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Symbolischer Umzug der "Linde"
Mehr als eine Kneipe

Am alten Standort hatten sich zahlreiche Menschen eingefunden. Von dort aus ging es im Trupp zur neuen Adresse.
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rai Betzdorf. Steffi Stieler ist eine „toughe“ Frau. Aber am Montagabend war sie doch sichtlich gerührt. Von der „Linde“ am Klosterhof, die Stieler 13 Jahre bewirtschaftet hatte, ging es da nämlich im großen Tross zur neuen Kneipe, die sie ab November betreiben wird – die „Sieglinde“.

Zahlreiche Menschen hatten sich am alten Standort eingefunden und wurden von Stieler begrüßt. Sie hielt ein Glas mit dem Schriftzug „Linde“ in Händen. Auf zwei Bannern war zu lesen: „Goodbye Linde“ bzw. „Welcome Sieglinde“.

Am Samstag, dem letzten offiziellen Tag unter Wirtin Stieler, seien 400 bis 500 Leute vor der Tür gewesen, meinte Stieler, die von einem sensationellen Gefühl sprach.

Im Mai sei die Kündigung gekommen.

rai Betzdorf. Steffi Stieler ist eine „toughe“ Frau. Aber am Montagabend war sie doch sichtlich gerührt. Von der „Linde“ am Klosterhof, die Stieler 13 Jahre bewirtschaftet hatte, ging es da nämlich im großen Tross zur neuen Kneipe, die sie ab November betreiben wird – die „Sieglinde“.

Zahlreiche Menschen hatten sich am alten Standort eingefunden und wurden von Stieler begrüßt. Sie hielt ein Glas mit dem Schriftzug „Linde“ in Händen. Auf zwei Bannern war zu lesen: „Goodbye Linde“ bzw. „Welcome Sieglinde“.

Am Samstag, dem letzten offiziellen Tag unter Wirtin Stieler, seien 400 bis 500 Leute vor der Tür gewesen, meinte Stieler, die von einem sensationellen Gefühl sprach.

Im Mai sei die Kündigung gekommen. Man hätte sprechen können, aber das habe man nicht getan, sagte Stieler, die auch einräumte, dass „von mir aus ein paar Dinge untergegangen sind“. Als die Kündigung da war, habe man sich nicht mehr einigen können. Es seien einige Sachen dumm gelaufen, „auch von meiner Seite“, räumte die Wirtin, die auf Weihnachten als Abschluss gehofft hatte, ein. Es hätten sich leider „unüberwindbare Differenzen“ entwickelt.

Nun wollte Stieler nicht am letzten Öffnungstag einfach den Zapfhahn umdrehen, sondern allen Tschüss sagen. Die Linde sei eben nicht nur irgendein Glasbiergeschäft – die Leute seien hier ein Stück zu Hause gewesen.

13 Jahre stünden für viele Menschen und viele Geschichten: „Freude, Leid, Schicksal und Euphorie“, sagte sie: „Alles, was so ein Laden mit sich bringt.“ Und: Das Gute habe immer überwogen.

Die Bauarbeiten an der neuen „Sieglinde“ hätten einen wahnsinnigen Fortschritt gemacht, hieß es. Die Kneipe „Bei Theo“ sowie das frühere Restaurant „Akropolis“ hatte Carsten Grund gekauft, der am Montagabend mit von der Partie war. Und damit konnte Stieler „in der Stadt bleiben, zu Hause“. Sie und der Eigentümer hätten investiert und alles auf links gedreht: „Wir versuchen eine Wohlfühl-Atmosphäre zu schaffen.“

Es wird jeweils zwei Räume und Theken geben, dazu eine Terrasse. Der Name „Linde“ bleibe zurück, sagte Stieler: „Ich finde Sieglinde ziemlich toll.“ Diese wird sich im bekannten Logo zeigen.

„Es macht Spaß, euch zu sehen“, sagte die gerührte Wirtin zu den Menschen, die sich vor der „Linde“ eingefunden hatten. „Ihr habt Leben mitgebracht“, sagte sie – und: „Es glaubt uns keiner, dass ihr alle da reingepasst habt.“ In der „Sieglinde“ werde man dasselbe finden, auch wenn nicht kopiert werde.

Mit Stieler an der Spitze setzte sich dann der symbolische Umzug in Bewegung. An der „Sieglinde“ brachte sie das Glas in den neuen Laden, der allen noch verschlossen blieb – die Eröffnung ist für den 8./9. November vorgesehen. Auf dem Rückweg antwortete Stieler dem Berichterstatter: „Mir geht es total gut.“ Sie freute sich, dass so viele Leute gekommen seien, denen das Wir-Gefühl wichtig sei.

„Das ist besser als ein letzter Tag und zu“, sagte Katharina Rau (Betzdorf): „Das bleibt in Erinnerung, selbst bei künftigen Generationen.“ „Steffi“: Das antwortete Hannah Stinner (Dauersberg) kurz und bündig auf die Frage, was die „Linde“ ausgemacht habe. Ähnlich äußerte sich Melanie Schneider aus Betzdorf: Steffi Stieler sei nicht nur Gastwirtin gewesen, sondern „Mama und Seelsorger“. In schwierigen Situationen habe sie immer geholfen. „Wir freuen uns, dass es auf der anderen Seite weitergeht“, sagte Benjamin Geldsetzer. Auch er sprach von dem „Wohnzimmer“ und meinte: „Steffi Stieler ist die perfekte Wirtin.“

„Die Linde ist eine absolute Kult-Kneipe“, meinte Christoph Weller. Er sieht nun eine „Chance für etwas Neues“, und das habe viel mit Steffi Stieler zu tun. In die „Sieglinde“ habe sie viel Herzblut gesteckt. Nur ein paar Meter weiter stand Vivien Kill: „Ich bin die dritte Generation, die in die Linde geht.“ Der Großvater und die Eltern seien hier schon zu Gast gewesen. Auch nach dem Eishockey habe man die Kneipe anvisiert: „Ein Aufkleber von den Kölner Haien ist noch an der Telefonzelle.“ In der Kneipe sei immer jemand, den man kennt, sagte sie. Über den Umzug sei sie etwas traurig, denn vom Bahnhof aus habe sie auf ihrem Nachhauseweg gelegen, „ein Stück Heimat“.

„Die Linde ist die Linde, und sie gehört zu Betzdorf“, sagte Melanie Schuhen (Betzdorf), die das „Urige“ herausstellte: „Hier trifft sich Jung und Alt.“

Die Menschen standen nach dem symbolischen Umzug noch lange an der Kult-Kneipe am Klosterhof zusammen und tauschten Gedanken und Erinnerungen aus.

Am alten Standort hatten sich zahlreiche Menschen eingefunden. Von dort aus ging es im Trupp zur neuen Adresse.
Der letzte Abend in der Linde, wo es Steffi Stieler inmitten von Gästen und Freunden so richtig krachen ließ.
Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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