SZ

EAW: 1 Euro mehr im Betzdorfer Haushalt
Kompromiss mit Denkmalschutz gesucht

Für die Stadt Betzdorf wird es von entscheidender Bedeutung sein, welche Teile des unter Denkmalschutz stehenden Eisenbahnausbesserungswerks abgerissen werden dürfen. Ein kompletter Erhalt ist wirtschaftlich nicht darstellbar. Foto: goeb
  • Für die Stadt Betzdorf wird es von entscheidender Bedeutung sein, welche Teile des unter Denkmalschutz stehenden Eisenbahnausbesserungswerks abgerissen werden dürfen. Ein kompletter Erhalt ist wirtschaftlich nicht darstellbar. Foto: goeb
  • hochgeladen von Thorsten Stahl (Redakteur)

thor Betzdorf. Es ist ein Pokerspiel, das die Stadt Betzdorf eigentlich nur gewinnen kann: Mit dem Einsatz von gerade mal 1 Euro winkt langfristig ein Millionenertrag. Der Stadtrat hat am Mittwoch Nachmittag mit der Verabschiedung des Nachtragshaushalts de facto auch dem Erwerb des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerk (EAW) zugestimmt. Einzige Änderung zum ursprünglichen Etat ist die Berücksichtigung des besagten Euros im Finanzhaushalt. Damit steht dem Notartermin mit der Bahn nichts mehr im Wege, der Tag der Unterschriften ist für Mitte September vorgesehen, wie Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer mitteilte.

Unmissverständlich machte er in seinen einleitenden Worten klar, dass es hier um weit mehr gehe als um 1 Euro – es gehe schlicht um das „Mega-Projekt des Jahrzehnts“.

thor Betzdorf. Es ist ein Pokerspiel, das die Stadt Betzdorf eigentlich nur gewinnen kann: Mit dem Einsatz von gerade mal 1 Euro winkt langfristig ein Millionenertrag. Der Stadtrat hat am Mittwoch Nachmittag mit der Verabschiedung des Nachtragshaushalts de facto auch dem Erwerb des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerk (EAW) zugestimmt. Einzige Änderung zum ursprünglichen Etat ist die Berücksichtigung des besagten Euros im Finanzhaushalt. Damit steht dem Notartermin mit der Bahn nichts mehr im Wege, der Tag der Unterschriften ist für Mitte September vorgesehen, wie Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer mitteilte.

Unmissverständlich machte er in seinen einleitenden Worten klar, dass es hier um weit mehr gehe als um 1 Euro – es gehe schlicht um das „Mega-Projekt des Jahrzehnts“. Geldsetzer dankte sowohl Landrat Dr. Peter Enders als auch Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, die kurzfristig Gespräche mit den Denkmalschutzbehörden ermöglicht hätten. Dabei habe man immer wieder auf den maroden Zustand der Hallen hingewiesen. Ein Erhalt aller Gebäudeteile wäre nach Auffassung von Geldsetzer unzumutbar. Ein Gutachten beziffere den Sanierungsaufwand auf mehrere Millionen Euro. Die Stadt werde aber Kompromissvorschläge unterbreiten. „Ich bin optimistisch, dass wir eine gute Lösung für alle Seiten finden werden.“

Dieses Areal steht für Geldsetzer sinnbildlich dafür, „wo wie Betzdorfer herkommen, wo wir ein Stück weit noch stehen und wo wir hinwollen“. Inzwischen sei die Stadt nicht mehr abhängig von der Bahn und wenigen großen Firmen, seit der Neuausrichtung der Wirtschaftsförderung sei man deutlich krisensicherer aufgestellt. Für die „Neue Mitte“ gebe es viele Interessenten aus Handel, Dienstleistung, medizinischer Versorgung und Wohnen, sagte Geldsetzer.

Fraktionsübergreifend wurde Zustimmung signalisiert: CDU-Fraktionssprecher Werner Hollmann wollte allerdings die Euphorie des Stadtbürgermeisters nicht ganz teilen. Er sah noch etliche Unwägbarkeiten, wie etwa Denkmalschutz und Altlasten. Auch eine Neugestaltung der kompletten Wilhelmstraße sei vor Jahren gescheitert. „Es wäre schön, wenn sich alles entwickelt wie geplant“, so Hollmann.

SPD-Kollege Karl-Heinz Mohr sieht die Chance, dass aus einer Ruine etwas Vernünftiges wird. Ihm war es wichtig, dass der Einfluss der Stadt bei der Entwicklung des Geländes erhalten bleibt. Das sahen auch andere so: Hans Werner Söhngen (FWG) hofft auf gute Investoren, Horst Vetter (Grüne) sieht gute Chancen auf die Entwicklung des Stadtzentrums. Die Gremien müssten aber weiterhin bei der Gestaltung mit einbezogen werden. Jennifer Schneider (FDP) sprach von einer „super Projekt-Idee“ und einem „unschlagbaren Standort“. Jetzt müsse nur noch die Gratwanderung zwischen Denkmalschutz und Stadtentwicklung gelingen.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

12 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Tablet-Aktion der Siegener Zeitung
SZ-Abo abschließen und Tablet sichern

Mit einem Abo der Siegener Zeitung kommen Sie jetzt gleichzeitig auch an ein Tablet Ihrer Wahl. Immer und überall informiert mit dem E-Paper... lesen, wo ich will; ... über die Suchfunktion schnell finden, was mich interessiert; ... gleicher Inhalt in praktischer Form; ... mit Zoomfunktion. Jetzt exklusiv: die Tablet-Bundle-Aktion  Beinahe geschenkt: Erhalten Sie kostengünstig ein Tablet Ihrer Wahl bei Abschluss eines Abos der Siegener Zeitung. Möchten Sie Ihr neues Tablet gleich zum Lesen...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen