Kreisausschuss stimmt einer Erhöhung der Stellenanteile
Mehr Sozialarbeit an Berufsschulen in Betzdorf und Wissen

An den Berufsbildenden Schulen (hier die BBS Betzdorf/Kirchen) soll die Sozialarbeit ausgebaut werden. Dafür hatten die Schulleiter zuletzt immer wieder intensiv geworben.
  • An den Berufsbildenden Schulen (hier die BBS Betzdorf/Kirchen) soll die Sozialarbeit ausgebaut werden. Dafür hatten die Schulleiter zuletzt immer wieder intensiv geworben.
  • Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

thor Kreis Altenkirchen. Steter Tropfen höhlt den Stein: Die überaus hartnäckigen Bemühungen der beiden Berufsbildenden Schulen im Kreis, die Schulsozialarbeit personell zu verstärken, sind endlich von Erfolg gekrönt: Der Kreisausschuss hat in seiner Sitzung am Montagnachmittag einstimmig beschlossen, jeweils zwei halbe Stellen zusätzlich einzurichten. Bislang gibt es für die Sozialarbeit in Wissen und am Molzberg nur einen Stellenanteil von je 0,75. Zudem ist künftig der Kreis der Träger und nicht mehr das Land. Vorausgegangen waren intensive Bemühungen der beiden Schulleiter Michael Schimmel (Betzdorf/Kirchen) und Reinhold Krämer (Wissen). Schon vor zwei Jahren hatten sie einen ersten Antrag gestellt und seitdem auch bei Politiker-Besuchen vor Ort nie lockergelassen. Dabei hatten sich die beiden auch nicht von einer ersten Abfuhr einschüchtern lassen. Eine Aufstockung der Stellen war den Sparbemühungen des Kreises zum Opfer gefallen.

Die Schulsozialarbeit hat
in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen.
Klaus Schneider
2. Kreisbeigeordneter

In einem gemeinsamen (Brand-)Brief hatten Schimmel und Krämer Anfang des Jahres noch einmal auf die vielfältigen und gestiegenenen Herausforderungen aufmerksam gemacht. So heißt es u. a.: „Eine Erweiterung der Stellen für die Schulsozialarbeit wird von unserer Seite als dringend notwendig erachtet. Es ist deutlich festzustellen, dass sich in den letzten Jahren die Anzahl der Schüler, die Unterstützung und Hilfe brauchten, deutlich erhöht hat. Dies liegt zum Teil an der wachsenden Zahl an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund, wobei die Gruppe der Geflüchteten eine intensive Betreuung benötigt...“ Und noch eine erschreckende Zahl wurde mitgeliefert: Bundesweit seien in der dualen Ausbildung über 40 Prozent der Jugendlichen von einem Abbruch bedroht.

Schulsozialarbeit hat an Bedeutung gewonnen

Der 2. Kreisbeigeordnete Klaus Schneider konnte dem nur zustimmen: „Die Schulsozialarbeit hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen.“ An den Berufsschulen seien Jugendliche anzutreffen, die Probleme damit hätten, einen Abschluss zu machen bzw. eine Lehrstelle zu finden. „Die Problemsituation wird nicht einfacher.“ Schneider erläuterte dabei die Zuschüsse durch das Land (plus pauschale Fördermittel), stellte aber zugleich ein neues Bundesprogramm vor, aus dem
10 bis 11 Millionen Euro nach Rheinland-Pfalz fließen könnten. Die Ausschussmitglieder waren übereinstimmend der Überzeugung, dass sich die Situation durch Corona noch verschärft hat. Matthias Gibhardt (SPD) sah bei den Berufsschulen ein Klientel, das eine besondere Unterstützung benötige. Die Investitionen seien auf jeden Fall lohnenswert. Kevin Lenz (Grüne) glaubt, dass die Sozialarbeiter demnächst deutlich mehr zu tun haben.

Stellenerhöhung früher als geplant

Jessica Weller (CDU), die für ihre Fraktion als erstes Unterstützung signalisiert hatte, forderte, die Stellenerhöhung schon zum 1. August und nicht erst – wie geplant – 2022 vorzunehmen. Schneider freute sich: „Ich hatte mich gar nicht getraut, das zum 1.8. zu beantragen.“ Dem folgten alle Fraktionen, auch wenn zunächst nur eine befristete Ausschreibung erfolgen kann, weil im Stellenplan des Kreises keine Stellen berücksichtigt sind. Gleichzeitig will der Kreis Mittel aus dem Bundesprogramm beantragen.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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