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Kulinarische Silvesterbräuche im Gebhardshainer Land
Kröbbelchen und Naujohrn

Kann in diesem Jahr auch nur im kleinen Rahmen gefeiert werden, so werden Konrad Schwan und seine Familie bestimmt die Tradition des Kröbbelcher-Essens aufrechterhalten. Unser Bild zeigt ihn mit seinen Enkeltöchtern (v. l.) Luise (5), Emma (2) und Paula (7).
  • Kann in diesem Jahr auch nur im kleinen Rahmen gefeiert werden, so werden Konrad Schwan und seine Familie bestimmt die Tradition des Kröbbelcher-Essens aufrechterhalten. Unser Bild zeigt ihn mit seinen Enkeltöchtern (v. l.) Luise (5), Emma (2) und Paula (7).
  • Foto: gum
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

gum Kausen. Am 31. Dezember geht das Jahr zu Ende. Über Jahrzehnte hinweg haben sich Traditionen und Bräuche etabliert, mit denen das alte Jahr verabschiedet und das neue gebührend gefeiert wird. Vor allem in ländlichen Regionen wie im Gebhardshainer Land werden diese Bräuche immer noch in Ehren gehalten. Einer, der davon viel zu erzählen weiß, ist Konrad Schwan, der Vorsitzende des Heimatvereins Altenkirchen. Ihn vorzustellen ist so überflüssig wie die berühmten Eulen nach Athen zu tragen. Schließlich ist Schwan bezüglich Traditionen und Bräuchen ein wandelndes Geschichtsbuch, wovon nicht nur die Vereinsmitglieder profitieren, sondern auch seine fünf Enkelkinder, die Opas Erzählungen davon, wie es früher einmal war, gerne lauschen.

gum Kausen. Am 31. Dezember geht das Jahr zu Ende. Über Jahrzehnte hinweg haben sich Traditionen und Bräuche etabliert, mit denen das alte Jahr verabschiedet und das neue gebührend gefeiert wird. Vor allem in ländlichen Regionen wie im Gebhardshainer Land werden diese Bräuche immer noch in Ehren gehalten. Einer, der davon viel zu erzählen weiß, ist Konrad Schwan, der Vorsitzende des Heimatvereins Altenkirchen. Ihn vorzustellen ist so überflüssig wie die berühmten Eulen nach Athen zu tragen. Schließlich ist Schwan bezüglich Traditionen und Bräuchen ein wandelndes Geschichtsbuch, wovon nicht nur die Vereinsmitglieder profitieren, sondern auch seine fünf Enkelkinder, die Opas Erzählungen davon, wie es früher einmal war, gerne lauschen.

An Silvester kein besonderes Essen

Für die Siegener Zeitung hat er in seinen Aufzeichnungen geblättert und weiß über verschiedenste kulinarische Bräuche zu berichten. Früher war Silvester ein halber Arbeitstag und entsprechend gab es auch am Tag kein besonderes Essen. In den meisten Häusern wurden „Kröbbelcher“ (Krapfen) gebacken – ein für Neujahr typisches Gebäck, das auch zur Fastnacht Tradition war. Im Gebhardshainer Land gab und gibt es sie Neujahr zum nachmittäglichen Kaffeetrinken. In weiten Teilen Deutschlands – so zum Beispiel im Südwesten – heißen sie allerdings nicht Kröbbelchen, sondern schon zu allen Zeiten „Fastnachts-Küchelchen“.
In Fensdorf wiederum gab es Neujahr Neujahrsbrezeln und in einigen Haushalten kam ein ganz besonderes Hefegebäck, das Naujohrn (Neujährchen), auf den Tisch. Es hat seinen Ursprung in den angrenzenden nassauischen Gebieten um Hachenburg.

Warmer Kartoffelsalat besonders beliebt

Am Silvesterabend nach dem Jahresschlussgottesdienst wurde vielfach zu Hause mit Kartoffelsalat und Würstchen gefeiert, wobei warmer Kartoffelsalat mit Speck wohl besonders beliebt war. Auch Hausmacherwurst, die man von der Hausschlachtung hatte, war als Beigabe begehrt. Viele feierten Silvester aber auch in den Gaststätten in einigen Orten (gesichert ist das aus Kausen und Molzhain). Dann spendierten die Gastwirte den Gästen ein Essen als „Neujöhrchen“, also ein Neujahrsgeschenk. Nach den gegenseitigen Wünschen für ein gutes Neues Jahr wurde gemeinsam das Lied „Großer Gott wir loben dich“ gesungen.
Dass man Silvester zum Essen in die Gaststätten ging, wurde vor allem ab den 90er-Jahren üblich, wobei auch danach allerdings meist zu Hause weiter gefeiert wurde. Getrunken wurde früher viel mehr Schnaps als heute, in den Gaststätten trank man allerdings auch gerne Bier. In den 80er-Jahren war die Bowle ein beliebtes Getränk und wurde – wie auch Glühwein und Punsch – bei der Silvesterfeier zu Hause getrunken. Dagegen war der Brauch, um Mitternacht mit Sekt auf das Neue Jahr anzustoßen, bis in die 80er-Jahre hinein eher unbekannt.

Autor:

Gaby Wertebach (Freie Mitarbeiterin) aus Betzdorf

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