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Steuereinnahmen brechen alle Rekorde
Im AK-Land klingeln die Kassen - mit einer großen Ausnahme

Die Städte und Gemeinde im AK-Land haben vor allemn dank hoher Gewerbesteuereinnahmen (im Bild das Gewerbegebiet Frabnkenthal in Wissen) insgesamt Überschüsse von 12,7 Millionen verzeichnet.
  • Die Städte und Gemeinde im AK-Land haben vor allemn dank hoher Gewerbesteuereinnahmen (im Bild das Gewerbegebiet Frabnkenthal in Wissen) insgesamt Überschüsse von 12,7 Millionen verzeichnet.
  • Foto: damo
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

Die Steuereinnahmen der Kommunen in Rheinland-Pfalz brechen im Jahr 2021 alle Rekorde. Auch im Kreis Altenkirchen klingelten die Kassen der Städte und Gemeinde kräftig - mit einer großen Ausnahme.

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Die Steuereinnahmen der Kommunen in Rheinland-Pfalz brechen im Jahr 2021 alle Rekorde. Auch im Kreis Altenkirchen klingelten die Kassen der Städte und Gemeinde kräftig - mit einer großen Ausnahme.

thor Kreis Altenkirchen. Die Steuereinnahmen der Kommunen in Rheinland-Pfalz stiegen im Jahr 2021 auf 5,9 Milliarden Euro. Das waren rund 1,3 Milliarden Euro bzw. 28 Prozent mehr als im Jahr 2020. Wie das Statistische Landesamt anhand vorläufiger Zahlen mitteilt, ist das der höchste  je gemessene Wert. Er lag fast 80 Prozent über den kommunalen Steuereinnahmen des Jahres 2011. Und auch im Kreis Altenkirchen klingelten die Kassen der Städte und Gemeinden gewaltig.  Im landesweiten Ranking der Finanzsaldos liegen sowohl der Kreis selbst als auch die Kommunen im oberen Drittel.

In Rheinland-Pfalz sprudeln die Steuerquellen

Ausschlaggebend war die Entwicklung bei den Realsteuern. Der Zuwachs um 1,12 Milliarden Euro (plus 47 Prozent), ist dabei fast in Gänze auf die Gewerbesteuer zurückzuführen. Die Einnahmen daraus erhöhten sich gegenüber 2020 um 1,1 Milliarden Euro oder 63 Prozent auf 2,85 Milliarden Euro. So spricht denn zum Beispiel auch Michael Runkel, Kämmerer der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf, mit Blick auf 2021 von einem "Top-Jahr".  Auch für die Verbandsgemeinde Kirchen kann Fachgebietsleiter Patrick Brück einen Rekord verzeichnen: 10,7 Millionen überwiesen die Unternehmen zwischen Friesenhagen und Niederschelderhütte an die Kommunen.

Betzdorf-Gebhardshain profitiert nicht vom Boom bei der Gewerbesteuer

Allerdings können beide wie auch alle anderen Kollegen nur neidisch in Richtung Landeshauptstadt schauen: In Mainz stiegen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer von 155 auf 646 Millionen Euro – Biontech lässt grüßen. Eine  Ausnahme im AK-Kreis ist die Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain: "Wir hatten leider eine eher gegenläufige Entwicklung", berichtete Matthias Röttgen. Er führte das auf die hohe Zahl der Automobilzulieferer zurück, die unter den Produktionsproblemen der Hersteller zu leiden haben.

Dafür rechnet Röttgen mit Blick auf das laufende Jahr mit einer Stabilisierung der Einnahmen. Er gehe davon aus, dass man die Durchschnittseinnahmen der vergangenen fünf Jahre erreichen werde. Allgemein sieht es derzeit aber eher nach einem leichten Dämpfer aus, wobei die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs noch wie der Blick in die Glaskugel sind. Runkel gibt außerdem zu bedenken, dass sich die Corona-Pandemie erst jetzt in den Bilanzen durchschlagen könnte. Auch in der Kirchener Verwaltung wird nicht mit erneuten Mehreinnahmen gerechnet: "Aktuell gehen wir davon aus, dass wir das vergangene Rekordjahr nicht erreichen werden, uns jedoch auf dem Niveau der Vor-Corona-Jahre wiederfinden sollten", so Patrick Brück. Trifft das zu, würde man sich bei rund 9 Millionen Euro einpendeln. 

Steuereinnahmen brechen in Rheinland-Pfalz alle Rekorde

Doch gibt es neben der Gewerbesteuer auch noch andere Quellen: So trugen die Grundsteuer A mit 19 Millionen und die Grundsteuer B mit 606 Millionen Euro zu den Realsteuereinnahmen bei. Bei den Gemeinschaftssteuern war ein Anstieg auf 2,37 Milliarden Euro (plus 8,6 Prozent) zu beobachten. Der überwiegende Teil stammte mit 2 Milliarden Euro (plus 10,3 Prozent) aus dem Gemeindeanteil an der Einkommensteuer, der kleinere Teil mit 369 Millionen Euro aus dem Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer.

Über alle rheinland-pfälzischen Kommunen hinweg war ein positiver Finanzierungssaldo von 966 Millionen Euro zu verzeichnen, der höchste Wert in der Geschichte des Bundeslandes. Der Finanzierungssaldo ist eine wichtige Kenngröße zur Finanzlage der Kommunen. Er berücksichtigt sowohl die Einzahlungen als auch die Auszahlungen und zeigt, ob am Ende des Jahres noch „Geld in der Kasse“ verblieben ist. Und, wie schon angedeutet, auch im AK-Land blieb unterm Strich noch der eine oder andere Euro übrig. 

Städte und Gemeinden aus dem Kreis Altenkirchen stehen im Landesvergleich gut dar

Der Finanzierungssaldo fällt in den Gebietskörperschaften unterschiedlich aus. Von den zwölf kreisfreien Städten wiesen sieben einen positiven, fünf einen negativen Saldo auf. Der höchste positive Saldo wurde aus den genannten Gründen für Mainz (561,7 Millionen Euro) berechnet. Von den 24 Kreishaushalten beendeten 14 das Jahr mit einem positiven Finanzierungssaldo, die anderen wiesen einen Fehlbetrag auf. Der Kreis Altenkirchen kommt auf ein Plus von 8,7 Millionen Euro (Platz 8), was 67 Euro pro Einwohner entspricht.

Schaut man sich die Haushalte der kreisangehörigen Gemeinden, steht der Landkreis Birkenfeld an erster Stelle; das ist nach Angaben der Statistiker vor allem auf hohe Gewerbesteuereinnahmen in Idar-Oberstein zurückzuführen. Für alle Kommunen des Landkreises errechnet sich ein positiver Finanzierungssaldo in Höhe von 153,5 Millionen Euro. Die Städte und Gemeinden im AK-Land landen mit plus 12,6 Millionen Euro auf Platz 7 im landesweiten Vergleich. Von allen kreisangehörigen Kommunen (Ortsgemeinden, verbandsfreien kreisangehörigen Gemeinden und Verbandsgemeinden) in Rheinland-Pfalz hatten 1503 (62 Prozent) einen positiven und 915 (38 Prozent) einen negativen Finanzierungssaldo.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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