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Realschule plus: Extrem schwierige Bedingungen
Kreis stockt Schulsozialarbeit an Bertha auf

Die Bertha-von-Suttner-Realschule plus Betzdorf hat in jüngerer Vergangenheit nur noch einen Standort: Auf dem Bühl. Dem Wunsch des Kollegiums nach Aufstockung der Schulsozialarbeit ist man nun nachgekommen.
  • Die Bertha-von-Suttner-Realschule plus Betzdorf hat in jüngerer Vergangenheit nur noch einen Standort: Auf dem Bühl. Dem Wunsch des Kollegiums nach Aufstockung der Schulsozialarbeit ist man nun nachgekommen.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

goeb Betzdorf. „Die Problematik ist Ihnen ja allen bekannt.“ So leitete Landrat Dr. Peter Enders in diesen Tagen einen Austausch über die pädagogische Verstärkung der Bertha-von-Suttner-Realschule plus in Betzdorf ein. Die Schule hatte Anfang des Jahres einen „Brandbrief“, eine Überlastungsanzeige, ans zuständige Ministerium in Mainz gesendet mit der dringenden Bitte um Unterstützung. Nicht nur war zeitweise geordneter Unterricht nicht mehr möglich, auch verbale und sogar tätliche Gewalt unter Schülern sowie gegen Lehrer hatte es gegeben. Die Vermittlung von Unterrichtsstoff sei immer schwieriger geworden.
0,5 Stellen mehrDas hatte eine Reihe von Prozessen in Gang gesetzt.

goeb Betzdorf. „Die Problematik ist Ihnen ja allen bekannt.“ So leitete Landrat Dr. Peter Enders in diesen Tagen einen Austausch über die pädagogische Verstärkung der Bertha-von-Suttner-Realschule plus in Betzdorf ein. Die Schule hatte Anfang des Jahres einen „Brandbrief“, eine Überlastungsanzeige, ans zuständige Ministerium in Mainz gesendet mit der dringenden Bitte um Unterstützung. Nicht nur war zeitweise geordneter Unterricht nicht mehr möglich, auch verbale und sogar tätliche Gewalt unter Schülern sowie gegen Lehrer hatte es gegeben. Die Vermittlung von Unterrichtsstoff sei immer schwieriger geworden.

0,5 Stellen mehr

Das hatte eine Reihe von Prozessen in Gang gesetzt. Es gab Krisengespräche zwischen dem Landkreis und der Schule, am Ende fuhr sogar Staatsministerin Stefanie Hubig auf dem Bühl vor, um mit dem Kollegium um Rektor Thomas Giehl und Altenkirchen zu beratschlagen, was zu tun sei. Man verständigte sich darauf, den Stellenschlüssel für die Schulsozialarbeit zu verbessern. Ergebnis: Die Schulsozialarbeit an der Bertha wird um 0,5 Stellen aufgestockt.

Viele wollen Verstärkung

Am Montagabend machte der Kreisausschuss den Weg frei für die Gestattung von 30.100 Euro an zusätzlichen Personalkosten jährlich. Die für Schulsozialarbeit zuständige Abteilung „Jugend und Familie“ hatte den Politikern ein mehrseitiges Papier an die Hand gegeben.
Die Verwaltung muss den Ausbau der Schulsozialarbeit an der Bertha begründen, denn es gibt reichlich andere Schulen im Kreis, die sich ebenfalls eine Verstärkung in dieser Hinsicht wünschen.
Wie einer Übersicht zu entnehmen ist, verfügt die von vielen Kindern mit Migrationshintergrund besuchte Schule bereits über einen Stellenüberhang von 0,54. Zum Vergleich: Die nahe IGS Betzdorf-Kirchen verbucht hier eine Unterversorgung von 0,32. Für Gymnasien unter den Weiterführenden ist Schulsozialarbeit nicht vorgesehen. Entscheidungsgrundlage bieten der Sozialbelastungsindex – der ist an der „Bertha“ sehr hoch – und die Schülerzahlen. Letztere sind in den vergangenen Jahren stetig gesunken, ihr Wert liegt nun bei 256.

Gezielte Angebote

Insgesamt gibt der Kreis dafür pro Jahr knapp eine halbe Million Euro aus (7,25 Stellen). Das Land beteiligt sich daran mit rund 222.000 Euro.
In einem Schreiben des Rektors wird betont, dass sich die Schule derzeit inhaltlich und konzeptionell neu aufstelle. Der Mehrbedarf an Schulsozialarbeit – vorzugsweise mit einer weiblichen Kraft – sei notwendig, heißt es da. Das gelte besonders für die Persönlichkeitsförderung älterer Schüler in den höheren Klassen. „Nur durch gezielte Angebote und Maßnahmen wird es uns gelingen, sie auf das Leben vorzubereiten und sie als vollwertige Mitglieder in die Gesellschaft zu etablieren“, argumentiert der Rektor.

Frau soll Team bereichern

Zwei Schulsozialarbeiter seien männlich, der eine habe eine 75-Prozent-Stelle, der zweite eine 25-Prozent-Stelle. „Wir halten es für wichtig, die neu zu schaffende Stelle mit einer Frau zu besetzen“, heißt es weiter. Denn die könne das Team bereichern und sich insbesondere um die Bedürfnisse und die Lebenswelten der Mädchen kümmern.
Der Landkreis will die Ziele der Schule unterstützen. „Wir haben uns darauf verständigt, ohne rechtlich dazu in der Pflicht zu sein“, fügte Dr. Enders dem einstimmigen Beschluss hinzu. Auf diese Marschrichtung habe man sich zusammen mit dem Ministerium verständigt.

Einsatz ab 1. Februar

Jugendamtsleiter Mark Schneider erklärte, dass die zusätzliche Kraft ihre Arbeit zum zweiten Schulhalbjahr 2020/21 aufnehmen soll. „Wir streben den 1. Februar an“, ergänzte der Landrat. Auch beim Deutschunterricht hat sich die Situation verbessert. Laut Thomas Giehl ist das Unterrichtsangebot über 21 zusätzliche Wochenstunden für drei Jahre gesichert. Andreas Goebel

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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