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Viele Masken, aber wenig Wähler
Hygienekonzept hat in den Wahllokalen funktioniert

In der Giebelwaldhalle lassen die Pfeile auf dem Boden keinen Raum für Zweifel.
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damo Kreis Altenkirchen. Der ehrenamtliche Dienst an der Demokratie hat diesmal mit einem Plastikstäbchen in der Nase begonnen. Und zwar ganz oben, wo Nervenstränge verlaufen, von deren Existenz man vor den Corona-Schnelltests schlichtweg nichts geahnt hat. Aber in den Wahllokalen im AK-Land ist die Devise überall dieselbe: Sicherheit geht vor. „Das wäre ja eine Katastrophe, wenn ein infizierter Wahlhelfer die Wähler anstecken würde“, sagt Thomas Dohme. Er ist der Wahlvorsteher in der Turnhalle der Martin-Luther-Grundschule in Betzdorf, und das, was er berichtet, bekommt der SZ-Redakteur im Laufe des Tages noch ein paar Mal erzählt. Denn: Fünf Wahllokale, eine Botschaft – und zwar die, dass die Landtagswahl im AK-Land reibungslos und Corona-konform über die Bühne gegangen ist.

damo Kreis Altenkirchen. Der ehrenamtliche Dienst an der Demokratie hat diesmal mit einem Plastikstäbchen in der Nase begonnen. Und zwar ganz oben, wo Nervenstränge verlaufen, von deren Existenz man vor den Corona-Schnelltests schlichtweg nichts geahnt hat. Aber in den Wahllokalen im AK-Land ist die Devise überall dieselbe: Sicherheit geht vor. „Das wäre ja eine Katastrophe, wenn ein infizierter Wahlhelfer die Wähler anstecken würde“, sagt Thomas Dohme. Er ist der Wahlvorsteher in der Turnhalle der Martin-Luther-Grundschule in Betzdorf, und das, was er berichtet, bekommt der SZ-Redakteur im Laufe des Tages noch ein paar Mal erzählt. Denn: Fünf Wahllokale, eine Botschaft – und zwar die, dass die Landtagswahl im AK-Land reibungslos und Corona-konform über die Bühne gegangen ist.

Masken und Desinfektionsmittel in rauen Mengen

Am Wahltag hat die SZ fünf Wahllokale im Oberkreis besucht, um sich selbst einen Eindruck von den Hygienekonzepten zu verschaffen. Die Bilder gleichen sich: Überall gibt es Masken und Desinfektionsmittel in rauen Mengen, die Wahlhelfer sitzen hinter Spuckschutzwänden aus Plexiglas, auf dem Boden weisen Pfeile den Weg durch die Wahllokal-Einbahnstraße. Und noch einen gemeinsamen Nenner gibt es: Überall gibt es reichlich frische Luft, aber kaum Wähler. Denn der hohe Anteil der Briefwähler schlägt sich natürlich auf den Publikumsandrang in den Gemeindehäusern und Turnhallen nieder. „So dünn war es noch nie“, sagt Thomas Daube in Betzdorf, und Zainab Molsberger in Freusburg sieht’s genauso: „Das ist heute so schleppend wie nie.“ Noch ein bisschen deutlicher wird Dietmar York in Brachbach: „Phasenweise war’s fast ein bisschen langweilig.“ Andererseits bringt der geringe Anteil an Präsenzwählern natürlich in Zeiten der Pandemie auch einen unschätzbaren Vorteil mit sich: Es ist deutlich leichter, das Hygienekonzept einzuhalten. Staus vor den Wahllokalen gibt es nur ausnahmsweise, zumal die Stoßzeiten, die man von früheren Wahlen kennt, diesmal keine Rolle spielen – nach dem Kirchgang in Mannschaftsstärke ins Wahllokal zu gehen, funktioniert ohne Gottesdienst naturgemäß nicht.

Kein einziger Maskenverweigerer

Aber nicht nur der hohe Briefwähler-Anteil spielt den Ehrenamtlichen in den Wahllokalen ins Blatt: Übereinstimmend betonen sie, wie gut und diszipliniert die Menschen mitgemacht haben. „Wir haben nicht einen einzigen Maskenverweigerer gehabt“, bilanziert Andreas Wollenweber im Daadener Bürgerhaus kurz vor Toresschluss. Und viele, viele Wähler haben sogar an den eigenen Kugelschreiber gedacht. Erstaunlich bloß, dass in der Mudersbacher Giebelwaldhalle tatsächlich zwei der Reserve-Masken ausgegeben werden mussten – zwei Wähler haben, zwölf Monate nach Beginn der Pandemie, tatsächlich ihre Masken zu Hause vergessen. Aber Wahlvorstand Sebastian Meindl nimmt’s mit einem Lächeln. Ohnehin machen die Ehrenamtler in den Wahllokalen einen entspannten Eindruck. Von Hektik oder gar Furcht vor der Pandemie ist nichts zu spüren. „Das ist so gut organisiert, da kann gar nichts schiefgehen“, meint Thomas Dohme in Betzdorf. Und das bekommt die SZ auch in den anderen Wahllokalen zu hören: Übereinstimmend wird die gute Vorarbeit in den Rathäusern und den Bauhöfen gelobt.

Keine Brötchen, Kaffee nur reglementiert

In der Stadt Betzdorf ist offenbar an jedes Detail gedacht worden – hier wird sogar die Uhrzeit im Wahlregister festgehalten, sodass das Gesundheitsamt im Ernstfall nachvollziehen kann, wer wann sein Kreuzchen gemacht hat und wem er womöglich über den Weg gelaufen ist. All die Sicherheit hat natürlich auch ihre Kehrseiten. Auf Kuchen und belegte Brötchen müssen die Wahlhelfer diesmal zumeist verzichten. In Freusburg hat Michael Bauer aber immerhin abgepackte Süßigkeiten mitgebracht. Und natürlich gibt’s Kaffee, wenn auch etwas reglementierter als sonst, erzählt Martina Stausberg: „Das ist wie bei Starbucks hier, heute hat jeder seinen Namen auf dem Becher.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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