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Amtsgericht Betzdorf
"Letzter Warnschuss": Angeklagter wegen Falschaussage verurteilt

Vor dem Amtsgericht Betzdorf wurde jetzt ein Angeklagter wegen Falschaussage verurteilt.
  • Vor dem Amtsgericht Betzdorf wurde jetzt ein Angeklagter wegen Falschaussage verurteilt.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

nb Betzdorf. Wenn Elias K. (Name geändert) den Ratschlag von Richter Tim Hartmann beherzigt, dann führt sein Weg alsbald zu einer Schuldnerberatung. Zu seinen Miesen im sechsstelligen Bereich ist jetzt noch einmal eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen à zehn Euro gekommen. Denn: Elias K. hat, das sahen Richter und Staatsanwaltschaft vor dem Amtsgericht Betzdorf als erwiesen an, als Zeuge vor Gericht nicht die Wahrheit gesagt.
Angeklagter bekommt vor dem Amtsgericht Betzdorf Nachhilfe
Bei der Verhandlung im Herbst 2018 ging es um einen Einbruch in die Postfiliale in Herdorf. Sowohl Elias K. als auch sein ehemaliger Schwager waren damals als Zeugen geladen – und jetzt als Angeklagte. Wobei nur Elias K. zu seiner Verhandlung erschien.

nb Betzdorf. Wenn Elias K. (Name geändert) den Ratschlag von Richter Tim Hartmann beherzigt, dann führt sein Weg alsbald zu einer Schuldnerberatung. Zu seinen Miesen im sechsstelligen Bereich ist jetzt noch einmal eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen à zehn Euro gekommen. Denn: Elias K. hat, das sahen Richter und Staatsanwaltschaft vor dem Amtsgericht Betzdorf als erwiesen an, als Zeuge vor Gericht nicht die Wahrheit gesagt.

Angeklagter bekommt vor dem Amtsgericht Betzdorf Nachhilfe

Bei der Verhandlung im Herbst 2018 ging es um einen Einbruch in die Postfiliale in Herdorf. Sowohl Elias K. als auch sein ehemaliger Schwager waren damals als Zeugen geladen – und jetzt als Angeklagte. Wobei nur Elias K. zu seiner Verhandlung erschien. Bei der Tat in Herdorf war das Auto des heute 34-Jährigen zum Einsatz gekommen. Doch für DNA des – inzwischen verurteilten – Täters an dem Fahrzeug hatte Elias K. Erklärungen vorgetragen. Und die, so der Vorwurf nun, sollen falsch gewesen sein.
Eigentlich hätte die Sache vor Einzelrichter Hartmann schnell „gegessen“ sein können, aber Elias K. bekam zunächst etwas Nachhilfe in Jura und schließlich noch Empfehlungen, seine finanzielle Lage betreffend.

Zwei Tage zuvor, so der Beschuldigte, habe sein Verteidiger aus ihm unbekannten Gründen sein Mandat niedergelegt und so schnell hätte er keinen neuen auftreiben können. Da er jetzt ohne Rechtsbeistand dasaß, lautete sein Fazit: „Ich möchte nicht, dass heute ein Urteil gefällt wird.“ Aber sowohl Amtsanwalt Gasser als auch Richter Hartmann machten ihm deutlich klar: „Das ist nicht unser Problem.“ Lange genug sei der Verhandlungstermin bekannt gewesen, dass so schnell kein neuer Verteidiger aufzutreiben sei, damit hätte das Gericht in diesem Fall nichts zu tun. Der Antrag auf Aussetzung des Verfahrens wurde also schon mal abgelehnt.
Zu den Vorwürfen wollte sich Elias K. zunächst nicht äußern, aber die Staatsanwaltschaft führte dem vorbestraften 31-Jährigen seine Lage vor Augen. So nahm Elias K. seinen zunächst getätigten allgemeinen Einspruch gegen den Strafbefehl gegen ihn zurück und agierte nun nach der Taktik: Nur keine Bewährungsstrafe.

Geständnis als "Flucht nach vorne"

„Es war dann die Flucht nach vorne“, kommentierte Gasser die Entscheidung zum Geständnis. Er forderte 120 Tagessätze à zehn Euro wegen mündlicher Falschaussage in Tateinheit mit versuchter Strafvereitelung. Allerdings: Elias K. ist ohnehin schon dabei, Geldstrafen aus anderen Verfahren abzustottern. Und: Aus einer früheren Selbstständigkeit als Autohändler war er mit massiven Schulden herausgegangen – und jetzt ist er, auf Provisionsbasis, wieder in das Metier eingestiegen. Das wiederum hielt Gasser für eine wenig zielführende Idee: „Sie haben Schulden ohne Ende und wirtschaftlich kein tragfähiges Konzept. Ich bin da skeptisch, ob das so funktionieren kann.“ Und auch Richter Hartmann, der dem Antrag der Anklage folgte, gab den Tipp mit der Schuldnerberatung. Zudem warnte er: „Noch mal Geldstrafe wird es nicht geben. Das ist der absolut letzte Warnschuss.“

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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