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Dachverband empfiehlt, auf die Session zu verzichten
Karneval auf der Kippe?

Karneval in Zeiten einer Pandemie: Geht das überhaupt? Der Dachverband der Karnevalisten hat diese Frage mit Nein beantwortet und rät den Vereinen, auf die gesamte Session zu verzichten.  Archivfoto: damo
  • Karneval in Zeiten einer Pandemie: Geht das überhaupt? Der Dachverband der Karnevalisten hat diese Frage mit Nein beantwortet und rät den Vereinen, auf die gesamte Session zu verzichten. Archivfoto: damo
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damo/rai Kreis Altenkirchen. Wer an die närrischen Tage denkt, assoziiert fast zwangsläufig auch das Wörtchen „Maske“ – aber damit ist dann das Modell „Karneval in Venedig“ gemeint und nicht der Mund-Nasen-Schutz. Aber das Coronavirus macht auch vor dem Karneval nicht Halt, und so stellt sich irgendwann auch die Frage, wie in Zeiten der Pandemie Karneval gefeiert werden kann. Die Rheinischen Karnevals-Korporationen haben jetzt geantwortet: Sie empfehlen, auf die gesamte Session 2020/21 zu verzichten.

Um zu verstehen, was den RKK-Vorstand umtreibt, muss man noch nicht einmal an den Kreis Heinsberg denken, wo die rasante Verbreitung des Corona-Virus wohl vor allem auf eine gut besuchte Karnevalssitzung zurückzuführen ist.

damo/rai Kreis Altenkirchen. Wer an die närrischen Tage denkt, assoziiert fast zwangsläufig auch das Wörtchen „Maske“ – aber damit ist dann das Modell „Karneval in Venedig“ gemeint und nicht der Mund-Nasen-Schutz. Aber das Coronavirus macht auch vor dem Karneval nicht Halt, und so stellt sich irgendwann auch die Frage, wie in Zeiten der Pandemie Karneval gefeiert werden kann. Die Rheinischen Karnevals-Korporationen haben jetzt geantwortet: Sie empfehlen, auf die gesamte Session 2020/21 zu verzichten.

Um zu verstehen, was den RKK-Vorstand umtreibt, muss man noch nicht einmal an den Kreis Heinsberg denken, wo die rasante Verbreitung des Corona-Virus wohl vor allem auf eine gut besuchte Karnevalssitzung zurückzuführen ist. Es reicht, sich vor Augen zu führen, wie die Infektionsschutzmaßnahmen bei einer Prunksitzung oder einer Party im Festzelt aussehen würden: Schunkeln mit Mindestabstand? Büttenredner mit Maske? All das ist schwer vorstellbar, und so raten die RKK, die Reißleine zu ziehen.

Zwar handelt es sich nur um eine Empfehlung des Dachverbands, dem mehr als 500 Vereine angehören – aber die obersten Jecken nehmen für sich in Anspruch, für die Vereine entschieden zu haben. Weil sie von etlichen Mitgliedsvereinen um eine Einschätzung gebeten worden seien, wollen sie eine Vorgabe liefern. Und die besagt: Die nächste Session sollte flachfallen. Und damit sind nicht nur die Veranstaltungen zur Sessionseröffnung im November gemeint, sondern eben auch die Umzüge und Sitzungen im kommenden Februar.

Dass der Dachverband schon jetzt vorprescht, erklärt der RKK-Vorstand mit den aufwendigen Planungen. Schon jetzt müssten Bands und Akteure fürs Bühnenprogramm gebucht werden, Veranstaltungsorte gemietet und Kostüme genäht oder gekauft werden. Bei einer kurzfristigen Absage würde das die Vereine massiv finanziell belasten – daher der Ratschlag: verzichten statt planen.

Grund genug für die SZ-Redaktion, am Wochenende die Fühler auszustrecken und bei einigen Vereinen im Verbreitungsgebiet nachzuhaken. Und dabei kamen durchaus unterschiedliche Stellungnahmen zusammen.

In einem Punkt sind sich alle einig: Noch ist nichts in Stein gemeißelt – keiner der Vereine konnte schon jetzt verbindliche Angaben machen. Schließlich hat der RKK-Vorstand erst am Freitagabend getagt. Und so stehen den Narren im AK-Land die eigenen Vorstandssitzungen, in denen über die nächste Session beraten wird, noch bevor.

Aber: So richtig überrascht war natürlich auch keiner der SZ-Gesprächspartner – denn für sie alle lag nahe, dass die Frage nach der nächsten Session aufkommen würde. „Man muss die Vernunft walten lassen“, meinte Michael Link, Vorsitzender des KV 04 Wehbach. Und: „Karneval mit zwei Metern Abstand ist nicht machbar.“ Man werde jetzt im Vorstand diskutieren.

Auch Steffen Kappes, einer der beiden Sitzungspräsidenten der KG Brachbach, kann die Bedenken der RKK nachvollziehen. „Ich gehe aktuell auch davon aus, dass wir die November-Veranstaltung kaum in der normalen Form durchführen können“, meinte Kappes. „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir darauf verzichten. Aber: Das müssen wir jetzt erstmal im Vorstand besprechen.“ Zumal man jetzt ja nicht verlässlich einschätzen könne, welchen Verlauf die Pandemie bis zum Herbst nimmt.

Das gab auch Janina Niklas, Vorsitzende des HCC, zu bedenken. Aktuell laute die allgegenwärtige Maßgabe der Politik ja, auf Sicht zu fahren: „Und wir haben unsere nächste Veranstaltung im November.“ Das passe nicht so ganz zusammen. Fakt ist aber: Auch der HCC-Vorstand wird zeitnah tagen und diskutieren. Gleiches gilt auch die KG Herdorf, wie deren Pressesprecher Michael Beel berichtete.

Etwas kritischere Töne kamen aus Scheuerfeld. Vorsitzender Erhard Alhäuser ließ anklingen, dass man beim KVS mit der Vorgabe der RKK nicht zufrieden ist: „Das ist aus unserer Sicht überhaupt nicht glücklich, dass die Entscheidung jetzt schon gekommen ist. Damit hätte man noch drei Monate warten können.“ Denn wenn wirklich eine gesamte Session flachfalle, werde das an den Vereinen nicht spurlos vorübergehen: „Unsere größte Sorge ist, dass die Vereine dann auseinanderbrechen, wenn so lange Zeit gar nichts stattfinden kann.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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