Eltern übergeben Unterschriften
Kirche soll Trägerschaft für Kita Haus Nazareth abgeben

Verena Bläcker-Hoof überreichte Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer die Unterschriften der Eltern: Sie möchten, dass die katholische Kirche die Trägerschaften „ihrer“ Kita abgibt.
  • Verena Bläcker-Hoof überreichte Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer die Unterschriften der Eltern: Sie möchten, dass die katholische Kirche die Trägerschaften „ihrer“ Kita abgibt.
  • Foto: dach
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

dach Betzdorf. „Gibt es Einwohnerfragen?“ Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer richtete den Blick gen Empore. Dort hatten einige Eltern von Kindern des Kindergartens Haus Nazareth Platz genommen. Von dort hatten sie die Sitzung des Betzdorfer Stadtrats in der Stadthalle verfolgt.
Ja, es gab Fragen, zu denen vor allem Tamara Hielscher-Schmidt einigermaßen weit ausholte. Wie berichtet, gibt es im Kita-Gebäude in Bruche ein massives Schimmelproblem. So massiv, dass das Gesundheitsamt das Haus sofort aus dem Verkehr gezogen hat. Nun wandte sich die Elternschaft in ihrer Not an den Stadtrat – und verschärfte teils die Kritik an den Trägern noch einmal. Das Gebäude gehört der Pfarrei Hl. Familie Bruche, die Kita betreibt die Kita gGbmH des Bistums Trier.

Haus Nazareth: Schimmel-Kita geschlossen

Seit zwei Jahren Schimmel

„Wir sind traurig, wütend und fassungslos“, so Hielscher-Schmidt angesichts der Tatsache, dass der Schimmel in den Gruppenräumen bereits vor zwei Jahren aufgetreten ist. „Die Bedenken und Ängste der Eltern wurden ignoriert und nicht ernst genommen“, sagte die Mutter. Das sieht das Bistum hingegen völlig anders.
So hätten die Eltern die Ergebnisse der regelmäßigen Schimmelsporenmessungen nicht einsehen dürfen. „Bravo!“ rief sie nun dem Gesundheitsamt zu, „schade“ lautete ihr Kommentar in Richtung Kita gGmbH, „dass es keine Notbetreuung für Berufstätige gibt“.
Eine Lanze brach Hielscher-Schmidt für das Team der Erzieherinnen, die „für die Kinder ihr Bestes geben“. Und sie habe Verständnis dafür, dass sich einzelne nun nach anderen Stellen umschauten. Derweil habe die Mutter des Kindes, dass – ärztlich nachgewiesen – gesundheitliche Probleme aufgrund des Schimmels erlitten hat, Anzeige gegen die Kita g GmbH wegen fahrlässiger Körperverletzung erstattet.

Kirche übernimmt Kita-Arbeit

An die CDU-Fraktion richtete sie schließlich ihre Einwohnerfrage: Wie denn aus Sicht der Christdemokraten das Vertrauen der Eltern zur Kirche als Kita-Träger wiederhergestellt werden soll?
Fraktionssprecher Werner Hollmann meinte, man müsse unterscheiden zwischen dem Bauträger, der Kirchengemeinde, und dem Betriebsträger, der Kita gGmbH. „Und die Kita gGmbH hat ihre Sache bisher doch ganz gut gemacht.“ Dass der Zustand des Gebäudes schlecht sei, stehe außer Frage. Aber das gebe es auch dort, wo die Stadt als Bauträger auftrete: In der Kita am Alsberg etwa seien seit geraumer Zeit die Fenster undicht. Nichtsdestotrotz solle auch in Bruche nach dem Willen der CDU die Stadt das Gebäude übernehmen. „Aber das ist verzögert worden.“
Man sei froh, dass die Kirche Kita-Arbeit übernehme, so Hollmann. Und dann kam die Frage nach der Vermittlung von christlichen Werten ins Spiel. Hielscher-Schmidt ging davon aus, dass sich die CDU genau darum sorge, wenn die Stadt die Brucher Kita übernehmen würde. Sie fragte Stadtbürgermeister Geldsetzer nach etwaigen Unterschieden zwischen christlichen und weltlichen Kitas: „Es gibt keine Unterscheidung“, stellte der Stadtbürgermeister klar.
Auch Verena Bläcker-Hoof als Vorsitzende des Elternausschusses ergriff das Wort. Sie fragte sich, wie diese christlichen Werte mit den zwei Schimmeljahren zusammengingen. Sie hakte auch gleich bei Hollmann ein: „Sie vertreten doch die Leute, die sie wählen, und nicht die Institution Kirche.“ Sie resümierte: „Unser Vertrauen wurde ausgenutzt, um die Situation weiter auszusitzen.“
Bevor sie in einer Sitzungsunterbrechung eine nahezu komplette Liste mit Elternunterschriften für einen Trägerwechsel an Geldsetzer übergab, schloss sie mit bedeutungsschwangeren Worten an den Stadtrat: „Unsere Hoffnung liegt in Ihnen allen, parteiübergreifend.“

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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