Barbarafest Betzdorf auch noch nicht abgehakt
Hoffnung für den Weihnachtsmarkt

Ein Foto wie aus einer anderen Zeit: Das Barbarafest mobilisiert die Massen. Die Chancen, dass es in diesem Herbst eine Neuauflage gibt, sind sehr, sehr gering – aber noch hat die Aktionsgemeinschaft die Tür nicht endgültig ins Schloss fallen lassen.
  • Ein Foto wie aus einer anderen Zeit: Das Barbarafest mobilisiert die Massen. Die Chancen, dass es in diesem Herbst eine Neuauflage gibt, sind sehr, sehr gering – aber noch hat die Aktionsgemeinschaft die Tür nicht endgültig ins Schloss fallen lassen.
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damo Betzdorf. Für’s Barbarafest wird es ziemlich eng, aber für den Weihnachtsmarkt besteht noch ein bisschen Hoffnung: Die Aktionsgemeinschaft Betzdorf blickt nach dem Ende des Lockdowns wieder mit einem gewissen Optimismus in die Zukunft. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung am Montag in der Stadthalle deutlich – obwohl der Verein und seine einzelnen Mitglieder, die Gewerbetreibenden, die Pandemie in voller Härte gespürt haben.

Regionaler Handel soll gefördert werden

„Wer vor der Pandemie noch nicht gelernt hatte, online zu kaufen, der hat es spätestens dann gelernt“, sagte zum Beispiel Christoph Burghaus. Er verwies auf eine Studie, nach der rund 400 Millionen Euro an Kaufkraft Jahr für Jahr aus der Region abfließen. Allein diese Summe erklärt schon, dass sich die Aktionsgemeinschaft künftig noch mehr um die Wirtschaftsförderung kümmern will. Das betonte Vorsitzender Christoph Weller.

Ein Beispiel, wie der regionale Handel gefördert werden soll, ist der neue Stadtgutschein. Die Aktionsgemeinschaft hat sich für eine Variante entschieden, der der Spagat zwischen analoger und digitaler Welt gelingt, berichtete Steffi Stieler. So erklärte die stellv. Vorsitzende, dass es den Gutschein zwar in Papierform geben soll, der Gegenwert aber auch aufs Handy geladen werden kann: „So ist der Gutschein immer mit dabei.“ Noch arbeitet die Arbeitsgemeinschaft daran, möglichst viele Händler einzubinden – aber langfristig könnte sogar ein regionaler Gutschein daraus werden. Die Motivation dahinter ist klar: Die Kunden sollen ihr Geld nicht aufs Konto der großen Onliner überweisen, sondern in der Region belassen.

„Wäller Markt“: eine Chance für Regionale Händler

Dasselbe Ziel verfolgt auch die neue Online-Plattform „Wäller Markt“: Sie soll vielen Gewerbetreibenden in der Region die Chance geben, am Online-Geschäft zu partizipieren – und zwar kleinen Direktvermarktern ebenso wie Modehändlern in der Fußgängerzone. Christoph Burghaus skizzierte das Projekt und ließ keinen Zweifel daran, dass er es als Chance betrachtet. Das liege auch daran, dass der „Wäller Markt“ ein sehr ambitioniertes Logistikkonzept verfolgt: Dank einer eigenen Lieferwagenflotte, die sogar eine Kühlkette garantieren soll, wird angestrebt, viele Produkte noch am Tag der Bestellung beim Kunden abzuliefern. Auch den Foto-Wettbewerb, den die Aktionsgemeinschaft gemeinsam mit der Stadt und dem SWA auf die Beine gestellt hat, versteht der Verein als Wirtschaftsförderung – schließlich geht es darum, am Image der Stadt Betzdorf zu feilen und die Schönheiten in den Blick zu nehmen. „Es gibt zu viele, die immer meckern“, meinte Weller: „Wir reden uns selbst unsere Stadt kaputt, dabei tut sich hier sehr viel.“

Erste Konzepte für Jahrhundertprojekt EAW

Was das ist, führte Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer aus: Er skizzierte kurz den Sachstand der drei wesentlichen Projekte. So soll in Bruche ein großes Neubaugebiet entstehen – aktuell steckt die Stadt noch in den Grundstücksverhandlungen. Deutlich weiter ist die Kommune schon bei der Erweiterung des Gewerbeparks Dauersberg, und für das „Jahrhundertprojekt EAW“ liegen bereits die ersten Konzepte auf dem Tisch: „Es gibt mehrere Bewerber, und die haben tolle Ideen.“
Keine Frage: Neue Baugebiete und weitere Unternehmen stärken die Kaufkraft – ergo würde auch die Aktionsgemeinschaft von den städtebaulichen Entwicklungen profitieren. Und doch bleibt die Aktionsgemeinschaft auch ein Verein, den viele Betzdorfer in erster Linie mit seinen Festen verbinden. Deshalb lieferte Weller auch zu diesem Themenfeld einen Sachstandsbericht.

,,Wir reden uns selbst
unsere Stadt kaputt, dabei tut sich hier sehr viel.''
Christoph Weller
Aktionsgemeinschaft Betzdorf

Vorsichtige Planungen für anstehende Feste

Für’s Barbarafest Ende Oktober gibt es „vorsichtige Planungen“, auch wenn sich die Tendenz abzeichnet, dass die Pandemie auch diesmal wieder zum Spielverderber wird. Was den Weihnachtsmarkt angeht, ist Weller ebenfalls skeptisch – aber nicht hoffnungslos: „Wir würden gerne. Ich hoffe, wir dürfen auch.“ Deutlich optimistischer zeigte sich der Vorstand aber mit Blick auf die Veranstaltungen im kommenden Frühjahr: So steht bereits ein Poetry Slam im Veranstaltungskalender, und auch das Frühlingsfest soll nach zwei Jahren Zwangspause wieder stattfinden.
Personell setzt die Aktionsgemeinschaft übrigens auf Kontinuität: Der geschäftsführende Vorstand mit Christoph Weller, Steffi Stieler und Oliver Feisel wurde einstimmig im Amt bestätigt.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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