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Zukunft der Bibliothek am Gymnasium weiter unklar
„Irgendwann hat man sich totgespart“

Die Schulgemeinschaft des Betzdorfer Gymnasiums will nicht kampflos auf die Bibliothek verzichten. Bei einem Pressegespräch haben Schüler, Eltern und Lehrer am Dienstag an die Kreistagsmitglieder appelliert, nicht an der falschen Stelle zu sparen.
  • Die Schulgemeinschaft des Betzdorfer Gymnasiums will nicht kampflos auf die Bibliothek verzichten. Bei einem Pressegespräch haben Schüler, Eltern und Lehrer am Dienstag an die Kreistagsmitglieder appelliert, nicht an der falschen Stelle zu sparen.
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damo Betzdorf. Seit der großen Schüler-Demo im Juni durch die Betzdorfer Innenstadt hat sich an der Situation der Schulbibliothek des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums nichts geändert: Noch immer steht in den Sternen, ob die Einrichtung erhalten bleibt oder nicht. Grund genug für die Schulgemeinschaft, das Thema bei einem Pressegespräch erneut in den Fokus zu rücken – zumal in wenigen Wochen eine richtungsweisende Entscheidung ansteht.

Denn am 16. Dezember wird sich der Kreistag mit den Finanzen beschäftigen, und dann wird es auch um den Fortbestand der Bibliothek an den drei Gymnasien im Landkreis gehen. Denn mittlerweile steht fest: Die personelle Ausstattung der Büchereien fällt in die Zuständigkeit des Kreises – die Zeiten des Kompetenzgerangels zwischen Land und Kreis sind vorbei.

damo Betzdorf. Seit der großen Schüler-Demo im Juni durch die Betzdorfer Innenstadt hat sich an der Situation der Schulbibliothek des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums nichts geändert: Noch immer steht in den Sternen, ob die Einrichtung erhalten bleibt oder nicht. Grund genug für die Schulgemeinschaft, das Thema bei einem Pressegespräch erneut in den Fokus zu rücken – zumal in wenigen Wochen eine richtungsweisende Entscheidung ansteht.

Denn am 16. Dezember wird sich der Kreistag mit den Finanzen beschäftigen, und dann wird es auch um den Fortbestand der Bibliothek an den drei Gymnasien im Landkreis gehen. Denn mittlerweile steht fest: Die personelle Ausstattung der Büchereien fällt in die Zuständigkeit des Kreises – die Zeiten des Kompetenzgerangels zwischen Land und Kreis sind vorbei.

Das hat aus Sicht des Schulelternbeirats einen großen Vorteil: „Da hat man dann keinen, hinter dem man sich verstecken kann“, meint Schulelternsprecher Christoph Held. Soll heißen: Entscheiden und wegducken geht nicht. Adressat dieses freundlichen Hinweises sind die Kreistagsmitglieder: Sie sind es, die am 16. Dezember den Daumen heben oder senken müssen.

Denn Fakt ist laut Helds Kollegin Sabine Alberts-Wingenfeld: „Die Stellen in den Büchereien sind freiwillige Leistungen. Und alle freiwilligen Ausgaben stehen im Rahmen der Haushaltskonsolidierung auf dem Prüfstand.“ Folglich stehe zu befürchten, dass der Kreistag aus Kostengründen beschließen könnte, die drei halben Stellen nicht neu zu besetzen, wenn sie auslaufen. In Betzdorf wird das in drei Jahren der Fall sein: Dann wird Annette Schuster, seit mehr als 20 Jahren die gute Seele der Bücherei, in den Ruhestand gehen.

Aber auch wenn der Kreis sparen muss: Muss das ausgerechnet im Bereich Bildung geschehen? Genau das wäre aus Sicht von Alberts-Wingenfeld und Held ein völlig verfehltes Signal. „In Sonntagsreden wird jeder Politiker sagen: Bildung, Bildung, Bildung. Und alle werden betonen, wie wichtig Lesekompetenz ist“, betont Held und nimmt die Kreispolitiker in die Pflicht: „Gerade an dieser Stelle gibt es einen Handlungsspielraum, wo Kommunalpolitiker etwas tun können.“

Und Held misst der Entscheidung großen Stellenwert bei: „Das wäre eine gute Gelegenheit, sich zu positionieren.“ Der Kreis könne mit einem Bekenntnis zu den drei Bibliotheken an den Gymnasien zeigen, wie ernst er den Bildungsauftrag nehme und wie wichtig es ihm sei, sich auch gegen die Konkurrenz der Schulen im Dreiländereck zu wappnen. „Der Kreis muss wissen, wofür er steht – und das kann nicht nur Sparen sein. Denn Sparen allein ist kein Geschäftsmodell: Irgendwann habe ich mich totgespart.“ Zumal es bei den drei Stellen finanziell nur um „Peanuts“ gehe, wie es Alberts-Wingenfeld formuliert.

Der Elternbeirat steht mit seinem Plädoyer für den dauerhaften Erhalt der Bibliothek nicht allein. Gestern waren auch Teile des Lehrerkollegiums und der Schulleitung beim Pressegespräch dabei. Und auch die Schüler bezogen klar Stellung. „Für uns als Oberstufenschüler ist die Bücherei enorm wichtig“, sagt Adelina Nazarenus und verweist auf die Vorbereitung von Referaten und Facharbeiten, aber auch auf darauf, die gezielte Recherche zu lernen – eine Kompetenz, die für die Abiturienten bei einem späteren Studium von elementarer Bedeutung sein wird. Aber auch für die Schüler unterer Stufen ist die Bücherei eine wichtige Anlaufstelle – Stichwort: Leseförderung.

Und so bringen es Schüler, Eltern und Lehrer auf einen gemeinsamen Nenner: „Die Bibliotheken an den Gymnasien müssen erhalten werden.“ Diese Forderung hat die Schulgemeinschaft bereits mit einem Brief an die Fraktionen im Kreistag untermauert – auf den übrigens nicht alle geantwortet haben.

Ob es aber mit diesem Brief und dem Pressegespräch getan ist, ist noch offen: Noch vor der Kreistagssitzung im Dezember wird der Schulelternbeirat tagen und über das weitere Vorgehen beraten. Und denkbar sind viele Optionen – so bietet der große Sitzungssaal im Kreishaus auch genügend Sitzmöglichkeiten für interessierte Schüler...

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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