„Biergenossenschaft Friedrich Wilhelm Raiffeisen“ aus der Taufe gehoben
„Mach mir bitte ein Raiffeisen“

Das untergärige „Raiffeisen“ im Fässchen gibt es schon zu kaufen.
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sz Hamm(Sieg). „Mach mir bitte ein Raiffeisen.“ Diese Worte wird man in Gasthäusern in Zukunft wohl öfter hören, denn „Raiffeisen“ ist in diesem Zusammenhang ein bernsteinfarbenes, naturtrübes Pils. Im Geburtsort des Genossenschaftsgründers, Hamm an der Sieg, hat sich eine Biergenossenschaft gegründet.

Wenn VG-Bürgermeister Dietmar Henrich und Ortsbürgermeister Bernd Niederhausen derzeit zu einer Sitzung mit Volksbank-Vorstand Dieter Schouren, dem Dehoga-Kreisvorsitzenden Uwe Steiniger und Immobilienmakler Mike Bender zusammenkommen, geht es garantiert um Alkohol. Sie sind die entscheidenden Köpfe der vor wenigen Wochen eingetragenen „Biergenossenschaft Friedrich Wilhelm Raiffeisen“, schreibt Pressesprecherin Silvia Patt von der Verbandsgemeindeverwaltung in einem Bericht. Die am einfachsten zu beschreibende Geschäftszweck ist der Vertrieb eines obergärigen Bieres unter dem Namen „Raiffeisen“ und die Eröffnung eines Gasthauses in Hamm.

Aber es geht den Beteiligten um deutlich mehr. Sie wollen Raiffeisen würdigen, einen Anziehungspunkt für Einwohner und Touristen schaffen und für die Bewohner des Raiffeisenlands Identifikation stiften unter dem Motto: „Schau mal, hier gibt’s Raiffeisenbier. Wo das herkommt, bin ich zu Haus.“
Die Idee stammt aus dem Jahr 2018, als der 200. Geburtstag von Raiffeisen gefeiert wurde. Bei der Überlegung, was man tun könnte, um die Euphorie des Raiffeisenjahres in die Zukunft zu tragen, stieß man in Hamm recht schnell auf ein leerstehendes Fachwerkhaus im Ortskern. Der Vorbesitzer hatte darin Bier gebraut. Wie wäre es, die Brautradition fortzuführen, die Räumlichkeiten als Gaststube für die Besucher des nur wenige Schritte entfernten Deutschen Raiffeisenmuseums herzurichten und das Ganze als Genossenschaft im Sinne Raiffeisens zu führen?

Die Idee wuchs schnell. Die Genossenschaft sollte möglichst breit aufgestellt sein, jeder und jede sollten Mitglied werden und sich einbringen können. In dem noch zu eröffnenden Gasthaus sollen auch Events stattfinden, Braukurse zum Beispiel, und die Biergenossenschaft wollte sich in die örtlichen Aktivitäten helfend einklinken.

„Bier ist ein Symbol für Gemeinschaft“, findet Uwe Steiniger, „und unsere Genossenschaft soll die Gemeinschaft stärken, die Aktivitäten hier vor Ort unterstützen und als eine Art Bürgerverein die Leute einbinden.“ Die Stärkung des Bier-Gefühls sozusagen.

Mit der Erzquell-Brauerei – nebenbei bemerkt der einzigen Brauerei auf dem Boden des Raiffeisenlands – kam ein der Braukunst mächtiger Partner mit ins Boot. Schnell waren ein Fünf-Liter-Fass und ein Bierglas mit dem Kopf von „Friedrich Wilhelm“ entworfen und ein passendes Bier gewählt. Mike Bender stieg als Fachmann und Sponsor für die bauliche Ertüchtigung des künftigen Gasthauses ein.
Das kann zwar noch nicht eröffnet werden, doch man sieht schon, was es werden wird: ein gemütlich-altmodisches Gasthaus mit kleinen Räumen und niedriger Decke, mit alten Holzbalken und mit einem hopfenumrankten Biergarten samt Backes, Räucherofen und einem Häuschen mit Herz in der Tür.
Das Gasthaus wird also noch hergerichtet, aber das Bier gibt es schon zu kaufen, und es soll sich von Hamm aus wie Raiffeisen und seine Ideen möglichst weit verbreiten.

„Zunächst sind natürlich die Gastronomen aus unserer Region angesprochen, es auf die Karte zu nehmen, sowie Organisationen mit genossenschaftlichem Hintergrund“, erklärt Uwe Steiniger. Aber er verrät auch, dass zwei Fässchen auf dem Weg in die USA sind. Die heimische Bevölkerung bekommt am 26. November Gelegenheit, sich mit „Raiffeisen dunkel“ (eine helle Variante ist in Planung) einzudecken.
Beim Weihnachtsmarkt in Hamm wird die Biergenossenschaft das Fünfliter-Fässchen mit dem Raiffeisen-Porträt von Semor für 13,50 Euro und das passende Henkelglas für 3 Euro verkaufen. Dazu bekommt jeder einen Mitgliedsantrag für die Genossenschaft in die Hand gedrückt. Mit 100 Euro je Anteil ist man dabei.

„Eine Nachschusspflicht, falls etwas schiefgeht, gibt es nicht. Die haben wir per Satzung ausgeschlossen“, informiert Finanzmann Dieter Schouren. Und was ist mit einer Dividende? „Auch die kann es irgendwann einmal geben. Aber im Moment bieten wir nur die 4,8 Prozent vom Bier.“

Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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