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Amtsgericht Betzdorf
Jugendstrafe nach Faustattacke auf Dorffest Herkersdorf

Wegen einer Faustattacke auf dem Dorffest in Herkersdorf wurde ein 21-Jähriger vor dem Amtsgericht Betzdorf zu einer Jugendstrafe verurteilt.
  • Wegen einer Faustattacke auf dem Dorffest in Herkersdorf wurde ein 21-Jähriger vor dem Amtsgericht Betzdorf zu einer Jugendstrafe verurteilt.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

nb Betzdorf/Kirchen. Im Leben von Leon B. ist bis dato nur wenig rund gelaufen. Eine schwierige Schullaufbahn, die ohne Abschluss endete, keine Berufsausbildung, immer nur kurzfristige Jobs. Die Hauptlast aber: der heftige Konsum von Amphetamin und Cannabis. Der heute 21-jährige Kirchener beschrieb seinen Konsum jetzt  im großen Saal des Betzdorfer Amtsgerichts so: „Ich hatte einen krassen Lebensstil, was die Drogen angeht.“ Oft habe er Betäubungsmittel eingeworfen, „bis mein Körper nicht mehr konnte.“ Nicht anders war es nach seinen Angaben Anfang Juni 2019. Rund drei Tage am Stück war er schon wach, so Leon B. (Name von der Redaktion geändert), zudem „dank“ der Drogen aggressiv und „neben der Spur“.

nb Betzdorf/Kirchen. Im Leben von Leon B. ist bis dato nur wenig rund gelaufen. Eine schwierige Schullaufbahn, die ohne Abschluss endete, keine Berufsausbildung, immer nur kurzfristige Jobs. Die Hauptlast aber: der heftige Konsum von Amphetamin und Cannabis. Der heute 21-jährige Kirchener beschrieb seinen Konsum jetzt  im großen Saal des Betzdorfer Amtsgerichts so: „Ich hatte einen krassen Lebensstil, was die Drogen angeht.“ Oft habe er Betäubungsmittel eingeworfen, „bis mein Körper nicht mehr konnte.“ Nicht anders war es nach seinen Angaben Anfang Juni 2019. Rund drei Tage am Stück war er schon wach, so Leon B. (Name von der Redaktion geändert), zudem „dank“ der Drogen aggressiv und „neben der Spur“. In diesem Zustand tauchte er in einer kleinen Gruppe, darunter auch sein Bruder, beim Dorffest in Herkersdorf auf.

Junge Männer pöbelten auf Dorffest in Herkersdorf

Was dort geschah, schilderte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft: Die jungen Männer pöbelten andere Besucher an und urinierten in den Blumenschmuck. Schließlich seien sie des Festes verwiesen worden, doch beim Verlassen des Geländes passierte es. Ein anderer Gast habe eine Beleidigung fallen lassen, Leon B. den Kontrahenten im weiteren Verlauf mit den Fäusten attackiert.
Dafür gab es eine Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung. Nicht das Einzige, was die Staatsanwältin in der Akte hatte. Einige Zeit nach dem Dorffest war Leon B. dann nämlich auf einem Motorroller erwischt worden – der 21-Jährige ohne den nötigen „Lappen“, das Zweirad ohne den nötigen Versicherungsschutz.
Die Körperverletzung räumte Leon B. über eine Erklärung seines Anwalts Daniel Walker ein. Ihm seien an diesem Abend „einfach die Sicherungen durchgebrannt“, ergänzte der Angeklagte selbst. Er entschuldigte sich für die Tat.
Auch dass er ohne Führerschein auf dem Roller unterwegs war, gab er zu. Dass aber der Versicherungsschutz fehlte, das habe er nicht gewusst, als er den Roller kaufte. Das Versicherungskennzeichen habe die für das Jahr 2019 korrekte Farbe gehabt, auf weiteres habe er nicht geachtet und auch den Papieren nur einen oberflächlichen Blick geschenkt.

Angeklagter seit Monaten in der Jugendstrafanstalt

Leon B. sitzt seit einigen Monaten in einer Jugendstrafanstalt – und ist dabei, wie er sagt, ordentlich zur Besinnung gekommen. „Mir geht’s einfach besser“, so der 21-Jährige über den Alltag ohne Drogen und mit geregeltem Ablauf. Den Vorkurs für den Hauptschulabschluss habe er erfolgreich gepackt und er wolle, nach mehreren gescheiterten Aufenthalten in Suchtkliniken, endlich von den Drogen wegkommen.
Auch die Vorsitzende Richterin Tanja Becher zeigte sich zuversichtlich, dass Leon B. nun den Ausstieg aus dem bisherigen Teufelskreis schaffen kann. Und auch wenn dies komisch klinge, so die Richterin an den Angeklagten gewandt: „Gut, dass Sie in Haft gegangen sind.“ Ansonsten hätte es die Zäsur nicht gegeben, wäre die Lebenssituation von Leon B. vielleicht noch desolater als zuvor.
Zwei Jahre Jugendstrafe wegen gemeinschaftlicher begangener gefährlicher Körperverletzung sowie Fahrens ohne Führerschein und Versicherungsschutz verhängte die Jugendschöffenkammer unter Einbeziehung zweier vorheriger Strafen und folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Und Tanja Becher gab Leon B. noch den guten Rat mit auf den Weg, die jetzige Chance auch wirklich zu nutzen.

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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