23-Jähriger zu Geldstrafe verurteilt
Kinderpornografie auf Instagram hochgeladen

Ein 23-Jähriger ist vor dem Betzdorfer Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er bei Instagram das Foto eines kleinen Mädchens in eindeutig sexualisierter Pose hochgeladen hat.
  • Ein 23-Jähriger ist vor dem Betzdorfer Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er bei Instagram das Foto eines kleinen Mädchens in eindeutig sexualisierter Pose hochgeladen hat.

  • Foto: Pixabay/Symbolfoto
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nb Betzdorf. „In keiner Schuld“ sah sich Sören K. bis zum Schluss. Ganz anderer Ansicht war Richterin Tanja Becher: Sie verurteilte den heute 23-Jährigen wegen des Erwerbs, des Besitzes und Vertriebs von kinderpornographischem Material zu 3600 Euro Geldstrafe.

Organisation aus USA macht Meldung an die Behörden

Die Plattform Instagram und eine Nichtregierungsorganisation aus den USA, die sich dem Auffinden von Kinderpornographie im Internet verschrieben hat, hatten im Frühjahr 2018 die Dinge ins Laufen gebracht und Meldung an die Behörden gemacht. Auf dem sozialen Netzwerk war ein Foto hochgeladen worden, das ein etwa acht- bis zehnjähriges Mädchen zeigte, das nackt und mit gespreizten Beinen vor der Kamera posieren musste.

Der „digitale Fingerabdruck“ führte in eine Ortschaft in der Verbandsgemeinde Wissen – zu Sören K. (Name von der Red. geändert). Er erhielt einen Strafbefehl, gegen den er aber Einspruch erhob. Somit landete die Sache am Amtsgericht Betzdorf.

Es sei sein Instagram-Account, seine E-Mail-Adresse, seine IP-Adresse (eine Art „Anschrift“, die beim Surfen im Netz übertragen wird, Anm. der Red.), hielt Richterin Becher dem Angeklagten bei der Verhandlung am Dienstag vor.

Cyberterrorismus ist auszuschließen

Denn Sören K. hatte zuvor bestritten, irgendetwas mit dem Foto zu tun gehabt zu haben. Ja, das seien seine Mail-Adresse und sein Nutzerkonto für Instagram, aber auf das Konto habe er zum Tatzeitraum keinen Zugriff mehr gehabt – es sei schon anderthalb Jahre gesperrt gewesen.
Becher verwies daraufhin einmal mehr auf die eindeutig zuzuordnende IP-Adresse. Die Erklärung von Sören K., diese könne „vorgegaukelt“ oder zum „Cyberterrorismus“ genutzt werden, hielt Becher zwar rein theoretisch für im Bereich des technisch Möglichen, in diesem Fall aber für absolut unwahrscheinlich. Auch die Ermittlungen der Behörden hätten nichts dergleichen erbracht.

Dies bestätigte ein Beamter der Betzdorfer Kriminalpolizei: Es gebe keinerlei Hinweise, dass es „der Angeklagte nicht war.“ Eindeutig auch weitere Daten, die die Ermittlungen ergaben. Demnach war Sören K. häufig auf einschlägigen Internetseiten unterwegs oder googelte nach ebenso einschlägigen Begriffen. In Such- und Seitenverlauf, den die Ermittler auswerteten, fanden sich Suchbegriffe wie „Child and Nudity“ (also „Kind und Nacktheit“) bis hin zu noch weit verstörenderen Seitennamen, die teils auch schon auf das Alter der Opfer hindeuteten.

Angeklagter äußert reine Schutzbehauptungen

Auch dafür hatte Sören K. wieder eine Erklärung parat: Das Ganze könnte quasi versehentlich und unbewusst passiert sein, oder wenn ihm etwas weitergeleitet worden sei. Aber auch dieser Erklärung schenkte Tanja Becher keinerlei Glauben: „Das ist zu viel, um mal versehentlich irgendwo draufgedrückt zu haben.“

Das sah die Staatsanwaltschaft ebenso. 120 Tagessätze à 30 Euro, so lautete die Forderung im Plädoyer. Zupass kam Sören K. dabei vor allem sein bis dato leeres Vorstrafenregister.
Richterin Becher folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und sprach in ihrer
Urteilsbegründung von „reinen Schutzbehauptungen“ des Angeklagten und unterstrich: „Es gibt keine Anhaltspunkte, dass dieses Geschehen nicht Ihnen zuzuordnen ist.“

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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