Einrichtungen im Ausnahmezustand
"Lebenshilfe" bittet um Unterstützung und Solidarität

Rita Hartmann bittet im Namen der beeinträchtigten Menschen um Solidarität und Unterstützung – von der Politik, aber auch den Mitmenschen.
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  • Foto: "Lebenshilfe"
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sz Steckenstein. Die „Lebenshilfe“ im Landkreis Altenkirchen befindet sich aktuell in einem Ausnahmezustand – auch wenn bis jetzt bei Betreuten oder Mitarbeitern keine Infektionsfälle bekannt sind. „Dafür bin ich unendlich dankbar“, schreibt Vorsitzende Rita Hartmann in einer Pressemitteilung. Aber: Die Abläufe der Einrichtungen sind empfindlich gestört, und es fehlt an Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln, die dringend benötigt werden. „Die ,Lebenshilfe’ ist dringend auf Unterstützung und Hilfe angewiesen“, appelliert Hartmann an die Bevölkerung.

„Seit über zwei Wochen ist nichts mehr so wie es war. Viele der geistig beeinträchtigten Menschen verstehen die Welt nicht mehr“, erklärt Rita Hartmann. Die geistig behinderten Menschen, die oft eine besondere Nähe brauchen, seien verunsichert und brauchten besondere Zuwendung, da sich ihr Alltag grundlegend verändert hat.

Nicht nur in den Wohnstätten in Mittelhof und Flammersfeld, sondern auch in den ambulanten Wohngruppen herrsche ein striktes Besuchsverbot, wie auch im neuen Pflegedorf in Flammersfeld. Viele Bewohner fahren normalerweise am Wochenende und gerade zu den Feiertagen nach Hause zu ihren Eltern und Angehörigen, dies ist nun nicht mehr möglich. „Viele verstehen das nicht“, heißt es im Schreiben des Sozialverbands. Um den Kontakt zumindest etwas – auch durch Bilder aufrecht zu erhalten – bittet die „Lebenshilfe“ um Spenden für Tablets, damit in jeder Gruppe über Skype mit den Familien und Freunden Kontakt gehalten werden kann (Spendenkonto Lebenshilfe Kreis Altenkirchen: IBAN: DE 97 5735 1030 0005 0005 42; BIC MALADE51AKI, Stichwort Corona).

Laut Pressemitteilung werden 30 Tablets benötigt: „Damit könnten die Bewohner, aus deren Gesten und Sprechen man oft nur ihre Wünsche und Bedürfnisse erahnen kann, in Kontakt mit ihren Nächsten treten. Ein Telefonat reicht da leider nicht.“ Dieses Ostergeschenk, so Rita Hartmann, würde schon ein kleines Wunder sein. Aber auch über Briefe, Karten und Osterpräsente würden sich die Einrichtungen in Flammersfeld und Mittelhof-Steckenstein freuen. „Wir sind unseren Mitarbeitern, die einen tollen Job machen, außerordentlich dankbar“, so Rita Hartmann. Rund um die Uhr werde in den Wohnstätten und Wohngruppen gearbeitet. Mitarbeiter aus anderen Einrichtungen, die nun bis auf eine Notbetreuung aufgrund der Coronamaßnahmen geschlossen sind, arbeiten mit, um die Betreuung aufrecht zu erhalten.

Die Schließung von Kitas und Schulen, aber auch der eigenen Werkstätten und Tagesförderstätten könne die Existenz der „Lebenshilfe“ gefährden, so Rita Hartmann. Erste Kurzarbeit sei in den Küchen des Integrationsbetriebes angezeigt, da die Lieferung an Schulen und Kindergärten komplett ausfalle. Aber auch die Finanzierung von Werkstätten, Kindergärten und Tagesförderstätten sei unsicher. „Wir wissen nicht, wie es nach dem April weiter geht“, so Rita Hartmann.

Die geistig behinderten Menschen und ihre Familien brauchen die Unterstützung und Zusage des Staates, dass sie genauso wie die Unternehmen der freien Wirtschaft keine coronabedingten Nachteile zu erleiden haben. „Wir hoffen auf unbürokratische Umsetzung des Schutzschirms für Soziale Einrichtungen in Rheinland-Pfalz und im Kreis Altenkirchen, aber wir kennen den genauen Umfang noch nicht“, erklärt Hartmann.

Erschwerend komme hinzu, dass viele Betreute in den Einrichtungen und Diensten durch das Corona-Virus sehr gefährdet seien, da sie behinderungsbedingt Vorerkrankungen haben.

Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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