Neuer Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer
„Ich habe richtig Bock“

Nachdem die Anspannung abgefallen war: Bürgermeister Bernd Brato und der neue Stadtbürgermeister von Betzdorf, Benjamin Geldsetzer (r.), stießen im Kreise von Familie und Freunden im Gasthof zur Linde auf Geldsetzers Wahlsieg an.
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  • Nachdem die Anspannung abgefallen war: Bürgermeister Bernd Brato und der neue Stadtbürgermeister von Betzdorf, Benjamin Geldsetzer (r.), stießen im Kreise von Familie und Freunden im Gasthof zur Linde auf Geldsetzers Wahlsieg an.
  • Foto: goeb
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goeb Betzdorf. Mit 57,61 Prozent hat SPD-Kandidat Benjamin Geldsetzer seinen Mitbewerber ums Ehrenamt des Stadtbürgermeisters, Johannes Speicher von der CDU, deutlich geschlagen. Speicher holte 42,39 Prozent und gab sich gestern als fairer Verlierer. Als Wahlhelfer war er im Wahllokal Auf dem Bühl von 7.30 Uhr bis nach Mitternacht eingespannt und wie viele Mitstreiter am Ende seiner Kräfte. Er gratulierte Geldsetzer zum Sieg.

Auch Benjamin Geldsetzer war die Wahlkampf-Tortur der vergangenen Wochen und Monate deutlich anzusehen. Im Januar habe er bereits losgelegt, sagte er. Er fieberte gestern zusammen mit Familie, Freunden und Parteifreunden im Gasthof Zur Linde dem Ergebnis entgegen. Erst als das letzte Wahllokal – das ev. Gemeindehaus – seine Ergebnisse übermittelt hatte, fiel der Stress von ihm ab.

Geldsetzer: „Ich habe um 18 Uhr die Prognose der Europawahl gesehen. Es sah schlecht für die SPD aus. Da dachte ich mir: Das musst du aufholen.“ Gesagt, getan. Der 34-jährige Geldsetzer sagte, dass es sich gelohnt habe, auch im Endspurt richtig Gas gegeben zu haben. „Ich muss meine Inhalte, Konzepte und Ziele den Bürgerinnen und Bürgern wohl vermittelt haben.“ Die Betzdorfer, sie sind seines Erachtens hellwach. „Und ich habe richtig Bock auf das Amt.“

Er dankte aber auch der beauftragten PR-Agentur in Betzdorf sowie seinen vielen Mitstreitern, die für ihn gekämpft hätten. „Die haben das absolut professionell aufgezogen“, bescheinigte er der Agentur. Kleines Schmankerl am Rande: Zwar ist die große LED-Wand („Flimmerkiste“) am Gebäude vor dem Betzdorfer Kreisel von keiner politischen Partei so richtig gewollt worden, doch ihren Zweck hat sie für Geldsetzer gewiss erfüllt. Am Wahltag lächelte Geldsetzer alle Autofahrer in überdimensionaler Größe an.

Aber auch in den Medien, den Tageszeitungen wie den Sozialen Netzwerken, legte Geldsetzer Wert auf die Vermittlung von Inhalten und Konzepten. „Ich finde es schön, dass die Betzdorfer mich gewählt haben“, sagte er unter großem Beifall im immer voller werdenden Gasthof.

Stefanie Stieler legte den Queen-Hit „Don’t stop me now“ auf, nachdem auch das letzte Wahllokal die Entscheidung übermittelt hatte.

Mit großem Hallo erschien dann Bürgermeister Bernd Brato. Er freute sich, dass sein Parteifreund das Rennen gemacht hatte. „Nun hoffen wir natürlich, dass wir auch im Stadtrat ein entsprechendes Ergebnis einfahren.“ Brato gratulierte herzlich und stieß mit einem frisch gezapftem Glas Bier an. Einzig in Dauersberg müsse er, Geldsetzer, wohl noch etwas überzeugender auftreten, frotzelte Brato. Dort hatte Geldsetzer „nur“ 47,5 Prozent geholt, Speicher 52,5 Prozent.

Für Hennes Speicher war es zu früh, ein Fazit zu ziehen. Natürlich sei das für ihn ein enttäuschendes Ergebnis, sagte er. „Und natürlich hatte ich mehr erwartet.“

Für eine genaue Betrachtung sei es aber noch zu früh. „Sehen Sie es mir bitte nach, dass ich mich jetzt nicht dazu äußern möchte. Wir haben morgen Abend eine Sitzung des CDU-Kreisvorstands. Da wollen wir dann genauer analysieren.“

Den Stadtbürgermeister hätten theoretisch 7322 Wahlberechtigte wählen können, aber nur 5436 (54,36 Prozent) machten von ihrem Recht Gebrauch.

Eine Aufgabe kann sich der neue Stadtbürgermeister schon mal ins Heft schreiben oder das Projekt bei Bürgermeister Brato ganz oben anmelden: Die Neugestaltung der Homepage. Sie müsste dringend modernisiert werden.

Viele interessierte Bürger versuchten anfangs vergeblich, die aktuellen Wahlergebnisse und vor allem den Fortschritt beim Auszählen zu verfolgen und kamen damit nicht weit. So wurden die Bürger bis zu weit fortgeschrittener Zeit am Wahlabend zur Kaffeesatzleserei verdonnert. Eine „Ladehemmung“ der Seite war dafür verantwortlich. Ergebnisse bekam später nur, wer die Gesamt-Wahlseite aktualisierte.

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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