Schimmel-Kita in Bruche
Jetzt meldet sich das Bistum Trier zu Wort

Die Kita gGmbH als Betriebsträger und die örtliche Pfarrei als Bauträger werden von den Eltern meist als „die Kirche“ wahrgenommen. Nun hat sich, dieser Logik folgend, das Bistum Trier zum Schimmelbefall und der gesamten Causa Haus Nazareth geäußert.
  • Die Kita gGmbH als Betriebsträger und die örtliche Pfarrei als Bauträger werden von den Eltern meist als „die Kirche“ wahrgenommen. Nun hat sich, dieser Logik folgend, das Bistum Trier zum Schimmelbefall und der gesamten Causa Haus Nazareth geäußert.
  • Foto: rai
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sz Bruche/Trier. Das Bistum Trier hat sich zum Schimmelbefall im Gebäude des Kindergartens Haus Nazareth zu Wort gemeldet. In einer ausführlichen Pressemitteilung äußert sich die Diözese zum Schimmel selbst, dazu, warum bisher keine Sanierung stattgefunden hat und zu den bisherigen Verhandlungen mit der Stadt Betzdorf darüber, das Gebäude oder auch die komplette Trägerschaft an die Kommune abzugeben.

Gesundheitsamt macht Schimmel-Kita dicht

Zum Schimmelbefall: Nachdem der Schimmel bemerkt worden sei, habe man die betroffenen Räume sofort geschlossen und Messungen veranlasst. Als klar war, dass es sich nicht um eine gesundheitsgefährdende Situation handele, habe man die Räume wieder bezogen, allerdings weiterhin im Halbjahresrhythmus messen lassen und ein Lüftungskonzept erstellt. Nun, nachdem das Gesundheitsamt das Gebäude aufgrund der jüngsten Messergebnisse geschlossen hat, bemühe sich die Kita gGmbH als Betriebsträger um ein Ausweichquartier.

"Hinweise der Eltern wurden ernst genommen"

Zur Frage der Sanierung: „Es ist auch für den Betriebsträger und Bauträger (Pfarrei Hl. Familie Bruche, Anm. d. Red.) ein sehr unbefriedigender Zustand, dass die Schimmelbildung noch nicht beseitigt wurde, und die Hinweise der Eltern wurden sehr ernst genommen“, schreibt das Bistum wörtlich. Bereits im März 2020 habe man die Kosten einer Schimmelsanierung schätzen lassen: 90.000 Euro. Das Bistum beteilige sich dabei mit 35 Prozent an den Kosten. „Die restlichen 65 Prozent müssen von den kommunalen Partnern erbracht werden“, heißt es weiter. 31.500 Euro aus Trier hätten demnach sofort bereitgestanden. Und: „Die Stadt hat dieses Angebot aber abgelehnt.“
Bauträgerschaft/Betriebsträgerschaft: Der Verwaltungsrat der Pfarrei Hl. Familie habe vor einem Jahr beschlossen, die Bauträgerschaft des Kindergartens an die Stadt Betzdorf abgeben zu wollen – und damit eben das Gebäude an sich.

Verhandlungen zum Verkauf: Pfarrei und Bistum haben der Stadt Betzdorf demnach folgendes Angebot unterbreitet: einen fünfstelligen Betrag für eine Mietwohnung in dem Komplex zu zahlen, außerdem einen Erbbaurechtsvertrag auf 99 Jahre zu unterschreiben. Jährlich würde dann ein Zins in Höhe von 5 Prozent des Grundstückswerts fällig – der aber solange ausgesetzt wird, wie in dem Gebäude eine katholische Kita betrieben wird. „Auf diesen Vorschlag, der auch eine Beschleunigung der Entscheidungen über Sanierung etc. herbeiführen könnte, wurde lange Zeit nicht reagiert. Zuletzt wurde er vor einigen Tagen bei Gesprächen von der Stadt abgelehnt“, heißt es fettgedruckt in der Mitteilung. Vielmehr habe die Stadt das Gegenangebot unterbreitet, die Kita zu einen symbolischen Preis zu kaufen und gleich die Betriebsträgerschaft mit zu übernehmen. Und: Im Januar habe das Bistum einen Stadt-Vorschlag abgelehnt, das Gebäude an einen privaten Investor zu verkaufen. Das erlaubten die kirchenrechtlichen Regelungen nicht.

Bistum Trier gibt sich in Causa Haus Nazareth versöhnlich

Betriebsträgerschaft: Die Kita gGmbH möchte die Betriebsträgerschaft gerne weiterführen, also gewissermaßen die Hand über dem „laufenden Geschäft“ behalten. Das – also die Vielfalt der Trägerschaft in der rheinland-pfälzischen Kita-Landschaft – gehe konform mit dem Gute-Kita-Gesetz. Dies entlastet auch die Kommunen, deren Aufgabe es, Kita-Plätze zu Verfügung zu stellen, sofern sich keine freien bzw. kirchlichen Träger finden. Im Falle des Hauses Nazareth beteilige sich das Bistum an den Personalkosten und an den sogenannten Overheadkosten (Qualitätssicherung, Gesundheitsmanagement, Arbeitsschutz, Verwaltung/Personal-Abrechnung der Angestellten etc.): pro Jahr mit einem höheren fünfstelligen Betrag.
Abschließend gibt sich das Bistum versöhnlich in der Causa Haus Nazareth: „Wir hoffen, dass es in Gesprächen mit der Stadt gelingt, eine gute dauerhafte Lösung für die Zukunft herbeizuführen.“

Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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