Massiver Protest beim ersten Wald-Sonntag im Nauberg
„Kleines Paradies“ erhalten

Zahlreiche Menschen protestierten am Sonntag auf Einladung der NI und der Bürgerinitiative gegen die industrielle Nutzung des Naubergs im Grenzgebiet der Kreise Altenkirchen und Westerwald. Foto: NI
  • Zahlreiche Menschen protestierten am Sonntag auf Einladung der NI und der Bürgerinitiative gegen die industrielle Nutzung des Naubergs im Grenzgebiet der Kreise Altenkirchen und Westerwald. Foto: NI
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sz Norken/Nauroth. Trotz des regnerischen und windigen Herbstwetter konnten Harry Neumann, Kreis- und Landesvorsitzender des Umweltverbandes Naturschutzinitiative (NI), und Klaus Wilhelm, Sprecher der BI „Erhaltet den Nauberg“, über 150 Teilnehmer zum ersten Wald-Sonntag im Nauberg begrüßen. Die Veranstaltung verdeutlichte den Teilnehmern die große Bedeutung des Naubergs für die Lebensräume von Menschen und Tieren, heißt es in einer Pressemitteilung der NI. Insbesondere sei der unzerschnittene Höhenrücken nicht nur für Wildtiere wichtig, er sei zudem ein Naherholungsgebiet für Wanderer, Spaziergänger, Mountain-Biker und Erholungssuchende. Dieses würde durch den geplanten Basaltabbau der Basalt AG unwiederbringlich zerstört, so Neumann.

Es sei völlig grotesk, ein Naturwaldreservat mit sehr alten Bäumen verlegen zu wollen. Alle Teilnehmer forderten daher die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken auf, das Gebiet umgehend durch eine einstweilige Sicherstellung unter Naturschutz zu stellen. Nur so sei es möglich, so der BI-Vorsitzende Wilhelm, das Gebiet dauerhaft und nachhaltig zu schützen. Eine Neubewertung des ökologischen Wertes durch Landesforsten sei zwar sinnvoll, aber nicht ausreichend, sagte Wilhelm.

NI-Wildkatzenexpertin Gabriele Neumann erläuterte den Besuchern die Lebensweise der europäischen Wildkatze, die hier einen ihrer Kernlebensräumen habe und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sogar reproduziere.

Der Nauberg müsse auch deshalb erhalten bleiben, weil hier mehrere Wildtierkorridore von bundesweiter und europäischer Bedeutung verliefen, die durch das Abbauvorhaben erheblich gestört oder sogar zerstört würden. Auch für die zahlreichen Fledermausarten sei der Nauberg mit seinen vielen Höhlen und Spalten in den alten Bäumen unverzichtbar, heißt es weiter. Das geplante fast 1,8 Kilometer lange Transportband durch wertvollsten Wald sei inakzeptabel und nicht hinnehmbar. Außerdem sei es auch mit dauerhaftem Lärm für die umliegenden Ortsgemeinden verbunden, so Neumann.

Dipl.-Biologe Immo Vollmer, hauptamtlicher Naturschutzreferent der NI, erläuterte den Teilnehmern das Ökosystem Wald, das mehr sei als die Summe aller Bäume. Der alte Buchenwald auf Basalt mit 160 bis 180jährigen Rotbuchen sei einzigartig in ganz Rheinland-Pfalz und müsse erhalten bleiben. Bedeutend seien auch die zahlreichen Quellen und Quellbiotope, so Vollmer.

Ornithologe Wolfgang Burens kennt den Nauberg bereits seit seiner Kindheit und stellte die Bedeutung dieses Waldes für die Vögel heraus. So kommen nach Angaben der BIn alleine hier sechs von deutschlandweit neun Spechtarten vor, u.a. auch der in Deutschland auf der Roten Liste stehende und gefährdete Grauspecht. Aber auch für viele Singvögel und den Schwarzstorch sei der Nauberg ein „kleines Paradies“.

Abschließend forderten Harry Neumann und Klaus Wilhelm die Basalt AG nochmals auf, das Vorhaben aufzugeben. Nur so könne diese ihrer Verantwortung für Mensch und Natur nachkommen. Alles andere sei ein unverantwortlicher Frevel an der Natur.

„Dieser massive Eingriff in diesen hochwertigen Waldlebensraum ist nicht ausgleichbar. Sollte die Basalt AG jedoch daran festhalten, werden wir im Falle einer Genehmigung den Klageweg beschreiten. Wenn es sein muss, bis zum Europäischen Gerichtshof. Hier würde eine rote Linie überschritten, was wir nicht akzeptieren würden“, so der NI Landesvorsitzende.

Der nächste Wald-Sonntag im Nauberg findet am 29. Dezember um 11.00 Uhr statt. Eine Anmeldung ist erforderlich per E-Mail unter anmeldung@naturschutz-initiative.de.

Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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