Land tut für den AK-Kreis viel

Hans-Artur Bauckhage:

Minister: In größeren Zusammenhängen sehen / Weiter Zuwendungen wie in den letzten Jahren

goeb Betzdorf. »Seit dem letzten Verkehrsforum hier im Landkreis Altenkirchen hat sich eine Menge in der Verkehrspolitik getan.« Ein solches Resümee zog am Montag Hans-Artur Bauckhage beim Forum in Betzdorf in seiner Funktion als Landesverkehrsminister (die SZ berichtete). So sei die »Mobilitätsmilliarde« auf den Weg gebracht worden, »mit der wir unser Landesstraßennnetz fit für die Zukunft machen«. 157 Mill. e, so der Minister, kämen im Haushalt 2004 zum Ansatz.

Ein Arbeiten nach Gesetzen wie in der freien Wirtschaft verspricht sich Bauckhage vom neu gegründeten Landesbetrieb Straßen und Verkehr. Hochrangige Vertreter der Behörde verfolgten die Forumsbeiträge als Zuhörer. Für Bundesfernstraßen und Landesstraßen heiße das Gebot: Erhalt geht vor Neubau.

Die von einigen Rednern kritisierte schlechte Anbindung von weiten Teilen des Kreises über Straßen an die Autobahnen und die ebenfalls kritische Aussage, das Land habe den Landkreis Altenkirchen vernachlässigt, wollte Bauckhage nicht generell gelten lassen. Was die Anbindung angehe, argumentierte er, dürfe man den Kreis nicht isoliert sehen, sondern als mit den Nachbarkreisen verflochtenen Bereich. In diesem Zusammenhang fiel auch die bereits zitierte Bemerkung Bauckhages, zur Westerwald-Autobahn gebe es keine Alternative.

»Hausaufgaben gemacht«

Als Hemmschuh sah der Minister die Tatsache an, dass der Landkreis in wichtigen Verkehrsfragen auf die Kooperation und Bauwilligkeit der Nachbarkreise angewiesen sei. »Wir haben unsere Hausaufgaben schon vor vielen Jahren gemacht. Als großes Problem sehe ich immer noch die Stagnation in Sachen Umgehung Freudenberg an.«

Der Bundesverkehrswegeplan, bemerkte der Politiker, sei über lange Strecken »maßlos unterfinanziert« gewesen. Jetzt genössen Erhalt und Umbau von Straßen Priorität, ganz ähnlich verhalte es sich bei den Landesstraßen. Das bedeute aber nicht, dass man den Neubau aus den Augen verliere.

Auch der »Schiene« widmete Bauckhage Platz in seinem Wortbeitrag. Neben der ICE-Strecke Köln-Rhein/Main, dem Bahnhof Montabaur (»erfreuliche Entwicklung«) kam auch die Zuverlässigkeit der Bahn zur Sprache. Der Zugverkehr sei – bei allen Problemen in Einzelfällen – immer noch das pünktlichste Verkehrsmittel. Als Autofahrer wisse er das nur zu gut.

Profitieren von NRW-Projekten

Als Neubau-Projekte von »großräumiger Bedeutung« definierte Minister Bauckhage unter anderem die Umgehung (OU) Mudersbach und die B54 mit der OU Rennerod. Für die im Vordringlichen Bedarf (VB) enthaltenen Projekte habe er sich persönlich eingesetzt. Auf NRW-Seite figurierten der Weiterbau der HTS sowie die OU Hennef/Uckerath im VB. »Davon profitiert auch der Landkreis Altenkirchen.« Da sich der Bundesverkehrswegeplan in der parlamentarischen Beratung befinde, seien auch nur über diesen Weg noch Änderungen möglich.

B62 sicherer machen

Die Arbeiten am Betzdorfer Tunnel stünden vor der Vergabe, er rechne damit, dass die Arbeiten im kommenden Frühjahr beginnen könnten. Bei günstigem Bauverlauf sei man 2006 damit fertig. Mit der neuen Bahnüberführung Euteneuen (ab 2004) und der Verlegung der B62 in Nisterbrück (Brücke) sei die Bundesstraße ein Stück sicherer geworden, so Bauckhage weiter. Schließlich könne im nächsten Jahr auch der anspruchsvolle Ausbau der Ortsdurchfahrt Mudersbach abgeschlossen werden.

Teure Ortsumgehungen

Hans-Artur Bauckhage sicherte ferner zu, dass alle sechs Lärmschutzwände an der L280 in Niederfischbach gebaut würden. Die Umgehung Steineroth sehe er »auf der zukünftigen Dringlichkeitsliste« an oberste Stelle, es folgten dann die Umgehungen Betzdorf und Alsdorf. »Allein diese drei Projekte erfordern vom Land die finanzielle Kraftanstrengung von über 60 Mill. Euro. Die Summe liegt über dem jährlichen Ansatz für den Neubau von Landesstraßen im gesamten Land.« Kurzfristig und gleichzeitig sei dies natürlich nicht zu realisieren.

2004: Sechs Projekte

Ohne dem Parlament vorzugreifen, könne er schon heute sagen, dass 2004 im Landkreis Altenkirchen sechs Baumaßnahmen an Landesstraßen mit einem Volumen von rund 3,8 Mill. Euro vorgesehen seien. Er sei ferner optimistisch, dass die jährliche Rate des Landes bei der Unterstützung des kommunalen Straßenbaus (2,2 bis 2,7 Mill. e) gehalten werden könne.

Weitere Punkte des Referats waren die Förderung des Radwegebaus mit Schwerpunkt in den Flusstälern sowie die Arbeiten an den Bahnhöfen Wissen, Betzdorf, Kirchen und Altenkirchen. Das Angebot auf der Schiene wolle man auch weiterhin dem Wettbewerb aussetzen, weil man damit positive Erfahrungen gemacht habe. Abschließend äußerte sich Bauckhage optimistisch zu einer möglichen Doppelmitgliedschaft des Landkreises in den Verkehrsverbünden Rhein-Mosel und Rhein-Sieg. »Solche Situationen kennen wir aus anderen Kreisen des Landes auch. Aus Sicht des Landes kann einer Doppelmitgliedschaft Rechnung getragen werden.«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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