der Martin-Luther-Straße. Mit dem Brandschutz sei nun auch die letzte Fachbehörde vor Ort gewesen, so Joachim Brenner. Der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde ist positiv gestimmt. „Jetzt wissen wir, was wir zu tun haben, und das ist überschaubar.“ Es müssen zum Beispiel Brandmelder oder ein Handlauf nachgerüstet werden. Der Kita gGmbH entstehen für die alternative Unterkunft keine Mietkosten, lediglich die Nebenkosten würden umgelegt, so Brenner, der aber auch klarstellt: „Uns ist allen bewusst, dass es nur eine Übergangslösung ist.“

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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