Jäger stemmen sich gegen »eiskalten Wind«

Hegering Betzdorf kritisiert geplante Änderungen des Jagdgesetzes

fram Betzdorf. Laue Frühlingsluft erwartet uns. Nicht so die Jäger, wie Titus Kaiser, Vorsitzender des Hegerings Betzdorf, auf der Jahreshauptversammlung am Samstag in der Stadthalle ankündigte: »Ich befürchte, dass uns Jägern noch in diesem Jahr der eiskalte Wind durch eine Änderung des Bundesjagdgesetzes ins Gesicht bläst.« Der Koalitionsvertrag der rot-grünen Bundesregierung sieht eine Neuerung des Jagdrechtes »unter Berücksichtigung einer naturnahen Waldbewirtschaftung und unter Tierschutzaspekten« vor.

Zahlreiche Naturschutzverbände, darunter der Deutsche Naturschutzring und der NABU, haben Eckpunkte der Reformierung veröffentlicht, die sich durch die Grünen wohl im Entwurf zur BJG-Novellierung wiederfinden werden. Zu den zentralen Forderungen gehören eine Beschränkung der Liste jagdbarer Tiere, eine Verkürzung der Jagdzeiten und das Verbot der Jagd auf Beutegreifer, der Beiz- und der Fallenjagd sowie bleihaltiger Munition und der Fütterung, schließlich die Verstaatlichung der Jagdkontrolle. »Diesen Forderungen müssen wir unseren ganzen Widerstand entgegensetzen«, sagte Kaiser.

Er begrüßte, dass der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) diesmal mit einem Positionspapier rechtzeitig reagiert habe. Darin habe der DJV die Forderungen einer sachlichen Prüfung unterzogen und komme zu dem Ergebnis, dass es bei ideologiefreier Betrachtung keinen stichhaltigen Grund für eine Novellierung des BJG gebe. Ein »Dorn im Auge« sei den Grünen und Naturschutzverbänden, dass die deutschen Jäger pro Jahr rund 40 Millionen Euro für Naturschutzmaßnahmen in ihren Revieren zahlten, so der Vorsitzende. Er erklärte, es seien gerade diese vielfältigen Aktivitäten für die Natur, die die Naturschutzverbände dazu motivierten, die Jäger aus dem Naturschutz herauszudrängen: »Nichts anderes steht hinter diesen Forderungen, die Hege aus dem BJG zu streichen.« Heute die Jäger, morgen die Millionen Anglerverbände, übermorgen die Pferdefreunde, »weil Reiten nicht tierschutzgerecht sein soll«. Kaiser geht davon aus, »dass sich Millionen von Naturschutzfreunden gegen diese überzogenen Forderungen wehren werden«.

Mit umfassender Öffentlichkeitsarbeit will man das zuweilen negative Bild der Jäger zurechtrücken. Umweltobmann Mike Thieke kündigte an, dass am Umwelttag (12. April) neben der Bachsäuberungsaktion am Steinerother und am Roten Löwebach im Revier Alsdorf auch ein Wald- und Naturlehrpfad eröffnet werden soll. Im Steinerother Tal wird der geneigte Wanderer sich dann – wie bereits rund um den Elkenrother Weiher – an Holztafeln über heimische Tierarten informieren können. Geplant sind Führungen für interessierte Gruppen und Schulklassen, die sich über den Hegering Betzdorf anmelden können.

Helmut Hilpisch, Schweißhundeführer vom Hegering Kirchen, plädierte in seinem Vortrag »Verhalten vor und nach dem Schuss« für ein »jagdethisches Verhalten gegenüber der Kreatur«, für verantwortungsvolles Verhalten nicht nur bei der Jagd, sondern auch nach Verkehrsunfällen.

Uwe Oppermann hatte im Januar sein Mandat als »Obmann für das Schießwesen« niedergelegt. Kaiser dankte ihm für die Arbeit. Frank Balkenhol tritt nach einstimmiger Wahl die Nachfolge an. Für 50 Jahre Mitgliedschaft im Deutschen Jagdbund wurden Erhard Greb (Grünebach), Bernd Pfeiffer (Scheuerfeld) und Alfons Mockenhaupt (Alsdorf) geehrt. Ehrungen empfingen auch Mitglieder der Bläsergruppe. Dem Hornmeister und Leiter Hermann-Josef Becker sprach Kaiser für 20 Jahre aktives »Mitstreiten« ebenso die Anerkennung des Hegerings aus wie Frank Balkenhol, Kuno Becher, Peter Becher und Bernd Käuser, die seit fünf Jahren ins Horn stoßen.

Neben zahlreichen anderen Veranstaltungen wird sich der Hegering am 12. Oktober am Betzdorfer Barbarafest beteiligen. Gezeigt werden sollen die Ausstellungen »Rollende Waldschule des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz« und »50 Jahre Hegering Betzdorf«, ausgeschmückt mit heimischen Gehölzen und Präparaten von wildlebenden Tieren der Region. Die Jagdhornbläsergruppe bietet musikalische Beiträge, am Verkaufsstand wird es Wildgulasch und Wildwurst aus heimischen Revieren geben. Kaiser rief zur tatkräftigen Mithilfe auf.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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