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Kreis Altenkirchen schwächelt
Menschen gehen und Firmen bleiben weg

Die strahlenden Gesichter von Dr. Andreas Reingen, Ulrich Schmalz und Dr. Ralf Kölbach (v. l.) sind wohl eher der angenehmen Gesellschaft beim Marienthaler Forum geschuldet. Das Thema – die Schwächen des AK-Kreises – kann es jedenfalls nicht gewesen sein.
  • Die strahlenden Gesichter von Dr. Andreas Reingen, Ulrich Schmalz und Dr. Ralf Kölbach (v. l.) sind wohl eher der angenehmen Gesellschaft beim Marienthaler Forum geschuldet. Das Thema – die Schwächen des AK-Kreises – kann es jedenfalls nicht gewesen sein.
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gum Wissen. Die Fragestellung bringt so einiges mit sich: „Gibt es Wege zu einem Wiederaufstieg?“ Gemeint war beim Marienthaler Forum am Samstag der Kreis Altenkirchen. Und die Prämisse die da mitschwingt lautete: So richtig rosig sieht’s nicht aus. Initiator Ulrich Schmalz hatte auch gleich – ebenfalls im Titel zu dieser Veranstaltung – strukturelle Schwächen im AK-Land ausgemacht. Im „Haus der Begegnung“ begrüßte er zum Gedankenaustausch den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Westerwald-Sieg, Dr. Andreas Reingen, sowie Dr. Ralf Kölbach, der im Vorstand der Westerwald Bank sitzt.
Pro-Kopf-Einkommen
Zur Einführung in das Thema hatte Schmalz einige statistische Daten parat – die den Kreis Altenkirchen meist nicht gerade im besten Licht erschienen ließen.

gum Wissen. Die Fragestellung bringt so einiges mit sich: „Gibt es Wege zu einem Wiederaufstieg?“ Gemeint war beim Marienthaler Forum am Samstag der Kreis Altenkirchen. Und die Prämisse die da mitschwingt lautete: So richtig rosig sieht’s nicht aus. Initiator Ulrich Schmalz hatte auch gleich – ebenfalls im Titel zu dieser Veranstaltung – strukturelle Schwächen im AK-Land ausgemacht. Im „Haus der Begegnung“ begrüßte er zum Gedankenaustausch den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Westerwald-Sieg, Dr. Andreas Reingen, sowie Dr. Ralf Kölbach, der im Vorstand der Westerwald Bank sitzt.

Pro-Kopf-Einkommen

Zur Einführung in das Thema hatte Schmalz einige statistische Daten parat – die den Kreis Altenkirchen meist nicht gerade im besten Licht erschienen ließen. Eine erkennbare Schwäche, so Schmalz, sei der Anteil an Dienstleistungen im Wirtschaftssektor: 58,4 Prozent rangiere der AK-Kreis damit an letzter Stelle aller Landkreise im nördlichen Rheinland-Pfalz. Im Vergleich des jährlichen Pro-Kopf-Einkommens liege man rund 3000 Euro unter dem Westerwaldkreis.

Nach der zweistündigen Veranstaltung kristallisierten sich die Stärken und Schwächen heraus: Es mangele an der Verkehrsanbindung, an geeigneten Firmen-Standorten, an Dienstleistungen, an bezahlbarem Wohnraum für Familien und am flächendeckenden Ausbau der Digitalisierung.

Schlechter Ausbau der Straßen

Die Regionen Wissen und Betzdorf seien in der Vergangenheit die Herzstücke des wirtschaftlichen Erfolges gewesen, so Reingen in seinen Ausführungen. Der Kreis leide erkennbar aber noch immer unter den Folgen seiner früheren Monostruktur, abgeleitet vom Erzbergbau und Stahlverarbeitung. Die Bemühungen um den Ausbau der Straßen gehe aus Sicht der Wirtschaft viel zu langsam voran. Der Westerwaldkreis wiederum habe eine ganz andere Infrastruktur mit zwei ganz starken wirtschaftlichen Regionen, Montabaur mit Autobahn und ICE-Bahnhof, sowie Ransbach-Baumbach und Höhrgrenzhausen, die in einem Autobahndreieck verwoben seien.

Die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises hänge daran, dass junge Menschen mit gutem Bildungsniveau den Landkreis Altenkirchen als ihren Wohnort wählten. „Die Menschen entscheiden sich nach ihren Bedürfnissen und nicht nach den Kriterien, die wir uns wünschen“, so Reingen.

Einzelmaßnahmen genügen nicht

Für Kölbach geht es vorrangig um zwei Probleme: Zu viele Menschen gingen weg und zu wenig Firmen kämen her. Wenn Stärken, Schwächen, Risiken und Chancen des Landkreises geclustert würden, die in der Siegschiene ganz anders ausfielen als in Horhausen oder in Teilen des Westerwaldkreises, dann könne man anfangen, etwas zu entwickeln. Wie in einer Genossenschaft müssten sich Menschen mit konkretem wirtschaftlichem Anliegen zusammenschließen, sich persönlich und eventuell auch finanziell einbringen. Aus volkswirtschaftlicher Sicht müssten mit Entscheidungsträgern strategischen Analysen gemacht werden. Lebensqualität, Standorttheorie, Digitalisierung – all das löse man nicht mit Einzelmaßnahmen.

In der anschließenden, lebhaften Diskussion wurden Anregungen gegeben und konnten Fragen beantwortet werden, ehe Ulrich Schmalz die Veranstaltung mit einem Geschenk aus der Hatzfeld‘schen Wildkammer an die beiden Referenten beendete.

Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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