Klingender Glückwunsch

Michael Nassauer, Herbert Ermert und Russell N. Harris (v. l.) freuten sich über ein gelungenes Geburtstagskonzert für die Musikgemeinde Betzdorf-Kirchen.  Foto: suk
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suk Betzdorf. Der 40. Geburtstag ist ein wahrlich guter Grund zum Feiern, und das tat am Sonntag die Musikgemeinde Betzdorf-Kirchen dann auch in gebührendem Rahmen. Der Verein hat sich aus diesem Anlass selbst das schönste Geschenk gemacht und sich ein festliches Ständchen von der Philharmonie Südwestfalen bringen lassen. Diese gab in der Betzdorfer Stadthalle ein Festkonzert und hatte ein überaus passendes Programm vorbereitet, das schnell Feststimmung aufkommen ließ.

Unter der Leitung von Russell N. Harris eröffnete der Klangkörper den Abend mit der „Jubel-Ouvertüre“ von Carl Maria von Weber, deren festliche Klänge – mal schreitend, mal lebhaft – in der Coda, nach einem Triangelschlag, in einer reich instrumentierten Fassung der Hymne „Heil dir im Siegerkranz“ gipfeln. Diese Melodie haben viele Komponisten in verschiedenen Werken verwendet, aber nirgends wird das Thema brillanter und überraschender eingesetzt als in der Jubel-Ouvertüre Webers, wo es den hinreißenden Schluss dieses kleinen Meisterwerks bildet.

Nach diesem gelungenen musikalischen Auftakt begrüßte der Vorsitzende der Musikgemeinde, Michael Nassauer, Solohornist bei der Philharmonie Südwestfalen, die rund 450 Gäste in der Stadthalle, darunter zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Kulturwesen und Wirtschaft. Er nutze die Gelegenheit auch, um allen Mitgliedern, Freunden und Gönnern der Musikgemeinde aus den letzten 40 Jahre zu danken, mit deren Hilfe der Verein die kulturelle Arbeit in der Region bereichert habe. Bei vier bis fünf Konzerten pro Saison, mache das inzwischen eine Summe von rund 200 Konzerten, nicht selten mit hochkarätigen Künstlern wie Justus Frantz, den Stuttgarter Philharmoniker oder der Geigerin Mirjiam Contzen.

Nassauer dankte allen daran Beteiligten für ihr Engagement und hob hier mit Herbert Ermert einen Mann besonders hervor. Er hat die Musikgemeinde mitgegründet und leitete ihre Geschicke 30 Jahre lang sehr erfolgreich. 1998 trat Michael Nassauer in seine Fußstapfen und hat sein Werk fortgeführt. Die Stärke der Musikgemeinde sei neben den Konzerten und Opernfahrten die Kontinuität, und für die wolle man auch in Zukunft sorgen, betonte Nassauer, bevor er das Mikrofon wieder gegen sein Waldhorn tauschte und zwischen seinen Musikerkollegen Platz nahm.

Alsdann erwartete die Zuhörer ein erster Höhepunkt des Abends. Gemeinsam mit Nicola Jürgensen, Soloklarinettistin im Sinfonieorchester des WDR, spielte die Philharmonie Mozarts Klarinetten-Konzert in A-Dur KV 622. Dieses bekannte Werk schrieb Mozart nur sechs Wochen vor seinem Tod, es war seine letzte Instrumentalkomposition. Kaum ein anderes Werk besticht durch so viel Ausdrucksvielfalt. Vom ersten Satz, dem lebhaften Allegro, über den getragenen, fast schon melancholischen zweiten Satz, Adagio, bis zum finalen Rondo, in dem die gelöste Stimmung des ersten Teils wieder aufgenommen wird, präsentiert dieses Stück alle klanglichen Facetten der Klarinette. Die junge Solistin interpretierte das Werk mit einem derart intensiven Ausdruck, dass der Zuhörer vom ersten bis zum letzten Ton gefesselt war. Ihr Klarinettenspiel war von einer außergewöhnlichen Virtuosität, die berührte – nicht nur bei den ergreifenden Pianissimo-Stellen im Adagio, die für Gänsehaut beim Zuhörer sorgten.Zweites großes Werk an diesem Abend war die Sinfonie Nr. 3 in Es-Dur op. 97, die „Rheinische Sinfonie“, von Robert Schuhmann. Er schrieb diese Sinfonie 1850 nach seinem Umzug nach Düsseldorf und beschreibt darin die rheinische Landschaft, die Mythen und das Leben an den Ufern des Rheins. Mal feierlich, mal empfindsam und dann auch wieder beschwingt und unbefangen, stellt diese Sinfonie ein großes Klangerlebnis dar. Die Philharmonie setzte das Werk unter dem gewohnt engagierten Dirigat von Russell N. Harris bravourös um und bescherte den Konzertbesuchern damit einen weiteren Musikgenuss der Extraklasse.Im Anschluss gab es für eine kleine geladene Geburtstagsgesellschaft noch einen Imbiss in der Gaststube der Stadthalle, wo auch Betzdorfs Bürgermeister, Bernd Brato , einige Worte des Dankes an die Verantwortlichen der Musikgemeinde Betzdorf-Kirchen richtete. Er lobte ebenfalls die Arbeit Herbert Ermerts und seines Nachfolgers Michael Nassauer noch einmal im Besonderen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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