Hörgenuss und Comedy

Die vier Harmony-Academy-Barbershopper und die Pianistin Marie Christin Schnell gaben in der Scheune in Betzdorf ein Konzert. Foto: gaw
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gaw Betzdorf. Was ist Barbershop- Musik? Um das herauszufinden, war die Scheune in Betzdorf am Freitagabend der richtige Anlaufpunkt. Der Kleinkunstverein Die Eule präsentierte ein außergewöhnliches Konzert, gab das Harmony-Academy-Quartett doch eine Art Heimspiel. Bereits vor mehr als 20 Jahren waren die Musiker, damals allerdings mit Martin Fenske, dem Bruder des jetzigen Baritons, Winfried Winterhager, schon mehrfach in der Eule in Betzdorf zu Gast gewesen. Nach der Neugründung des Kleinkunstvereins wurde der Kontakt schnell wieder hergestellt.

1983, nach anderthalbjähriger Probe, wagte Harmony Academy mit Klaus Stein, Detlef Rüdiger Czycholl, Gunther Bierbrauer und Martin Fenske den ersten Auftritt. Bei einem Schlesiertreffen, wie einer der Sänger lachend erzählt. „War nicht ganz passend, es wurde kaum ein Wort Englisch verstanden, der Gesang hat aber gefallen.“ Ab da häuften sich die Auftritte. Im Repertoire: musikalischer Hörgenuss vom mittelalterlichen Madrigal über Klassik bis zu Liedern des viktorianischen England.

Barbershop wird traditionell in Quartetten und Chören gesungen, aus musikalischen Gründen meist nach Geschlechtern getrennt. Die Musik ist a cappella und bietet dem Sänger wenig Möglichkeit, sich zu verstecken, denn Notenblätter sind bei Auftritten von Barbershoppern verpönt.

Eine genaue Vorstellung der energiegeladenen Musik vermittelte Harmony Academy, indem sie das Publikum animierte, in jeweils passender Tonlage einen Refrain mitzusingen: Das bedeutete, in Harmonie zu schwelgen bis zum Schlussakkord. Die harmonische anspruchsvolle Ausschmückung des gehaltenen Schlusstons eines Satzes nennt sich „Tag“. Diese Tags sind manchmal so ausgearbeitet, dass sie eigenständige kurze Stücke in der Barbershop-Szene mit eigenständigen Noten sind.

Harmony Academy wechselte sich während des Konzertes mit Marie Christin Schnell, einer Nachwuchs-Pianistin, ab. Die junge Künstlerin absolvierte ihren ersten öffentlichen Auftritt. Nach dem ersten Klavierstück war sie sichtlich gelöst, entlockte sie dem Instrument doch eine furiose Klangfülle: mal zarte und leise Anschläge, mal wilde und energische Musik. Klavierstücke aus den verschiedensten Epochen brachte die Schülerin zu Gehör. Bleibt zu hoffen, dass die Abi-Arbeit, die sie noch am Freitag schreiben musste, nicht dem Lampenfieber des Abends zum Opfer gefallen ist!

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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