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Trotz deutlich effizienterer Anlagen
Kaum neue Windräder im Kreis Altenkirchen

Das „Repowering“ spielt bei der Gewinnung von Windenergie eine große Rolle: Auch die neue Anlage der Wäller Energiegenossenschaft leistet ein Vielfaches mehr als ihre Vorgänger.
  • Das „Repowering“ spielt bei der Gewinnung von Windenergie eine große Rolle: Auch die neue Anlage der Wäller Energiegenossenschaft leistet ein Vielfaches mehr als ihre Vorgänger.
  • Foto: damo
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sz/thor Kreis Altenkirchen. Die Nennleistung der am Netz befindlichen Windkraftanlagen ist in den vergangenen 15 Jahren im nördlichen Rheinland-Pfalz massiv gestiegen. Von 2004 bis 2019 hat sie sich mehr als verfünffacht – von 429 auf 2329 Megawatt. Und das, obwohl sich die Zahl der Anlagen im gleichen Zeitraum nur etwas mehr als verdoppelt hat – von 463 auf 1138 Anlagen.
Mitverantwortlich für den vergleichsweise höheren Anstieg der Nennleistung war in den vergangenen Jahren das sogenannte „Repowering“. Das geht aus dem Monitoringbericht der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hervor.

sz/thor Kreis Altenkirchen. Die Nennleistung der am Netz befindlichen Windkraftanlagen ist in den vergangenen 15 Jahren im nördlichen Rheinland-Pfalz massiv gestiegen. Von 2004 bis 2019 hat sie sich mehr als verfünffacht – von 429 auf 2329 Megawatt. Und das, obwohl sich die Zahl der Anlagen im gleichen Zeitraum nur etwas mehr als verdoppelt hat – von 463 auf 1138 Anlagen.
Mitverantwortlich für den vergleichsweise höheren Anstieg der Nennleistung war in den vergangenen Jahren das sogenannte „Repowering“. Das geht aus dem Monitoringbericht der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hervor.

Projekt in Oberdreisbach für den Kreis Altenkirchen einzigartig

Unter „Repowering“ versteht man das Ersetzen kleinerer Windkraftanlagen durch größere, erheblich leistungsstärkere Anlagen, die allerdings auch größere Abstände zueinander benötigen. Aus diesem Grund sinkt in manchen Windparks die Zahl der Anlagen, während der Stromertrag steigt. Die Effizienz nimmt also insgesamt deutlich zu. Bekanntestes – und auch einziges – Projekt dieser Art im Landkreis Altenkirchen ist das der Wäller Energiegenossenschaft in Oberdreisbach.
Die durchschnittliche Nennleistung der am Netz befindlichen Windkraftanlagen beträgt in der Region 2,2 Megawatt. Im gleichen Gebiet ist allerdings auch mindestens eine Anlage mit einer Nennleistung von 7,5 Megawatt verzeichnet. „In dieser Hinsicht ist also auch bei den bestehenden Anlagen weiter Luft nach oben“, heißt es vonseiten der SGD Nord.

Fünf große Photovoltaikanlagen Während Bioenergie, Wasserkraft und Geothermie im Landkreis Altenkirchen eher eine untergeordnete Rolle spielen, sieht es bei der Solarenergie etwas besser aus. Derzeit sind fünf Freiflächen-Photovoltaikanlagen im AK-Land mit einer Gesamtleistung von 14 MW am Netz, drei davon in der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain. Nicht berücksichtigt ist hierbei die Vielzahl kommunaler und privater Anlagen auf Dächern. Aber auch hier hinkt der Kreis hinterher. Die SGD Nord registrierte zum Jahresende 2019 an 170 Standorten eine Freiflächen-Anlage mit rund 429 MW Nennleistung, das sind 17 mehr als im Jahr zuvor. Der Schwerpunkt der Anlagenentwicklung liegt nach wie vor in den Landkreisen Trier-Saarburg, Bitburg-Prüm und Bernkastel-Wittlich, inzwischen sind jedoch in allen Landkreisen im Bereich der SGD Nord Freiflächen-Photovoltaikanlagen projektiert oder bereits am Netz.

Das dürfte ohnehin das Stichwort für alle Freunde der Windkraft sein. Denn auch wenn die erzeugte Leistung im langfristigen Vergleich deutlich gestiegen ist, so ist doch zuletzt eher eine Stagnation zu beobachten. Das gilt für die Region Mittelrhein-Westerwald im Allgemeinen und das AK-Land im Speziellen.

Windkraft hat im Kreis Altenkirchen einen schweren Stand

Nur ein Beispiel: In der Region Mittelrhein-Westerwald sind noch fünf Windkraft-Vorranggebiete mit einer Gesamtflächengröße von rund 82 ha gänzlich unbelegt – dort liegen auch keine Planungen vor, auf sechs Vorranggebiete mit insgesamt 79 ha steht gerade mal ein Windrad. Zum besseren Verständnis: Der Ende 2017 in Kraft getretene regionale Raumordnungsplan legt Vorrang- und Ausschlussgebiete für die Windenergienutzung fest. Außerhalb soll eine geordnete Entwicklung der Windkraft über die bauleitplanerische Steuerung der Verbandsgemeinden im Rahmen der Flächennutzungsplanung sichergestellt werden. Ohne Steuerung greift die Privilegierung der Windenergienutzung nach dem Baugesetzbuch. So laufen u. a. in der Verbandsgemeinde nach wie vor Untersuchungen, um (zwei) Voranggebiete auszuweisen.
Im Vergleich zum Jahresende 2018 sind im Zuständigkeitsbereich der SGD Nord gerade mal fünf neue Anlagen ans Netz gegangen. 51 mit einer Leistung von 153 MW sind genehmigt, aber noch nicht gebaut, und 298 mit einer Leistung von 1036 MW sind geplant bzw. beantragt. In beiden Kategorien ist eine leicht rückläufige Tendenz zu erkennen.
Dass die Windkraft im Kreis Altenkirchen seit Jahren einen immens schweren Stand hat, dürfte kein Geheimnis sein. Wo auch immer Pläne von Investoren bekannt werden, formiert sich der Widerstand in Form von Bürgerinitiativen. Die aktuelle Statistik weist weiterhin lediglich die sieben Windräder bei Gebhardshain und die „Repowering“-Anlage bei Oberdreisbach aus. Zusammen kommen sie auf eine Leistung von 19,3 MW. Für die Verbandsgemeinde Kirchen beinhaltet die Liste der SGD Nord sieben geplante und zwei beantragte Windkraftanlagen vor – dabei handelt es sich um den von der Firma Altus konzipierten Windpark bei Steeg.
Das war aber noch Stand Dezember 2019. Durch den Ablehnungsbescheid der Kreisverwaltung Altenkirchen Mitte dieses Jahres ist die Übersicht der Mittelbehörde schon wieder obsolet, wenngleich ein Einspruch von Altus sehr wahrscheinlich. Und ob sich eines Tages am Hümmerich bei Mittelhof (zwei beantragte Anlagen) oder vielleicht doch noch am Stegskopf die Rotoren drehen werden, ist derzeit ebenfalls noch völlig offen.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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