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Ganztagsschule in Betzdorf: Stattliche Bäume gefällt
Kahlschlag laut Bauamt unverzichtbar

Einige stattliche Bäume an der Ecke Jahnstraße/Schützenstraße sind in der vergangenen Woche gefällt worden. Das schmeckt nicht allen Anliegern.
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  • Einige stattliche Bäume an der Ecke Jahnstraße/Schützenstraße sind in der vergangenen Woche gefällt worden. Das schmeckt nicht allen Anliegern.
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  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

damo Betzdorf. Die Kettensägen haben ganze Arbeit geleistet: Von den alten Bäumen am Hang unterhalb des künftigen Grundschulgebäudes an der Schützenstraße ist nicht mehr viel übrig geblieben. Hübsch ist das nicht: Die Fläche wirkt öde, und der Blick für die Anlieger auf das Schulgebäude ist auch nur begrenzt ästhetisch. Und so wird Widerspruch aus der Schützenstraße laut: Anlieger Gerd Bäumer hat in einem Brief an die SZ deutliche Kritik an der Fällaktion geübt.
„Radikal dem Erdboden gleichgemacht“„Bis zu 70-jährige Eichen, Kastanien, Ulmen und Erlen wurden radikal dem Erdboden gleichgemacht, ebenso sämtliches Unterholz.

damo Betzdorf. Die Kettensägen haben ganze Arbeit geleistet: Von den alten Bäumen am Hang unterhalb des künftigen Grundschulgebäudes an der Schützenstraße ist nicht mehr viel übrig geblieben. Hübsch ist das nicht: Die Fläche wirkt öde, und der Blick für die Anlieger auf das Schulgebäude ist auch nur begrenzt ästhetisch. Und so wird Widerspruch aus der Schützenstraße laut: Anlieger Gerd Bäumer hat in einem Brief an die SZ deutliche Kritik an der Fällaktion geübt.

„Radikal dem Erdboden gleichgemacht“

„Bis zu 70-jährige Eichen, Kastanien, Ulmen und Erlen wurden radikal dem Erdboden gleichgemacht, ebenso sämtliches Unterholz. Das Ergebnis ist ein völlig sichtbares Schulgebäude mit einer gesichts- und damit charakterlosen Fassade, exponiert auf einer Anhöhe thronend wie ein Klotz“, kritisiert Bäumer und wirft mehrere Fragen auf: Was bedeutet es für das Raumklima im Sommer, wenn die Klassenzimmer der Sonne schutzlos ausgesetzt sind? Steht die Fällaktion im Einklang mit der Baumschutzsatzung? „Wo waren in diesem Fall die selbsternannten Naturschützer, seien es Mitglieder der örtlichen Politik oder der örtlichen Vereinigungen?“ Und hat die Ästhetik bei der Planung auch nur die leiseste Rolle gespielt?

„Natürlich sieht das erstmal schlimm aus“

Die SZ hat nachgefragt und im Bauamt zwar durchaus Verständnis für einige der Kritikpunkte herausgehört. Im Wesentlichen aber haben Bauamtsleiter Martin Schäfer und sein Mitarbeiter Armin Brast deutlich gemacht: Es gab keine Alternative, die Bäume mussten weichen.
„Natürlich sieht das erstmal schlimm aus“: Armin Brast kann Bäumers Einwände bezüglich der Ästhetik sehr wohl verstehen. Und Martin Schäfer kündigt an, dass der Hang später wieder begrünt werden soll. Aber die Bäume waren im Weg, und zwar beim Bau einer Rampe für die Mensa der künftigen Ganztagsschule.
So ist geplant, eine knapp 60 Meter lange Rampe, die am Abzweig Jahnstraße/Schützenstraße beginnt, bis zur Mensa den Hang hinaufzuführen. Nur so könne die Schulküche der Grundschule versorgt werden, sagt Brast und erläutert: Das Essen für die Schule wird in Rollcontainern und auf Palette geliefert. Dazu muss ein Hubwagen den Hang hinauffahren – und mehr als 3,5 Prozent Steigung macht das Gefährt nicht mit. Denselben Weg nehmen anschließend die Küchenabfälle.

Bauamt: Rampe ist notwendig

Und was spricht gegen eine Anlieferung des Essens durch den Haupteingang der Schule, der sich auf dem Niveau des Schulhofs befindet? Eine ganze Menge, befindet Brast: Würde das Essen oben ins Gebäude geliefert, müsste der Lieferant mit seinem Wagen auf den Schulhof fahren. „Das ist während des Schulbetriebs zu gefährlich.“ Erschwerend komme hinzu, dass der Schulhof verschlossen ist: Das erfordert die Amok-Prävention. Und selbst, wenn der Lieferant den Schulhof passiert hätte und am Schuleingang stehen würde, müsste das Essen noch mehr als 100 Meter durchs Gebäude gekarrt werden. „Das kann man keinem Lieferanten zumuten.“ Schwer vermittelbar wäre bei diesem Szenario auch der Weg, den die Küchenabfälle nehmen müssten: am Lehrerzimmer und etlichen Klassenräumen vorbei durch die Schule …
Soll heißen: Nach Meinung des Bauamts ist die Rampe unverzichtbar – und damit auch die Fällaktion. Damit stelle sich auch die Frage nach der Baumschutzsatzung de facto nicht mehr: „Hier gab es keine Alternative“, sagt Schäfer. Zumal die ökologisch wertvolleren Bäume die alten Eichen oberhalb des Hangs seien, meint Brast – und die seien nicht angetastet worden.
Was das Gebäudeklima angeht, weist das Bauamt die Bedenken Bäumers zurück: Sämtliche Räume auf der Südseite seien mit Sonnenschutz versehen.

Bauarbeiten liegen im Zeitplan

Brast informierte zudem, dass die Bauarbeiten gut im Zeitplan liegen: Viele Arbeiten im Inneren des früheren Realschulgebäudes seien bereits erledigt, sodass der Umzug der Schule in den Sommerferien „ein absolut realistisches Ziel“ sei. Und das gelte selbst für die Arbeiten, die durch die politische Entscheidung, ab dem Sommer ein Ganztagsangebot an der Martin-Luther-Grundschule zu etablieren, vergleichsweise kurzfristig dazugekommen seien.
Lediglich die Schulturnhalle, von der nach wie vor nur ein Skelett dem Regen und dem Schnee trotzt, wird nicht zum Schuljahresbeginn im Spätsommer fertig. Die vielen bösen Überraschungen, die während des Umbau zutage getreten sind, fordern ihren Tribut: „Da sind wir fünf, sechs Monate hinter dem ursprünglichen Zeitplan“, berichtet Brast.
Dass die Turnhalle den Winter über ohne Dach auskommen musste, sei aber kein Problem: „Das regnet von oben durch bis in den Matsch am Boden. Es muss ja ohnehin eine neue Bodenplatte gegossen werden.“ Derzeit ruhen die Arbeiten: „Maurer- und Betonierarbeiten sind bei der derzeitigen Witterung einfach nicht möglich.“ Allerdings: Die Schulturnhalle an der Martin-Luther-Straße stehe ja weiter zur Verfügung.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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