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Übernahme durch Stadt vorerst abgelehnt (Update)
Haus Nazareth: Schimmel-Kita geschlossen

Der Kindergarten Haus Nazareth in Bruche: Die Eltern schlagen Alarm. Die Stadt würde die Einrichtung gerne übernehmen und umgehend mit der Sanierung des Gebäudes beginnen.
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  • Der Kindergarten Haus Nazareth in Bruche: Die Eltern schlagen Alarm. Die Stadt würde die Einrichtung gerne übernehmen und umgehend mit der Sanierung des Gebäudes beginnen.
  • Foto: Rainer Schmitt
  • hochgeladen von Christian Völkel

+++ Update 15. September, 20.47 Uhr +++

Inzwischen ist das komplette Kita-Gebäude dicht. Die ausführliche Berichterstattung lesen Sie hier:
Gesundheitsamt macht Schimmel-Kita dicht

+++ Erstmeldung +++

dach Bruche. Durch die „Drachenschlucht“ fliegen derzeit weder Kokosnuss noch Grisu: Der sogenannte Gruppenraum des Kindergartens Haus Nazareth in Bruche ist mit sofortiger Wirkung geschlossen worden. Denn es hat sich bestätigt, was viele der Eltern befürchtet haben: Es ist eine „signifikante Konzentration an Schimmelpilzsporen“ gemessen worden, wie aus einem Brief der Katholischen Kita gGmbH Koblenz hervorgeht. Außerdem bestehen in den Gruppenräumen „Zauberwald“ und „Hexenkessel“ demnach „Auffälligkeiten durch Schimmelpilzsporen“.

+++ Update 15. September, 20.47 Uhr +++

Inzwischen ist das komplette Kita-Gebäude dicht. Die ausführliche Berichterstattung lesen Sie hier:

Gesundheitsamt macht Schimmel-Kita dicht

+++ Erstmeldung +++

dach Bruche. Durch die „Drachenschlucht“ fliegen derzeit weder Kokosnuss noch Grisu: Der sogenannte Gruppenraum des Kindergartens Haus Nazareth in Bruche ist mit sofortiger Wirkung geschlossen worden. Denn es hat sich bestätigt, was viele der Eltern befürchtet haben: Es ist eine „signifikante Konzentration an Schimmelpilzsporen“ gemessen worden, wie aus einem Brief der Katholischen Kita gGmbH Koblenz hervorgeht. Außerdem bestehen in den Gruppenräumen „Zauberwald“ und „Hexenkessel“ demnach „Auffälligkeiten durch Schimmelpilzsporen“. Die Kita gGmbH, die hier die Betriebsträgerschaft innehat, stützt sich dabei auf eine Messung eines Sachverständigenbüros, das zuletzt Ende August mit ihrem Instrumentarium in Bruche zugegen war.

Schimmel trat bereits vor zwei Jahren auf

Verena Bläcker-Hoof erinnert auf Nachfrage der SZ daran, dass es eine zwei Jahre währende Vorgeschichte gibt: Im September 2019 sei zum ersten Mal im Gebäude, das der Pfarrei Hl. Familie Bruche gehört, Schimmel aufgetreten. Seitdem werde halbjährlich gemessen. Problemstellen wurden mit Folie abgeklebt. Laut Bäcker-Hoof, Vorsitzende des Elternausschusses, habe es vonseiten der Pfarrei und des Bistum Trier stets geheißen, dass für eine Sanierung das Geld fehle. So kam die Stadt Betzdorf ins Spiel, die am liebsten heute als morgen Nägel mit Köpfen machen würde, sprich: die Kita übernehmen und dem Schimmel den Garaus. Dass bislang keine Lösung gefunden werden konnte, fuchst Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer. Mehr noch: „Die Ergebnisse der neuesten Raumluftmessungen machen mich traurig und wütend zugleich, kommen für uns aber nicht überraschend.
Die erhöhten Konzentrationen bestätigen nur die Expertise und Einschätzungen unseres Architekten Maik Dörner.“ Und: „Ich bleibe bei meiner Meinung, dass die Träger bezüglich des Feuchtigkeitsproblems nicht handlungsfähig sind, ja sogar fahrlässig agieren.“ Er ist überdies mehr als verstimmt, dass sich das Bistum aus seiner Sicht für Gespräche mit der Stadt viel zu viel Zeit gelassen hat. Am Dienstagnachmittag war es schließlich soweit. Doch das von der Stadt vorgelegte Angebot nahmen Bistum bzw. Pfarrei nicht an.

Martin-Luther-Grundschule als Provisorium?

Und das habe nicht nur an den finanziellen Vorstellungen gelegen, so Geldsetzer. Nach SZ-Informationen koppelt die Stadt die Übernahme des Gebäudes (und damit eine teure Sanierung) an die Übertragung der Betriebsträgerschaft, die das Bistum aber nicht abgeben will. Geldsetzer hatte aber noch einen weiteren Vorschlag: Als schimmelfreies Provisorium für den Kindergarten Haus Nazareth könne das ehemalige Gebäude der Martin-Luther-Grundschule dienen. Das sei mit der Verbandsgemeinde so abgesprochen – und vonseiten des Bistums wohlwollend zur Kenntnis genommen worden, so der Stadtbürgermeister. Der Grund für die aktuelle Schimmelmessung sei ein ganz konkreter gewesen, sagte indes Bläcker-Hoof. Denn laut Turnus hätte es erst im November wieder soweit sein sollen. Nur: „Es gab vor zwei Wochen einen Vorfall.“ Eines der Kinder habe körperlich reagiert, mit tränenden Augen und Atemwegsbeschwerden. Ein Arzt habe daraufhin bestätigt, dass dies mit Schimmelsporen zusammenhänge. Daraufhin sei eine erneute Messung veranlasst worden.

Turnhalle als behelfsmäßiger Gruppenraum

Deren Ergebnisse haben zur Konsequenz, dass die kleine Turnhalle in dem Gebäudekomplex nun behelfsmäßig als Gruppenraum für die „Drachenschlucht“ genutzt wird – neben „Zauberwald“ und „Hexenkessel“. Außerdem, so schreibt die Kita gGmbh als „Tochter“ des Bistums Trier, seien alle Fachbehörden von den Messergebnissen unterrichtet worden. Und: Der Betriebsträger hat sich selbst einen Aufnahmestopp auferlegt. Erste Eltern haben bereits reagiert, angekündigt, ihren Nachwuchs solange nicht mehr ins Haus Nazareth zu geben, bis eine Lösung gefunden worden ist.
Und: In E-Mails an die Leiterin der Gesamteinrichtung Kirchen, in der das Bistum Trier seine Kitas in der Region zusammengefasst hat, ist der Ton deutlich rauer geworden. Bläcker-Hoof etwa schreibt: „Sie haben eine Kindeswohlgefährdung sehenden Auges in Kauf genommen.“ Isalbelle Hielscher: „Sie können von größtem Glück reden, dass Sie überhaupt noch Erzieherinnen vor Ort haben, die Ihre Schikane mitmachen und sich tatsächlich noch jeden Tag in diese Räumlichkeiten begeben.“ Tamara Hielscher-Schmidt: „Das Vertrauen wurde zu sehr missbraucht. Ich hoffe dieser Albtraum nimmt bald endlich ein Ende.“

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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