„Jauchzet und frohlocket!“

Der große Projektchor und Mitglieder der Philharmonie Südwestfalen stimmten auf Weihnachten ein, mit den ersten drei Teilen von Bachs Weihnachtsoratoriums.  Foto: just
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just Betzdorf. Die wohl berühmteste geistliche Komposition aus der Feder von Johann Sebastian Bach erfreut sich jedes Jahr in der Adventszeit großer Beliebtheit. Da wundert es kaum, dass auch am dritten Adventssonntag in der Betzdorfer St. Ignatiuskirche kein freier Sitzplatz mehr zu finden war. Zum Weihnachtsoratorium 1-3 bei Kerzenlicht luden der Bach-Projektchor und Mitglieder der Philharmonie Südwestfalen. Weit mehr als 100 Mitwirkende gestalteten einen musikalischen Ohrenschmaus zur Vorweihnachtszeit. Bereits optisch ansehnlich war der Bachchor, bestehend aus Sängerinnen und Sängern des Betzdorfer Kirchenchores, des Vokalensembles 2004, des Männergesangvereins Birken und der Jugendgruppe Brachbach/Betzdorf.

In den ersten drei Kantaten Bachs wird die Geburt Jesu, die Nachricht an die Hirten auf dem Felde und die Geschichte der eigentlichen Weihnacht erzählt. Beschwingte Melodien im schallenden Forte wechselten sich ab mit dem stimmgewaltigen Chor und weichen Instrumentalklängen, wie beim „Lied der Freude“, wie Pastor Georg Koch den Beginn des Oratoriums, das bekannte „Jauchzet und frohlocket!“ treffend beschrieb.

Unterstützt wurden Sänger und Orchester von Jürgen Poggel an der Orgel. Burkhard Esten (Solo-Tenor) und Julia Huusmann (Alt) intonierte bewegende Stimmungsbilder. Teile der drei Kantaten wurden durch die Jugendgruppe unterstützt; ein ökumenischer Chor mit Jugendlichen aus Betzdorf und Brachbach. Die zweite Kantate wirkte träumerisch, geradezu besinnlich und ruhig. Der Choral „Brich an, o schönes Morgenlicht“ unterstrich in getragener Feierlichkeit diese Traumatmospähre. Vor allem durch Flöte und Oboe wurden immer wieder im Einklang mit den Streichern dynamische Akzente gesetzt. Geradezu virtuos war das zwiegesprächähnliche Zusammenspiel von Flöte und der Arie des Tenors. Auch Gustav Muthmann im Bass und Claudia Immer im Sopran überzeugten, schade nur, dass die Lautstärke des Orchesters manch gesungenes Wort der Solisten unverständlich machte. Im Bass-Rezitativ wäre ein noch klarerer Abstand der Stimmlage zum Tenor wünschenswert gewesen. Brillant dagegen umgesetzt die Figur der Hirten, die über das Feld eilen; in zügigen Sechzehntel- und Zweiunddreißigstel-Figuren der Bläser.

Seinen Abschluss fand das in der Tat professionell umgesetzte Weihnachtsoratorium schließlich in der dritten der von Bach insgesamt sechs komponierten Kantaten. Mit der Anbetung der Hirten im Stall zu Bethlehem liefen Projektchor und Orchester zu Höchstformen auf. Dekanatskantor und Dirigent dieses Oratoriums, Luis Perathoner, leitete den letzten Choral schließlich wieder in den Eingangschor über, was dem Ganzen einen harmonischen und geschlossenen Rahmen verlieh. Eine gelungene Veranstaltung in der Vorweihnachtszeit.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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